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E-BIKE-REISE

DIE KVARNER BUCHT

Text & Fotos: M. Bernleitner
 

URLAUB WIE FRÜHER

Am Mittelmeer und doch fast wie zuhause? Noch dazu mit einem Puch-E-Bike? Man könnte sich sehr schnell daran gewöhnen


016 Kvarner E-Bike-Reise kl
 
 

Bereits die Anfahrt auf Opatija
– und damit auf die Kvarner Bucht – ist jedesmal ein Erlebnis. Innerhalb weniger Kilometer kann die Temperatur von kühl (oder gar kalt) auf mild ansteigen; die Luft wird mild und weich, dennoch ist sie würzig und weht den Geruch von Meer, Pinien, anderen mediterranen und sogar subtropischen Pflanzen von der Küste und von der Inselwelt herüber. Das alte Abbazia, so nannte man Opatija damals, galt Ende des 19. Jahrhunderts nicht umsonst als die k. u. k. Riviera. Abbazia entstand fast aus dem Nichts heraus – beziehungsweise einer Abtei („Opatija“) – als reine Touristenmetropole: Die Gesellschaft, die es sich leisten konnte, verbrachte hier in bekömmlichem Klima unter ihresgleichen und samt Entourage die langen Wintermonate, die in Mitteleuropa manchmal ein bisschen das Wohlbefinden strapazieren.

Ganz klar, dass mit Geld und Adel das Künstlervolk mitreist, und so gab es hier immer auch reges kulturelles Treiben – die bekanntesten Komponisten, Literaten, Maler, Sänger und Schauspieler der Zeit gaben sich die Klinke in die Hand oder wurden sesshaft. Die zahlreichen verfallenen und mittlerweile oft sehr aufwändig renovierten Prachtvillen lassen den Glanz der Zeit – oder zumindest den Glanz der elitären Gesellschaftskreise – erahnen; die Architektur ist ein gefälliger Mix aus Schönbrunn, Semmering und Ausseerland.

021 Kvarner E-Bike-Reise kl
Zwischenstopp im pittoresken Fischerhafen
Volosko am Rand von Opatija
049 Opatija kl
Im Café Wagner unbedingt
die Karamelltorte bestellen!
 
050 Opatija kl
Geschäftiges Stadtzentrum
von Opatija
053 Opatija kl
Auch ein Operettenhaus
gibt’s in Opatija
 
Nach dem jugoslawischen Homeland War ist Opatija sehr rasch wieder zum Touristenmagnet geworden. Und, was während der Zeit des Sozialismus fast vollständig gefehlt hat: Die Stadt strahlt wieder Stil und Würde aus. Am zwölf Kilometer langen Lungomare, der Uferpromenade zwischen Volosko und Lovran, kann man genussvoll ganz ohne adeliges Getue lustwandeln und kommt auf dem abwechslungsreichen Weg oft aus dem Staunen nicht heraus. Will man es kompakt und komprimiert, dann spaziert man die knappe halbe Stunde von der ehemaligen Villa Neptun zum idyllischen Fischerdorf Volosko und gönnt sich dort einen kühlen Schluck als Aperitif. Rund um die kleine Marina hat sich verschiedenste Gastronomie angesammelt, von der Pizzabude bis zum Haubenlokal und Jeunes-Restaurateurs-Betrieben. Man genießt den Sonnenuntergang bei gutem kroatischem Bier auf den noch warmen Steinen am Kai. Ein schöner Weg, den Kvarner zu begrüßen.

Aus der geschichtsträchtigen Villa Neptun, optisch dem Schloss Miramare bei Triest sehr ähnlich, wurde das feine, unter österreichischer Leitung stehende Hotelresort Miramar, das heuer sein zehnjähriges Jubiläum feiert. Auch wenn es mondänere Fünfstern-Hotels in Opatija gibt, das Miramar ist eine der ersten Empfehlungen für einen guten Kvarner-Aufenthalt: Wahrscheinlich ist es genau diese Mischung aus Österreich und Mittelmeer, die ankommt und das Haus fast immer ausgebucht sein lässt. Miramar-Küchenchef Arthur Berger war früher Haubenkoch im Salzburgerhof/Zell am See, er kreiert subtile Gerichte mit den besten kroatischen Produkten und er weiß genau, was seine Gäste so wollen: Das Abendmenü bei Sonnenuntergang, also nicht zu spät; ein bisschen schönen Fisch, aber nicht gleich die ganze Adria; Anklänge aus der k.-u.-k.-Mehlspeisküche in Zusammenspiel mit hervorragenden Kvarner Saisonfrüchten; die Weinkarte hat das Beste aus Istrien, Dalmatien, Slawonien und Österreich.

037 Lungomare kl
Die vielen Badehütten am Lungomare
wurden in nachhaltiger Bauweise errichtet
043 Lungomare kl
Immer wieder kleine
Hafenbecken am Lungomare
 
Weil man in Opatija so gut wie alles zu Fuß erledigen kann, ist das E-Biken hier fast so etwas wie eine Luxusangelegenheit. Ein Ausflug durch kleine Gassen ins erwähnte Fischerdörfchen Volosko ist stimmungsvoll – in seinem Element fühlt sich das Puch-Kraftlackl-Pedelec aber an den steilen Hängen des Gebirgszuges Učka, der die Region Kvarner und die k. u. k. Riviera vom istrischen Hinterland abschirmt. Hier gibt es größere Herausforderungen – eigentlich alles, was das E-Mountainbikerherz begehrt, und der Panasonic-Hinterradantrieb im Kraftlackl darf zeigen, was in ihm steckt. Wir finden anspruchsvolle Trails, dann wieder entspannte Passagen über Feldwege und Karst. Man genießt schattige Fahrten im Wald, oft eröffnet sich aber ein dramatischer Ausblick, entweder aufs Meer oder in die hügelige Landschaft Istriens.