Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung dieser Seite erklären Sie sich damit einverstanden. Weitere Informationen.

Ich akzeptiere Cookies von dieser Seite.

 
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner


LANDPARTIE 14

ELEKTRISCH ROLLEN: SEGWAY-WEINGARTENTOUR IN SPITZ/WACHAU




Text und Fotos: Michael Bernleitner

DAS ANDERE ZWEIRAD

Die – fast – mühelose Spazierfahrt durch einige der hervorragendsten Wachauer Rieden ist gleichzeitig eine wunderbare Einführung in die scheinbar schwerelose Welt des berühmten elektrischen Stehrollers


014_Wachau_Segway-Weingartentour_kl

Donaulände in Spitz.
Schnelleinführung in die ersten Weihen des Segwayfahrens: Aufsteigen, Absteigen, freihändiges Balancieren, Drehen des Fahrzeugs im Stand, vor, zurück, die ersten Kurven – das geht ja eh alles ganz super! Die Beherrschung des Segways scheint kein großes Mirakel zu sein. Zumindest am Asphalt. Der wundersame Segway ist so etwas wie ein Fahr-Roboter, der unseren Bewegungsablauf imitieren will, deswegen genügt die Gewichtsverlagerung nach vor und nach hinten, um zu beschleunigen und um Bremsvorgänge einzuleiten; das Kurvenfahren passiert durch Links-Rechts-Neigung des Lenkers ebenfalls sehr intuitiv. Die Gyrosensoren, die dem Segway zum ständigen Selbstbalancieren verhelfen, machen’s möglich.

So denkt man und ist’s mit sich auf dem Weg zum Jachthafen sehr zufrieden. Bis zur Abzweigung zum Klosterkeller und zum Hotel Mariandl, wo eine Wiese mit einer kleinen Böschung für den Anfänger plötzlich zum variantenreichen Offroad-Terrain wird. Denn die Bodenunebenheiten will der Segway nicht selbstständig austarieren. Da muss der Chauffeur mithelfen – und das erfordert ein bisschen Übung. Je mehr, desto besser. Die Böschung auf und ab, durch die Obstbäume kurven, ein Slalom durch das Baumspalier sollen für die darauf folgende Weingartentour fit machen.

Herr Thorsten Busch, Betreiber des Strandcafés und Inhaber des Spitzer Segway-Verleihs, hat eine Engelsgeduld und ist eine Seele von einem Mensch, wahrscheinlich ist er sogar ein guter Mensch: Er kann die Bewegungsabläufe und die notwendige Körperhaltung plastisch und anschaulich erklären, er hilft am Gerät mit und er führt oder stoppt es mit einer gekonnten Bewegung am Lenker, wenn es sich selbstständig machen will. Außerdem hat der Herr Busch immer die richtigen einfühlsamen und motivierenden Worte parat, besonders wenn man sich besonders patschert anstellt und wohlwollenden Zuspruch gar nicht verdient. Segwayfahren ist nicht allzu schwer und jeder wird’s erlernen – aber das Gelände ist manchmal schwer und es gibt immer genügend Möglichkeiten, einen Blödsinn einzubauen. Die vielen Youtube-Videos, auf denen sich entweder Tobsüchtige oder Unaufmerksame mit ihren Segways schwerstens herbirnen und sich in die Notaufname befördern, sind bekannt und beliebt.

006_Wachau_Segway-Weingartentour_kl
Ausgezeichneter Segway-Grundkurs
vor der ersten Ausfahrt
003_Wachau_Segway-Weingartentour_kl
Topwinzer Karl Lagler junior macht seine besten
Spitzer Rieden für den Segway zugänglich

Vorbei am Hotel Mariandl
und ins Mieslingtal hinein; nach einem kräftigen Knick links retour wird der Weg steil und auch ein bisschen geröllig. Oben beim berühmten Roten Tor öffnet sich der grandiose szenische Panoramablick auf Spitz und seine Weingärten, ins Donautal, auf den Tausendeimerberg und die Ruine Hinterhaus. Spätestens nach der Bergabfahrt vom Roten Tor hat man die Basics mit der geländegängigen x2-Version des Segway intus – hinunter geht’s sogar einfacher als bergauf, weil sich das Gerät beim Zurücklehnen perfekt austariert und nie zu viel Tempo aufnimmt.

Solange man nicht Spompernadel und Allotria treibt – Thorsten Busch musste bereits Teilnehmer aus der Gruppe rausnehmen, die den Helden markieren wollten. Auch diverse Abstürze in die Rieden gab es schon, bislang aber ohne Verletzungen – am allerwichtigsten ist es, rechtzeitig den Fuß von der Trittplatte zu nehmen, sollte sich der Segway einmal unbeabsichtigt verdrehen. Beim Abstecher auf den extrem steilen Tausendeimerberg zeigt sich, wie enorm kletterfähig der Stehroller ist. Die Fahrt mit dem x2 ist anspruchsvoll, aber nach der Einschulung durch den Segway-Tourguide kein echtes Problem. Manche der Rieden sind hier so steil, dass die Winzer bei der Weinlese mit der schweren Butte am Rücken auf allen Vieren hochklettern müssen.

009_Wachau_Segway-Weingartentour_kl
Strandcafetier Thorsten Busch (im Bild vorne)
führt die Segway-Ausflüge persönlich an
011_Wachau_Segway-Weingartentour_kl
Thorsten Busch kennt natürlich jeden
Fleck im riesigen Rebenlabyrinth

012_Wachau_Segway_Hr.ThorstenBusch_kl
Ausblick stromaufwärts
Richtung Ruine Hinterhaus
015_Wachau_Segway-Weingartentour_kl
Ganz oben am Tausendeimerberg. Die enorm
steile Auffahrt ist nach der Einschulung kein Problem

Die Segway-Weingartentour in Spitz führt vor allem durch die Rieden des Weinguts Lagler, eines der Wachauer Spitzenproduzenten – Karl Lagler junior war an der Ausarbeitung der Route maßgeblich beteiligt. Eine Weinverkostung direkt während der Tour baut Herr Thorsten Busch aus verständlichen Gründen nicht in die Runde ein. Freilich sind ein anschließender Besuch des Weinguts und ein paar Flaschen Smaragd vom Tausendeimerberg im Gepäck immer eine gute Erinnerung …


Die Kosten für eine zweistündige geführte Segway-Tour betragen 55 Euro pro Teilnehmer; die dreistündige Tour gibt’s um 65 Euro. Die Miet-Tarife fürs freie Fahren (nur für sehr geübte Fahrer) sind beispielsweise 47 Euro für zwei Stunden, Halbtagesmiete ist 90 Euro. Donaulände 7, 3620 Spitz, Tel.: 0676/670 47 76; www.segway-wachau.at. Laglers Weingut, Tel.: 02713/29 39; www.laglers.at


Diesen Bericht als E-Paper downloaden pdf




FINDE ICH GUT
Facebook! Mister-Wong! Twitter! Del.icio.us! StumbleUpon! Netscape! Google! Furl! Yahoo! Diigo! Technorati! Smarking! Netvouz! MySpace! Live! Joomla Free PHP