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LANDPARTIE 8

MIT DEM E-BIKE DURCHS AUSSEERLAND


Text & Fotos: M. Bernleitner

UNTER DEM LOSER

Wir fahren sommerfrisch und entspannt durch eine der wahrscheinlich schönsten Gegenden Österreichs


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Der Panoramablick ist atemberaubend
und entschädigt für jede Mühe und jede Anstrengung, die man sich bis zu diesem Punkt abgerungen hat. Unten die Trisselwand; in der Weite der weiße Zuckerguss des Dachsteingletschers; dazwischen der glatte, dunkle Spiegel des Altausseer Sees und ein riesiger grüner Teppich, durchsetzt von Waldflächen und Siedlungen mit diesen reizvollen großen und kleinen Häusern im Ausseer Stil. Gesegneter Platz.

Deswegen wurde auch die neun Kilometer lange Panoramastraße auf diesen eigenartig geformten Felsgupf gebaut, und deswegen können die Betreiber auch Maut für die Befahrung mit Motorfahrzeugen verlangen. Freilich ist es nicht jedermanns Sache, sich die Maut zu ersparen und mit einem Strampelfahrrad den 1838 Meter hohen Loser zu bezwingen. Hier kommt jetzt höchst elegant das Elektrofahrrad ins Spiel. Es bringt uns ganz ohne Blechkäfig, ohne Wanderstock oder ohne Motorradhelm und -verpackung in wunderbare Gegenden, die uns sonst vielleicht verschlossen geblieben wären.

Die Aussicht vom Loser ins Ausseerland, ganz hinten der Dachstein
Die Aussicht vom Loser ins Ausseer-
land, ganz hinten der Dachstein
Die morgendlichen Nebelschwaden verdünnisieren sich
Die morgendlichen Nebel-
schwaden verdünnisieren sich
Auf der Seewiesen-Route zur Stummeralm, wieder mit Dachsteinblick
Auf der Seewiesen-Route zur
Stummeralm, wieder mit Dachsteinblick
Herrliche Badeplätze am Ufer des Altausseer Sees
Herrliche Badeplätze am Ufer
des Altausseer Sees
Wer jetzt vielleicht glaubt, das geht ohne Treten, völlig ohne Anstrengung und ohne das kleinste Schweißtröpfchen, der irrt und soll den Loser befahren. Es geht jedoch ein bisschen leichter. Weil’s auch im Altweibersommer beim Anstieg auf den Loser heiß wird, sollte man sich möglichst früh auf den Weg machen. Am schönsten, wenn tief liegende Nebelschwaden über dem Altausseer See wabern und plötzlich durchsichtig werden. Bereits die kalte, klare, würzige Luft entlang des Augstbachs und der Presslwiese versprechen den perfekten Tag. Beim Schidorf an der Seilbahnstation biegen wir auf die Loserstraße ein. Waldpassagen wechseln mit almähnlichen Streckenabschnitten, es riecht nach Nadelwald, Heidelbeeren, Eierschwammerln und zwischendurch nach Kuhfladen.

Radler, Motorradler, auch Läufer, viele wollen auf die Loserhütte. Vor Kehre Zwei wird’s richtig steil, manche Fahrradfahrer versuchen bereits, sich durch das Fahren in Schlangenlinien die Strecke einzuebnen. Auch mit dem Elektrofahrrad bin ich schon in den steilen Gängen. Nach zwei Drittel der Strecke kommt links oben Helis Loserhütte in Sicht, und das Ziehen in den Oberschenkeln beginnt. Mehr Unterstützung bitte! Aber der Wählhebel reagiert nicht. Nach und nach komme ich dahinter, dass der der Elektrowurm, der bei einer ausgedehnten Regenfahrt in die Bedienungselemente gekrochen ist, noch immer drin ist und ich ständig mit dem allerniedrigsten Unterstützungsgrad fahren muss.

Die restliche Strecke erscheint somit gleich viel weiter. Das Oberschenkelziehen wird stärker. Man hört bereits Wortfetzen und Gläserklingen der gutgelaunten, per Auto oder Motorrad angereisten Wirtshausgäste, die auf den Terrassentischen die Aussicht und Helis Hüttenküche genießen. Na das wäre ein Empfang und ein Gegröle, wenn da einer mit dem Elektrofahrrad ankommt und vor dem kompletten Publikum auf den letzten Metern keuchend absteigen und schieben muss, das Weicheier. Da muss man durch. Der oben abschließende Almdudler samt Käsbrot und Sicht ins Ausseerland sind mehr als verdient.

