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ROLLER-TEST

VESPA GTS 250 i.e.

Text & Fotos: M. Bernleitner
 

DOLCE VITA FÜR ARME?

Die neue Viertelliter-GTS als Beschützerin unserer Brieftaschen. Mit den „motomobil“-Zubehörtipps für eine sparsame Lebenshaltung


Vespa GTS 250
 
 
 
Auch wenn sich die Vespa GTS 300 zum „Aktionspreis“ von 6399 Euro noch immer verkauft wie „geschnitten Brot“, so weiß gerade der Piaggio-Konzern mit seinen gigantischen Stückzahlen ganz genau, dass die Fahrzeugpreise nicht ins Unendliche steigen dürfen und irgendwie in Korrelation zu den verfügbaren Haushaltseinkommen stehen sollten. Der durchschnittlich-mediane europäische Arbeitnehmer – soferne er noch Arbeit hat – steht ja derzeit nicht gerade im Ruf, von Jahr zu Jahr reicher zu werden.

Sparsam sein und trotzdem einen Luxusroller? Ja. Nach dem recht umfassenden Facelifting der GTS 300 im Sommer 2014 wird heuer die bereits 2008 abgedankte Vespa GTS 250 überraschend wieder aufgelegt – zum attraktiven Preis von 4999 Euro. Und zwar mit allen 2014er-Verfeinerungen der 300er: LED-Tagfahrlicht; USB-Stecker im Handschuhfach; Vorbereitung für die Piaggio-eigene Multimedia-Plattform; dem neuen analog-digitalen Tacho; der komfortablen Sitzbank; etwas vergrößertem Gepäckraum; dem neuen Design der Kaskade, die jetzt „Krawatte“ heißt. Vor allem aber mit der verfeinerten neuen Vorderradaufhängung, die (so wie bei Vespa Sprint und Vespa Primavera) ein besseres Wegfiltern von Bodenunebenheiten bringt. Lediglich das neue ABS ist nicht mit an Bord – dafür erspart man sich wie erwähnt den hübschen Batzen von 1400 Euro und bekommt die prestigeträchtige fesche Blechkarosserie.

Vespa GTS 250
Das überarbeitete Cockpit lehnt sich an die
frischen Sprint- und Primavera-Modelle an
Vespa GTS 250
Die neue Vorderradaufhängung hat
weniger interne Reibung
 

Die Abstriche, die man wegen des kleineren Motors zu machen hat, sind winzig. Denn der tatsächliche Hubraumunterschied ist nur der von 278 zu 244 Kubikzentimetern: Das heißt eine Leistung von 15,7 kW (21,4 PS) bei 8500 Umdrehungen statt 15,8 kW (21,5 PS) bei 7500 Touren; weiters ein etwas kleineres Drehmoment von 19,9 Newtonmetern bei 6750 statt 22,3 Newtonmetern bei 5000 Umdrehungen. Der Motoreindruck der 300er ist ein bisschen bauchiger, doch unterm Strich sind die Fahrleistungen nahezu gleich – auch die GTS 250 sticht beim Ampelstart.

Der komplette Test der 300er kann in „motomobil“-Folge 016 oder auf www.motomobil.at nachgelesen werden – die Beurteilung der GTS 250 sieht nicht viel anders aus. Die ganz neue Vespa GTS 300 Touring ABS („Aktionspreis“ 6599 Euro) traf im Juli 2015 in Österreich ein. In diesem GTS-250-Bericht wollen wir uns vor allem darum kümmern, die „Schnäppchen-Vespa“ mit sparsamen Mitteln reise- und shoppingfit zu machen …

Weil das Topcase aus dem Original-Vespazubehör ja alles andere als eine designerische Glanzleistung ist und eher bieder bis pummelig wirkt, waren wir in den vergangenen Jahren starke Verfechter der klassischen preisgünstigen „Baumax-Topbox“, also der simplen Befestigung einer schmucklosen 35-Euro-Plastikkiste mit Schnellspannern am Original-Gepäckträger – wirkt Wunder beim Transport von sperrigen Gegenständen oder größeren Lebensmitteleinkäufen. Der Nebeneffekt: Bei selbsternannten Ästheten oder Vespa-Händlern haben wir damit entrüstetes Kopfschütteln geerntet und uns dabei in den Ärmel gelacht.

Vespa GTS 250
Der solide Chrom-
Gepäckträger hinten ist
übrigens serienmäßig
Mit der Zeit und zunehmendem Wohlstand wird man feinsinniger. Bei der rührigen Korbwarenfirma Drabek in der Wiener Kreuzgasse bestellen wir die Spezialanfertigung einer Topbox aus Weidengeflecht, deren lange Seite genau der GTS-Lenkerbreite entspricht. Kostenpunkt: schlanke und ehrliche 70 Euro, plus einem Kleinsortiment farblich passender Kabelbinder von Obi. Mit herkömmlichen Möbelpflegemitteln lässt sich der Korb vor Umwelteinflüssen schützen, außerdem benötigt das Weidengeflecht immer einen gewissen Grad an Feuchtigkeit, um nicht spröde zu werden. Ein paar Fahrten im Regen schaden also keineswegs, wie uns der Herr Drabek versichert.

