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ROLLER-TEST

PEUGEOT SATELIS II 400


Text: Redaktion
Fotos: Michael Bernleitner
 
 

ROLLFÄHRE

Hier dürfen wir Chauffeur und Passagier gleichzeitig sein


005  PeugeotSatelis2 400 kl
 
 

Mit dem Grandseigneur
der Maxiroller, dem Suzuki Burgman 400, den jüngeren Kymco Xciting 400, SYM Maxsym 400 und Yamaha X-Max 400 sowie mit dem ganz frischen Peugeot Satelis 400 ist die 400er-Klasse zwar nicht extrem dicht besetzt, aber die meisten der Rollerfabriken sind vertreten. Der Honda SW-T400 ist seit einiger Zeit nicht mehr im Programm, dafür gibt es mit dem Peugeot Metropolis 400 auch einen Vertreter der Dreirad-Schwenker. Und der neue Motor des Metropolis ist jetzt der Grund dafür, dass es den Satelis der zweiten Generation nun auch mit 400 statt wie bisher lediglich mit 125 und 300 Kubik Hubraum gibt.

Was kann die 400er-Kategorie, gibt’s eine treffende Charakterisierung? Die Modelle sind – je nach Baukastensystem – kaum größer und schwerer als viele Scooter in der beliebten 300-Kubik-Mittelklasse. Allerdings ist ihre Motorleistung mit bis zu 7,5 kW (10 PS) Mehrleistung um mindestens eine Schuhnummer größer. Nur der besonders opulent und hochwertig ausgestattete SYM Maxsym 400 hat die gleiche Karosserie wie sein 600 Kubik-Schwestermodell, das erinnert an das frühere Verhältnis von Honda SW-T400 zu SW-T600. Die 400er haben jedenfalls volle Touren- und Reisetauglichkeit, ohne in der City so derart dick aufzutragen wie die noch schwereren 600er- und 650er-Maxis. Und das zu gut fünf Tausendern kleinerem Kaufpreis, obwohl es ein breites Spektrum von Komfort- oder sogar Luxus-Features gibt. Spricht hier so etwas wie die Stimme der Vernunft, die zu einem 400er rät? Und auch wenn man gar nicht vernünftig sein will, so gibt es gute Gründe, sich die Sache näher anzusehen.

Mit seinem Kaufpreis von 6599 Euro ist der Satelis 400 nicht der billigste im Konkurrenzvergleich, dafür ist er mit 27,4 kW (37,2 PS) bei 7250 Touren der stärkste unter den 400ern. Das erlaubt ihm eine komfortable Spitze von knapp 150 km/h, damit ist man auf der Autobahn bei weitem nicht der Langsamste. Die Tachonadel ist dabei einigermaßen ehrlich und zeigt 158 Stundenkilometer. Und obwohl 213 Kilo trocken alles andere als federgewichtig sind, so wirkt die Beschleunigung aus dem Stand leichtfüßig, bis in die Gegend des Autobahnrichttempos könnte man sogar druckvoll dazu  sagen. Der Auspuffklang des SOHC-Vierventilers ist kernig-gehaltvoll und man vermeint den gehobenen Hubraum herauszuhören, aber es gibt keine spürbaren Vibrationen oder gar Ruppigkeit. Der „motomobil“-Testverbrauch liegt bei 4,5 Liter pro hundert Kilometer und somit im klassenüblichen Rahmen.

Insgesamt passt der neue Peugeot-Antrieb (im dreirädrigen Metropolis muss er sogar 265 Kilo Trockengewicht stemmen) bestens zur stattlichen Erscheinung des Satelis. Die Karosserie wirkt elegant und ist großzügig dimensioniert – sie würde auch einem Halbliter-Scooter gut anstehen. Dementsprechend geräumig sind die Platzverhältnisse: reichlich Raum für Knie und Füße, auch in verschiedenen Positionen; sogar sehr groß gewachsene Personen sitzen äußerst komfortabel, auch wenn die Abstufung ein weiteres Nach-hinten-rutschen auf der Sitzbank verhindert. Beim Wind- und Wetterschutz schließlich gibt es keine Verbesserungswünsche.

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Im Cockpit fehlt
es an nichts
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Die Bremsanlage würde noch
mehr Leistung und Gewicht vertragen
 
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Das ist das komfortabelste
Handschuhfach in der Rollerwelt
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Ungewohnter, aber
praktischer Zugang
 

Lackierung und die Chrom-Applikationen wirken hochwertig – dann folgt ein kleiner Wermutstropfen, der nicht so einfach hinuntergeschluckt werden kann: Die Kunststoffoberflächen im (mit Bordcomputer sehr üppig ausgestatteten) Cockpit und einige Plastikdetails wie Klappscharniere erscheinen, sagen wir einmal, eher „produktionskostenoptimiert“, um bei der diplomatischen Wortwahl zu bleiben. Wenn etwa ein Standard-Bauteil wie der Verschluss des zentral im Tunnel liegenden 13,5-Liter-Tanks so simpel wie ein PET-Flaschen-Drehverschluss konstruiert ist und sich dann schwer drehen lässt, so gibt’s Spielraum für Verbesserungen.