Gerüst fürs Narzissenfest: Homer S. auf der Blaa-Alm
Gerüst fürs Narzissenfest:
Homer S. auf der Blaa-Alm
Für echte Fans: Riesenauflauf beim jährlichen Narzissenfest
Für echte Fans: Riesenauflauf
beim jährlichen Narzissenfest
Ausseerland und weite Teile des Salzkammerguts sind mittlerweile E-Bike-Region. An vielen Verleihstationen wie etwa dem Hotel Seevilla in Altaussee oder dem Lindner Hotel Wasnerin in Bad Aussee kann man robuste Swiss-Flyer-Pedelecs zu guten Preisen mieten; durch ein kleines Netz von Akku-Wechselstationen wie in den Salzwelten Altaussee oder der Hagan Lodge an der Einfahr zur Loser-Panoramastraße lässt sich der Aktionsradius erweitern. Der neu beschilderte Salzkammergut-Radweg ist über 345 Kilometer lang; es gibt Kartenmaterial in Hülle und Fülle; über die Ausseerland-Webseite kann man sich dutzende Tourenvorschläge in allen Schwierigkeitsgraden samt GPS-Daten downloaden. Die Infrastruktur ist dicht und die Einheimischen überbieten sich gegenüber dem radelnden Feriengast in Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit: „Griaß’di!“ schallt es dir bei einer Begegnung schon aus der Ferne entgegen.

Es gibt auch Offroad-Strecken mit leichter Schwierigkeit, für die man kein Bergmeister sein muss: Zum Beispiel die 14 Kilometer lange Seewiesen-Route zur Stummeralm, Dachsteinblick inklusive. Von Altaussee, dem „Dorf im Gebirge“ (© Hugo von Hofmannsthal), kann man sogar ein gutes Stück den Altausseer See entlang fahren und entdeckt hier ein alpines Badeparadies: Fast der gesamte südöstliche Teil des Seeufers wird von einem prächtigen Kiesstrand eingesäumt, direkt am Waldrand. Zurück im Luftkurort, kann man die hübschen Altausseer Häuser der Einheimischen und „Zweiheimischen“ (© Ernst Jandl) mit ihren unverwechselbaren Holzbalkonen und Erkern bewundern. Hier versteht man gut, dass diese Region der uralten Salzgewinnung bereits vor über hundert Jahren boomendes Tourismusgebiet war und die Meinungsbildner und Avantgardefiguren der Sommerfrische angelockt hat.

Was durchaus auch missgünstigen Personen ihren Kommentar entlockt hat: „Schriftsteller, Komponisten, Komödianten, dieses ganze Gesindel hat sich dort angekauft. Kaum haben die Leute Geld, kaufen sie sich diese alten scheußlichen Häuser, gehen in Dirndlkleidern herum und in Lederhosen und machen sich mit Fleischhauern und Holzhackern gemein“, schreibt der immer pointiert formulierende Dichter Thomas Bernhard. Er, der selber von den Vorschusshonoraren seines Verlegers ein altes Bauernhaus in Ohlsdorf bei Gmunden erwarb und diese trotz Aufforderung nie zurückzahlte.

An kulinarischen Verlockungen im Ausseerland gibt es bei weitem nicht nur die berühmte Kurcafé-Konditorei Lewandofsky im Kurhaus von Bad Aussee – „motomobil“-Tipps und Ausflugsvorschläge in unserem Infokasten. Wir fahren elektrisch wieder ein Stück bergauf, und zwar von der Wasnerin bei Bad Aussee an einen anderen Badesee: Der Sommersbergsee ist eine Naturoase, die von Wäldern und den Ausseer Bergenn kulissenhaft eingerahmt ist. Der kleine Moorsee liegt auf 856 Meter Seehöhe und ist trotzdem mit bis zu 26 Grad Wassertemperatur einer der wärmsten Badeseen im Salzkammergut. Sehr zu empfehlen zum Beispiel für eine Sommerfrische noch vor dem Sommer.

Balkonblick vom Lindner Hotel „Die Wasnerin“
Balkonblick vom
Hotel „Die Wasnerin“
Das ebenfalls empfehlenswerte Hotel Seevilla am Altausseer See unter dem Loser
Das ebenfalls empfehlenswerte Hotel See-
villa am Altausseer See unter dem Loser




triptipp

GUT WOHNEN & SCHLAFEN

Komfortable und stilvolle Unterkunft zu finden – ob in privaten „Fremdenzimmern“ oder in gut geführten Hotels – ist im Ausseerland nicht schwer. Zwei Tipps der „motomobil“-Redaktion: Das exquisite Hotel Seevilla in Altaussee befindet sich in begnadeter Lage direkt am Seeufer, hat Hallenbad sowie eigenen Badestrand und Badesteg. Geräumige Zimmer, fast alle davon mit tollem Blick auf den See oder auf den Loser. Je nach Saison und Aufenthaltsdauer beginnen die Preise pro Person im Doppelzimmer ab zirka 90 Euro; inkludiert sind Wellnessbereich, Frühstück, Nachmittags-Kuchenbuffet und mehrgängiges Abendmenü. Fischerndorf 60, 8992 Altaussee, Tel.: 03622/713 02; www.seevilla.at