Die Höchstgeschwindigkeit der GTS 250 sinkt mit montierter Weidenkorb-Topbox von 122 auf 119 km/h; der Durchschnittsverbrauch steigt minimal von 3,4 auf 3,5 Liter pro hundert Kilometer.

Der Sitzbank-Gepäckraum der GTS-Baureihe ist seit der Überarbeitung 2014 ein bisschen größer: Ein Integralhelm passte vorher nicht hinein, jetzt passt ein Integralhelm nur mehr ganz knapp nicht hinein. Das nutzbare Volumen des Gepäckfachs in der Vorderschürze ist übrigens bei den neuen GTS-Vespas durch den USB-Anschluss und geänderte Elektronikbauteile merklich geringer als bei den „alten“ GTS. Für den Transport der persönlichen Gegenstände greifen wir zur ganz neuen Fußraumtasche des jungen deutschen Start-up-Unternehmens Sea’n’Sand, die es maßgefertigt für die GTS- und die PX-Serie gibt. Der hochwertig aus Cordura produzierte T-Bag kostet 199 Euro und ist extrem zweckmäßig und durchdacht.
 

Der 28-Liter-Stauraum ist von oben sehr gut und ausgewogen befüllbar. Gemeinsam mit dem Sitzbank-Gepäckraum hat man genügend Platz für Leibwäsche und Schöngewand für eine gut einwöchige Urlaubstour. Wir finden ein sorgfältig genähtes Innenfutter, ein eingebautes Brillenetui mit Klettverschluss und ein Außenfach für griffbereite Kleinteile; die Reißverschlüsse sind in wasserdichter Ausführung. Es gibt auch eine schlaue Rucksackfunktion, wobei man die gepolsterten Tragegurte bei ihrem Nichtgebrauch in ein Fach mit Klettverschluss verschwinden lassen kann.

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Die Einkaufskapazität der GTS erhöht sich
mit der „Öko-Topbox“ um ein Vielfaches
Vespa GTS 250
Zur Belohnung darf die 250er beim Wachau-Ausflug
auf den Seiberer, zum berühmten „Grasser-Marterl“
 

Gegen seitliches Verrutschen ist die Fußraumtasche gleich an vier Punkten gesichert: durch den serienmäßigen Vespa-Gepäckhaken; durch einen Gurt, der hinter das Scharnier der Sitzbanknase gelegt wird; und vor allem durch zwei spezielle mitgelieferte LOXX-Schrauben, die anstelle der Befestigungsschrauben der beiden Inspektionsdeckel im GTS-Vorbau eingesetzt werden. Dafür benötigt man einen Torx-Schraubendreher T25, einen Neun-Millimeter-Ring- oder Gabelschlüssel und höchstens ein paar Minuten Zeit, auch wenn man zwei linke Hände hat.

Trotz der größten Breite von 39 Zentimetern lassen sich die Füße gut auf den GTS-Trittbrettern abstellen. Lediglich die Spannriemen der beiden Rucksack-Schultergurte sollten noch bewusst verstaut werden, damit sie sich bei höheren Tempi nicht selbstständig machen und den Schienbeinen eine fröhlich-flatternde Massage verabreichen. Die Vespa-Sitzbank lässt sich – zum Beispiel zum Tanken – auch bei montierter Fußraumtasche aufklappen.

Test-Fazit der „motomobil“-Redaktion: Auf Anhieb ein gelungenes, komfortables und ausgereiftes Produkt, das in dieser Form noch nicht da war und die Transportkapazität von herkömmlichen Tunneltaschen bei weitem übertrifft. Nicht zum Schleuderpreis, aber durch die hochprofessionelle Machart jeden Cent wert – es wäre eine Überraschung, wenn der T-Bag von Sea’n’Sand nicht zahlreiche Fans unter den GTS-Fahrern findet.

Was übrigens ganz genau auch für die neue GTS 250 gilt.


SO WIRD DIE GTS ZUM ECHTEN TRANSPORTFAHRZEUG

Da braucht man kein Auto mehr: Mit geringen Mitteln können die Behältnisse stabil befestigt werden, das Gepäckvolumen der Vespa wird um ein Vielfaches vergrößert

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TECHNISCHE DATEN: VESPA GTS 250 i.e.
MOTOR 1-Zyl.-4-Takt, flüssig gekühlt, SOHC, 4 Ventile, EFI
HUBRAUM 244 ccm
LEISTUNG 15,7 kW (21,4 PS) bei 8500/min 
DREHMOMENT 19,9 Nm bei 6750/min 
GETRIEBE autom. Kupplung, stufenlose Variomatik 
FAHRWERK selbsttragende Stahlblechkarosserie 
AUFHÄNGUNG vo/hi Triebsatzschwinge/Stereofederbeine 
RADSTAND 1370 mm 
FEDERWEG vo/hi 86/101 mm 
BEREIFUNG vo/hi Michelin City Grip 120/70-12, 130/70-12 
BREMSEN vo/hi Scheibe 220 mm/Scheibe 220 mm 
SITZHÖHE 790 mm 
TANKINHALT 9,5 l 
GEWICHT (fahrfertig) 158 kg 
SPITZE ca. 120 km/h 
TESTVERBRAUCH 3,4 l/100 km 
PREIS € 4999,– 
VERTRIEB/INFO www.vespa.at 



































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