Merkwürdig, denn bei der sonstigen Ausstattung des Satelis lässt sich Peugeot nicht lumpen und ist sogar großzügig– einige durchdachte Feinheiten gibt es nur hier: Der Sicherheits-Seitenständer stellt nicht den Motor ab, sondern begrenzt die Leerlaufdrehzahl und verhindert so ein versehentliches Wegfahren. Nach dem Motorabstellen und Zündschlüsselabziehen bleiben die LED-Begrenzungs- und -Rücklichter für 30 Sekunden an und weisen in der Dunkelheit den Weg. Auch bei der Gepäckraumbeleuchtung gibt es eine Besonderheit – ist die Heckklappe offen, schaltet sich das Licht nach fünf Minuten automatisch ab, was ein ungewünschtes Entladen der Batterie wirkungsvoll verhindert. Das 12-Volt-Outlet im versperrbaren Handschuhfach links vorne gibt stramme 180 Watt Stromleistung ab und dient umgekehrt mit einem Wartungsladegerät auch zum Aufladen der Batterie.

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Die Modellvariante Satelis RS kommt
mit niedrigem Schild und Sport-Akzenten
In der Lenkermitte findet man ein weiteres Ablagefach, das zum Beispiel für den schnellen Zugriff auf Sonnenbrille, Kompaktkamera oder Mautzettel enorm praktisch ist. An die überraschende Drehrichtung des Zündschlosses für die Fernentriegelung der Kofferraumklappe muss man sich gewöhnen und man wird sie anfänglich wiederholt versehentlich öffnen. Früher hat man ja gerne gesagt, dass die Bedienung von französischen Fahrzeugen immer ein bisschen schrullig ist – dies erscheint uns als das letzte Überbleibsel von eigenwilligen Charakterzügen. Optionelle Funkfernbedienung für die Gepäckklappe gibt’s im Zubehör. Ein dezenter Piepston beim Blinken ist bei Zweirädern nicht mehr modern – warum eigentlich nicht? Beim Satelis stört er nicht und er schadet auch nicht, sondern hilft manchmal der Erinnerung auf die Sprünge.
Am stabilen Fahrwerk mit 40er-Telegabel und Stereofederbeinen sticht vor allem die mächtige Wirkung der Doppelscheibenbremsanlage hervor. Schon mit geringer Handkraft wird aus allen Geschwindigkeitsbereichen höchst wirkungsvoll verzögert. Reifen-Erstausstatter für die 14-Zoll-Felgen hinten und vorne ist Michelin mit dem City Grip.

Kann die 400er-Rollerklasse so etwas wie eine universelle Mobilitätslösung sein, noch dazu mit akzeptabler Preisgestaltung? Alle der hier vertretenen Marken haben ein starkes und auf seine Weise attraktives Modell im Programm. Beim Peugeot Satelis mit seinen exklusiven Ausstattungsmerkmalen zahlt es sich jedenfalls aus, ihn in die engere Wahl hineinzunehmen.


TECHNISCHE DATEN: PEUGEOT SATELIS II 400
MOTOR 1-Zyl.-4-Takt, flüssig gekühlt, SOHC, 4 Ventile, EFI
HUBRAUM 399 ccm 
LEISTUNG 27,4 kW (37,2 PS) bei 7250/min 
DREHMOMENT 38,1 Nm bei 5500/min 
GETRIEBE autom. Kupplung, stufenlose Variomatik 
FAHRWERK Stahlrohrrahmen, Triebsatzschwinge 
AUFHÄNGUNG vo/hi Telegabel 40 mm, Stereofederbeine
RADSTAND 1500 mm 
FEDERWEG vo/hi 100/102 mm 
BEREIFUNG vo/hi Michelin City Grip 120/70-14, 150/70-14 
BREMSEN vo/hi Scheibe 260 mm/Scheibe 210 mm, ABS opt. 
SITZHÖHE 784 mm 
TANKINHALT 13,5 l 
TROCKENGEWICHT 213 kg 
HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT  148 km/h
TESTVERBRAUCH 4,5 l/100 km 
PREIS € 6599,–, Modell RS € 6799,– 
VERTRIEB/INFO www.peugeot-scooter.at 




































FÜR ACHTELLITER-FREUNDE: PEUGEOT SATELIS II 125
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Bevorzugt man die 125er-Klasse und will trotzdem den ausgewachsenen Satelis-Luxus, gibt es ab 4599 Euro die Möglichkeit dazu. Der für die zweite Modellgeneration neu konstruierte Motor nutzt die gesetzlich erlaubten 11 kW (15 PS) voll aus, Höchstgeschwindigkeit im „motomobil“-Test (nachzulesen in Folge 014 und auf www.motomobil.at) sind ehrliche 108 km/h; www.peugeot-scooter.at




MODELLVERGLEICH HUBRAUM/LEISTUNG GEWICHT PREIS
PEUGEOT SATELIS II 400 399 ccm/27,4 kW (37,2 PS) 213 kg € 6599,–
KYMCO XCITING 400 ABS  399 ccm/26,5 kW (36 PS) 209 kg € 5999,–
SUZUKI BURGMAN 400 ABS  400 ccm/25 kW (34 PS) 222 kg* € 6490,–
SYM MAXSYM 400 ABS  399 ccm/24,5 kW (33,3 PS) 229 kg € 5990,–
YAMAHA X-MAX 400  395 ccm/23,2 kW (33,9 PS) 211 kg* € 5999,–
----------------------      
*) vollgetankt       
















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