Hotel WasnerinDas auf einem Hügelrücken über Bad Aussee gelegene Hotel & Spa – Die Wasnerin geht auf ein Gasthaus zurück, das seit dem 15. Jahrhundert als Labestation für Pferde, Kutscher und Fahrgäste diente. Bereits seit 1860 ist die Wasnerin beliebtes Sommerfrische-Ziel und einer der Leitbetriebe der Region. Die Zimmer im ursprünglichen Gebäude und im angefügten Neubau haben alle Panorama-Aussicht entweder auf den Loser oder auf den Dachstein. Das moderne Spa ist über 2000 Quadratmeter groß; großer Innenpool, Attraktion ist das beheizte, 160 Quadratmeter große Sole-Außenbecken, das auch im Winter geöffnet ist. Preise pro Person im Doppelzimmer je nach Saison ab zirka 95 Euro; inkludiert sind Spa-Benutzung, Frühstück, Jause und Gourmet-Abendmenü. Sommersbergseestraße 19, 8990 Bad Aussee, Tel.: 03622/521 08; www.diewasnerin.at

Erzherzog_JohannDas erste Haus am ersten Platz direkt in Bad Aussee ist das Spa Hotel Erzherzog Johann: Feinste Kulinarik (Gault-Millau-Haube, 42 Essenspunkte im Falstaff Restaurantguide) verbindet sich hier mit gediegenem Wohnkomfort; nach Abschluss der Zimmerrenovierungen sind besonders die elegant-gemütlichen Zirbenzimmer empfehlenswert. Großes Spa und Soleschwimmbad, für 2013 entsteht derzeit im neuen 5. Stock ein Skyspa mit Indoor- und Außenpool mit Blick über die Dächer von Bad Aussee. Das Hotel ist Mitglied von Mountain Bike Salzkammergut und vermietet als Movelo-Partner hochwertige Flyer-Elektrofahrräder. Preise pro Person im Doppelzimmer inklusive Halbpension ab 92 Euro, online kann man sich über verschiedene Saisonpakete informieren. Kurhausplatz 62, 8990 Bad Aussee, Tel.: 03622/525 07-0; www.erzherzogjohann.at


AUSSEERLAND & E-BIKES
Daniela Kogler und Gerhard Mansbart (die Direktion der Wasnerin in Bad Aussee) freuen sich über die neuen PedelecsDas Ausseerland gehört zur Movelo-Region Salzkammergut, das heißt, die Schweizer Elektroräder der Marke Flyer sind flächendeckend zu mieten (auch in den „motomobil“-Hoteltipps Seevilla und Wasnerin). Derzeit gibt es im Ausseerland acht E-Bike-Verleihstationen und zwei Akku-Wechselstationen (Stand Herbst 2011); Infos unter www.movelo.com und www.ausseerland.at








HANDWERK & PRODUZENTEN
031_Ausseerland_Landpartie8_klChristian Raich in Bad Aussee ist die erste Adresse für die echte, handgefertigte Ausseer Lederhose und das original Ausseer Dirndl. Die traditionelle Familienwerkstatt wurde 1991 vom Großvater an den Enkel übergeben; Altausseerstraße 59, 8990 Bad Aussee, Tel.: 03622/522 60.

Zaisenberger Schuhe:
Seit 1962 spezialisiert sich der Familienbetrieb auf die Herstellung zwie- oder rahmengenähter klassischer Herrenschuhe, besonders verschiedener Varianten von Haferlschuhen. Werkstätte in 8984 Pichl-Kainisch, Pichl 40; Geschäftslokal in 8990 Bad Aussee, Bahnhofstraße 132


GUT ESSEN & GUT TRINKEN
032_Ausseerland_Landpartie8_klDer kleine Familienbetrieb Restaurant Post am See/Grundlsee ist das beste Restaurant der Gegend, Zweihauben-Koch Robert Hocker leitet die Küche auf höchstem Niveau. Brauhof 94, 8993 Grundlsee, Tel.: 03622/201 04; www.postamsee.com. Auf der Knödl-Alm gibt’s Knödel in allen Variationen, Köstlichkeiten vom eigenen Bio-Bauernhof und feine Tropfen aus der Spezialitätenbrennerei. Und: selbstgemachtes Zirbenkracherl! Knoppen 3, 8984 Pichl-Kainisch, Tel.: 03624/211 32; www.urig.at. Auf der Blaa-Alm bereitet man Wild- und Fischspezialitäten aus hauseigener Jagd und eigenen Gewässern zu, Tel.: 03622/711 02; www.blaa-alm.at. Ausseer Lebkuchen am besten in der Lebzelterei Hugo Rubenbauer, Pötschenstraße 146, 8990 Bad Aussee, Tel. 03622/529 43; www.lebkuchen.at. Und unbedingt vor dem Essen nach dem Ausseerland Seesaibling fragen, zum Beispiel in der immer gut besuchten Fischerhütte am Toplitzsee; Tel.: 03622/82 96; www.toplitzsee.at


INFOS & WWW
AusseerlandRad- und Wanderkarten, Informationen über Feste und Veranstaltungen und Zimmernachweis gibt es vom Tourismusverband Ausseerland, Bahnhofstraße 132, 8990 Bad Aussee, Tel.: 03622/540 40-0; www.ausseerland.at








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