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ROLLER-TEST

HONDA SH125i 5. GEN.


Text: Redaktion
Fotos: Zep Gori, Francesc Montero, Ula Serra (9), Motomobil (2)

DR. MÖBIUS LEBT

Die neueste Generation des meistverkauften europäischen Zweirads geht kein Risiko ein: Gutes bleibt und wird noch ein bisschen besser


Honda SH125i 2017
 


Oft kopiert und doch nie erreicht: Man findet preisgünstigere Epigonen mit 16-Zoll-Bereifung, und doch gibt in den europäischen Roller-Zulassungsstatistiken die Honda-SH-Familie unangefochten den Ton an. Im Scooterparadies Italien belegen 125er, 150er und 300er sogar schon seit Jahren unangefochten die ersten drei Plätze der gesamten Motorradverkäufe. Das kommt nicht von ungefähr, Honda scheint mit dieser Baureihe so einiges richtig zu machen.

Wenn eine Zweiradfabrik solche Kronjuwelen im Portefeuille hat, dann werden sie nicht radikal erneuert, sondern sorgfältig poliert und herausgeputzt. Die seit 2001 regelmäßig alle vier Jahre stattfindende Modellpflege beim Achtelliter-SH ist somit durchaus eine heikle Mission und, rückwirkend betrachtet, extrem erfolgreich: ständige Verfeinerung der beliebten Qualitäten, zudem wirkt jede neue Version eine Nuance eleganter und jugendlicher.

Seit 2013 ist der moderne eSP-Viertakt-Einzylinder mit Start-Stopp-Automatik im Einsatz. Daher ist das – bekannt ausgewogene und geschmeidige – Fahrgefühl auf dem 2017er-Modell natürlich keine Überraschung oder gar Revolution. Die Ansaugbox wurde strömungstechnisch verbessert, mit der Anpassung an die Euro-4-Abgasnorm geht sogar eine kleine Leistungssteigerung einher: Die fünfte Generation des Achtelliter-SHi legt von 8,7 kW (11,8 PS) auf 9 kW (12 PS) zu, bei minimal erhöhter Nenndrehzahl von 8500/min. Das Drehoment steigt von 11 auf 11,5 Newtonmeter.

Honda SH125i 2017
Besonders im Cityverkehr fühlt sich der
Achtelliter-SH wie der Fisch im Wasser
Honda SH125i 2017
Sehr geräumige Platzverhältnisse
auf der Sitzbank und im Fußraum
 

Der Motor macht sowohl beim Ampelstart als auch quer durch alle Tempobereiche einen fröhlichen und agilen, wohlwollend ausgedrückt sogar souveränen Eindruck. Als Höchstgeschwindigkeit konnten wir mit gebücktem Oberkörper und einigem Anlauf beachtliche 116 km/h am Tacho vermerken, ein echter Hunderter sollte also fast immer drin sein. Der kleine Bordcomputer zeigt jetzt sowohl Durchschnitts- als auch Momentanverbrauch an – und wie bei allen anderen Daten besitzt gerade Honda auch hier hohe Glaubwürdigkeit: Mit 2,7 Litern pro hundert Kilometer auf den ersten Stadt- und Vollgas-Landstraßentestfahrten hat das neue Modell einen günstigen Verbrauch wie erwartet. Damit ist der 7,5-Liter-Tank mehr als ausreichend. Vollkommen unauffällig, angenehm und problemlos – und auch das nimmt man bereits als Selbstverständlichkeit – arbeitet die feine Start-Stopp-Automatik, die nach Erreichen der Betriebstemperatur den Motor an der Ampel nach drei Sekunden abstellt und bei der kleinsten Bewegung am Gasgriff wieder aktiviert.

Der seit 2009 für die SH-Linienführung zuständige römische Designer Valerio Aiello erzählt uns bei der Präsentation, dass er sich bei der Gestaltung des neuen Modells stark von der weltberühmten erstaunlichen Möbiusschleife inspirieren ließ: Beim Möbiusband gibt es bekanntlich weder oben und unten noch innen und außen, es gibt nur eine Oberfläche und eine Kante. Startet man auf einer Seite der Schleife, befindet man sich nach einer Runde plötzlich auf der anderen. In der Tat erinnert der SH125i an grafische Tricks, für die der Möbiusring immer wieder gerne herangezogen wird.

Gut, dass es beim Honda SHi sehr wohl ein Oben und ein Unten gibt. Nüchtern betrachtet, gibt es beim 2017er einen deutlich höheren Anteil von lackierten beziehungsweise farbigen Karosserieflächen, die fließend und elegant ineinander übergehen. Durch die komplette Umstellung auf strom- und somit auch spritsparenden LED-Leuchtmittel wird das Design unterstrichen, das die modelltypischen Linien weiter verfeinert. Die neuen Felgen wirken filigraner und edler. Die reichlich große, sanft und angenehm gestufte Sitzbank hat nun zwei verschieden ausgeführte Oberflächen; die Stöße sind zwiefach vernäht. Und die Fans von Verarbeitungsqualität werden feststellen, dass die Spaltmaße bei den Karosserieteilen geringer sind.

