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E-CAR-NEWS

WIE WERDE ICH E-AUTOBESITZER?


Text: Redaktion
Fotos: Unsplash.com ©Vlad Tchompalov (1), Motomobil (3)
 

GAR NICHT SO KOMPLEX

Viele Menschen stellen es sich enorm schwierig vor, auf Elektro umzusatteln. Dabei muss man nur einiges beachten


E-Ladestecker
 
 
Viele glauben, E-Autobesitzer zu werden,
würde das weitreichende Umstellen des
eigenen Lebens beinhalten. Stimmt nicht,
es ist fast so einfach wie das
Andocken an den Ladestecker



Fast 4000 reine Stromer wurden allein 2019 bis zum Mai neu bei uns zugelassen, das vermeldet die brandneue Statistik des BEÖ. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es nur knapp 2600 Autos. Insgesamt kratzt der österreichische Bestand an Elektrofahrzeugen damit jetzt an der 25.000er-Schallmauer. Das ist ein toller Wert, zweifelsohne. Aber dem entgegen steht auch die Tatsache, dass es im Land insgesamt 4,97 Millionen zugelassene PKW gibt – damit wird der Stromer-Bestand zum Nullkomma-Wert.

Mit ein Grund dafür, dass die E-Auto-Zahlen zwar steigen, aber längst nicht in dem Maß, wie es möglich und für die Natur wünschenswert wäre, ist folgendes: Viele Normalverbraucher machen sich falsche Vorstellungen darüber, wie sie zum Elektroautobesitzer werden und denken auch, dass sie dazu viele Mobilitätsgewohnheiten umstellen müssten.

E-Autos zu fahren ist tatsächlich nicht das Gleiche wie bei einem Verbrenner. Aber man muss auch keine tausenden Hürden überwinden. Die notwendigen Schritte dazu hier übersichtlich zusammengefasst:

1. Schritt: Die Lebens- und Fahrumstände genau eruieren. Kauft man sich einen Verbrenner, der für das eigene Lebensmodell und die Strecken, die man Tag für Tag absolviert, zu groß oder zu klein ist, so ist das meist nur eine Komfortfrage. Beim E-Auto muss man sich jedoch nach wie vor an der (groben) Regel orientieren, dass die mögliche Reichweite mit einer Akkuladung proportional zur Fahrzeuggröße steigt – das liegt schon daran, dass in einem Renault Twizy 80 eben aus naheliegenden Platzgründen kein so großer Energiespeicher verbaut werden kann wie beispielsweise in einem E-Golf.

Aber: Je größer das Fahrzeug, desto schwerer wird es auch. Und je mehr Gewicht der Motor zu bewegen hat, desto mehr Leistung entnimmt er der Batterie. Hinzu kommt, dass bei allen E-Autos der Verbrauch sich danach richtet, mit welchem Tempo man durchschnittlich unterwegs ist. Letzten Endes bedeutet das folgendes: Man muss zuvor genau und ehrlich eruieren:
– Was die durchschnittlichen Distanzen sind, die man täglich zu absolvieren hat.
– In welchem Umfeld man sie abspult, also muss man die Anteile von Autobahn-, Landstraßen- und Stadtfahrten gegeneinander aufrechnen.
– Wieviel Platz man bei ehrlicher Betrachtung wirklich benötigt. Das ist selbst bei Familien oftmals weniger als man annimmt – das Pkw-Größenwachstum der vergangenen Jahrzehnte hat uns ziemlich verwöhnt.

Die Genauigkeit ist vor allem deshalb notwendig, damit man ein Fahrzeug findet, durch dessen Nutzung man sich so wenig wie möglich umstellen muss, sei es bei Platz oder Reichweite. Am Ende dieser Klausur, zu der es auch unbedingt notwendig ist, immer wieder in E-Pkw-Testberichte hineinzuschauen, hat man eine Fahrzeugklasse herausbekommen. Und innerhalb dieser schaut man sich nun um.

Dabei wird man dann auch feststellen, dass einige Hersteller zwei Modelle für den Akku anbieten: Beim einen kauft man das Auto mitsamt dem Energiespeicher, beim anderen muss man für ihn eine monatliche Miete zahlen. Auch hier gibt es keine Pauschalantwort, dazu muss man die persönliche Lebens- und Finanzlage genau betrachten.

2. Schritt: Die Finanzierung klären. Nach wie vor sind Elektroautos bei ansonsten gleicher Ausstattung etwas teurer in der Anschaffung als ein Verbrenner. Das liegt primär an der Tatsache, dass die Marktdurchdringung noch so gering ist, und dass vor allem Batterie-Entwicklungskosten zurückfließen müssen.

Zwar ist der Preisunterschied längst nicht so gravierend, wie viele denken. Und durch die stark verringerten Unterhaltskosten amortisiert er sich auch noch rasch. Das ändert aber nichts daran, dass man mehr Geld zum Händler tragen muss. Insbesondere wer keine hohen monatlichen Raten stemmen möchte oder kann, sollte deshalb eine sogenannte Ballonfinanzierung ins Auge fassen. Das Vergleichsportal smava.de erklärt es folgendermaßen:
„Bei dieser Art der Finanzierung werden, genau wie bei einer gewöhnlichen Finanzierung auch, monatliche Raten gezahlt. Am Ende verbleibt allerdings eine größere Restsumme – die Schlussrate. Da diese letzte Rate verhältnismäßig groß ist, wird sie auch Ballon genannt. […] Da die monatlichen Raten bei einer Kfz-Ballonfinanzierung in der Regel niedriger sind als bei einem gewöhnlichen Ratenkredit, ist die Ballonfinanzierung jedoch eine gute Möglichkeit für Personen, die ein geringeres Einkommen haben […]“
Und natürlich sollte man auch nicht vergessen, dass die Regierung erst vor wenigen Monaten einen neuen dicken Fördertopf zusammengestellt hat, der einem den Kauf eines E-Autos mit 3000 Euro vergütet. 

Vanderhall Edison2
Vanderhall Edison Elektro-Trike
Nissan e-NV 200
Nissan e-NV 200
 

3. Schritt: Die Sache mit der Aufladung eruieren. Die einstige Vielfalt von Ladesteckern verabschiedet sich zwar derzeit ziemlich rasch zugunsten eines einheitlichen Steckers – in Europa der sogenannte Typ-2-Stecker. Zudem gehört ein Kabel zur Ausstattung der meisten E-Autos dazu. Allerdings ist das nur der Grundbaustein. Mit ihm kann man sein Auto problemlos an vielen öffentlichen Ladesäulen aufladen. Wer allerdings zuhause laden will, muss etwas weiter denken:
– Eine Option wäre es, die sowieso in vielen Haushalten vorhandene rote 400-Volt-Steckdose zu nutzen. Das ist schon deshalb sinnvoll, weil hierüber eine hohe Leistung zur Verfügung gestellt wird. Zwar könnte man auch an einer normalen Dose laden, das würde aber je nach Fahrzeug mehr als 24 Stunden dauern. Allerdings: Für die rote Steckdose braucht es ein ICCB-Ladekabel, das die Ladeleistung reguliert.
– Die andere Option ist eine Wallbox. Sie hat als geringsten Vorteil das Ladekabel bereits integriert. Zudem wird auch ihre Installation gefördert, wenn man die Wallbox so einbauen lässt, dass sie öffentlich zugänglich ist.

Dabei ist die Wallbox die eigentlich bessere Option. Das ICCB-Kabel wird in der Branche von den meisten nur als „Reiselösung“ angesehen, damit man immer eine Lade-Option hat, selbst wenn keine dedizierten Ladesäulen in der Nähe sind. Die Wallbox, insbesondere in „smarter“ Form, kann so viel mehr. Etwa das Erfassen der Ladevorgänge in digital auswertbarer Form. Oder aber das Einbinden einer bestehenden (oder noch zu installierenden) Photovoltaikanlage, um genau dann zu laden, wenn der meiste Strom selbst produziert wird. Den Einbau übernimmt übrigens der Elektroinstallateur.

Die meisten Menschen werden mit einem ICCB-Kabel im Kofferraum und einer Wallbox zuhause ausreichend versorgt sein. Alle jedoch, die zur Miete wohnen sowie auch die Hausbesitzer sollten/müssen sich definitiv die Option offenhalten, auch/vornehmlich an öffentlichen Ladestationen Strom beziehen zu können.

Dazu sollte man zunächst den auf der Startseite des Bundesverbandes Elektromobilität Österreichs zu findenden Tankstellen-Finder konsultieren. Dann muss man jedoch herausfinden, nach welchem Prinzip der jeweilige Anbieter arbeitet. Praktisch immer benötigt man eine Ladekarte des aufstellenden Unternehmens. Dabei sollte man aber genau hinschauen, welches Zahlungsmodell dahintersteckt – ein Abo-Modell beispielsweise, bei dem man eine monatliche Grundgebühr zahlt, wäre für jemanden, der in 99 Prozent der Fälle zuhause oder am Arbeitsplatz laden kann, überflüssig teuer. Hier sollte man sehr genau vergleichen, denn der Markt wächst gerade rasant und ändert sich demensprechend auch ziemlich flott.


Renault Twizy

Renault Twizy 80


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FINDE ICH GUT
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