Honda SH125i 2017
Die Umstellung auf LED-Beleuchtung
ist im neuen Modell jetzt vollständig
Honda SH125i 2017
Das analog-digitale Cockpit im typischen SH-Design
zeigt nun auch den Momentanverbrauch an
 
Honda SH125i 2017
Komfortabel und praktisch wie gewohnt: ebene
Trittfläche, darüber ein stabiler Gepäckhaken
Honda SH125i 2017
Neu platzierte Ansaugbox sowie ein
dezentes Plus bei Leistung und Drehmoment
 
 
Die Ausstattung ist mit einer 12-Volt-Steckdose im etwas vergrößerten, nicht versperrbaren Handschuhfach in der linken Frontschürze aufgewertet. Außerdem mit dem Smart-Key-System, das nach SH300i und RC213V-S hier erst zum dritten Mal bei Honda zum Einsatz kommt. Als Rollerfahrer hat man bis jetzt sehr gut ohne Verzärtelungen das Auslangen gefunden – aber man gewöhnt sich so schnell an den neuen Komfort, dass man ihn schon nach den ersten Ausfahrten nicht mehr missen will. Hat man den Masterswitch im Hosensack oder in der Jacke, ist der Drehschalter für Zündung und Lenkerverriegelung ohne Schlüssel zu bedienen, außerdem öffnen Sitzbank- und Tankverriegelung auf Knopfdruck. Auf dicht verparkten Abstellplätzen kann man „seinen SHi“ aufrufen und durch Blinksignale erkennen.

In Österreich kommt der SH125i wie gewohnt mit serienmäßigem, in Karosseriefarbe lackiertem 35-Liter-Topcase. In den Sitzbankstauraum passt ein Integralhelm, sofern er nicht mit Spoilern, Lufthutzen und Lippen bewehrt ist; außerdem gibt es zwei Helmhaken neben der Sitzbank; der Gepäckhaken im Fußraum ist stabil ausgeführt und in praxisgerechter Höhe angebracht. Seiten- als auch Hauptständer gehören bei einem Premiumscooter dieser Preisklasse dazu. Für den Ganzjahres- oder Wintereinsatz gibt es im Originalzubehör einen hohen Windschirm mit integrierten Handschützern.

Honda SH125i 2017
12-Volt-Outlet im etwas vergrößerten
Handschuhfach; praktisches Smartkey-System
Honda SH125i 2017
Großradroller mit Stauraum: Die meisten handelsüblichen Vollvisierhelme finden unter der Sitzbank Obhut
 
Valerio Aiello
Designer Valerio Aiello vom italienischen Honda R&D
ist für die verfeinerte SH-Linienführung verantwortlich
Honda SH Line-up
Historische Versammlung: Im kompletten SH-Line-up
treffen sich alle 50er- und 125er-Modelle seit 1984
 
 
Zu den beliebten Eigenschaften der Gattung „Großradroller“ gehört es im Idealfall, dass Straßenlage und Manövrierfähigkeit völlig unkompliziert und problemlos sind. Die SH-Serie ist noch immer das Vorbild: Draufsetzen, wohlfühlen – das Layout von Lenker, Sitzbank und Trittbrett passt für so gut wie alle Körpermaße. Personen mit Einmeterundneunzig bringen die Knie locker hinter die Frontschürze, und trotz der optisch schlanken Silhouette ist der Wind- und Regenschutz für die Beine außergewöhnlich gut.

Als Erstbereifung kommen ausschließlich Michelin City Grip zur Auslieferung. Honda will das Dämpfungsverhalten der hinteren Stereo-Federbeine ein bisschen Richtung Komfort verfeinert haben: Dem ersten Eindruck nach mag das sein, aber da muss man im Vergleich zum Vorgängermodell schon das Gras wachsen hören. Betätigt man lediglich die Hinterradbremse, fällt einem die relativ hohe nötige Handkraft und der daraufhin früh einsetzende ABS-Regelbereich auf. Gemeinsam mit der hervorragend abgestimmten Vorderradbremse sind jedoch enorme Verzögerungen möglich, bei sehr hoher Fahrstabilität.

Die elegante Möbiusschleife stellt den Honda SH125i nicht auf den Kopf: Der Feinschliff ist gelungen, alles wirkt noch ein bisschen qualitätvoller und kompletter. Der Österreich-Einführungspreis ist 3290 Euro, und neben dem hohen Praxiswert darf man durch die Langlebigkeit der SH-Serie auch mit erfreulichem Werterhalt rechnen.
 



TECHNISCHE DATEN: HONDA SH125i (Mod. 2017)
MOTOR 1-Zyl.-4-Takt, flüssig gekühlt, SOHC, 2 Ventile, EFI
HUBRAUM 125 ccm 
LEISTUNG 9 kW (12,2 PS) bei 8500/min
DREHMOMENT 11,5 Nm bei 7000/min 
GETRIEBE automat. Kupplung, stufenlose Variomatik
FAHRWERK Stahlrohrrahmen, Triebsatzschwinge 
AUFHÄNGUNG vo/hi Telegabel 33 mm, Stereofederbeine
RADSTAND 1340 mm
FEDERWEG vo/hi 89/83 mm 
BEREIFUNG vo/hi Michelin City Grip 100/80-16, 120/80-16
BREMSEN vo/hi Scheibe 240 mm/Scheibe 240 mm, ABS
SITZHÖHE 799 mm
TANKINHALT 7,5 l
GEWICHT (vollgetankt) 137 kg inkl. ABS 
HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT ca. 100 km/h
TESTVERBRAUCH 2,7 l/100 km
PREIS (Aktionspreis 2017) € 3290,– (SH150i: € 3590,–)
VERTRIEB/INFO www.honda.at

































Honda SH125i


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