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ROLLER-TEST

HONDA SH MODE 125


Text & Fotos: M. Bernleitner
 
 

SK8ER & SCOOTER

Schaut mühelos aus, aber es steckt so einiges dahinter


011 HondaSH Mode125 kl
 
 
 
Sieht man sich die Modellgeschichte der zahlreichen Honda-Roller näher an, dann wurde fast jede Baureihe zu einem markanten Fixpunkt im Weichbild der urbanen Mobilität und kann ihre eigene Erfolgsstory erzählen. Erst recht aber die SH-Serie. Die wurde sogar so etwas wie eine „Marke innerhalb der Marke“: Seit dem ersten SH50 im Jahr 1984 wurden über eine Million Exemplare gebaut; 2001 gab es mit dem SH125 den ersten Viertakter; 2005 kommt dann mit dem SH125i die erste Generation mit elektronischer Treibstoffeinspritzung. Freilich gab es auch vorher schon „Großradroller“ verschiedener Hersteller – jedoch hat der SH diesen Begriff so geprägt wie kein anderer Scooter.

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Freier und völlig ebener
Durchstieg; viel Platz im
Fußraum, aber auch auf
und unter dem Sattel
Seit 2013 ist die jüngste SHi-Generation mit dem modernen eSP-Spritsparmotor mit Start-Stopp-Automatik im Verkauf. Eine genaue Beschreibung der eSP-Technik kann auf www.motomobil.at nachgelesen werden (Suchbegriff „Global Standard Engine“). Und seit 2014 haben wir den ganz neuen SH Mode 125 mit ebendiesem Motor, aber etwas preisbewussterer Ausstattung. Die „motomobil“-Redaktion wagt es, nach dem ersten Mode-Test die grausame Theorie in den Raum zu stellen, dass das der erste Honda-Roller ist, der es dem Rollerfreund nicht leichter macht, sondern schwerer.

Und zwar ganz am Anfang, wenn es nämlich um die Entscheidung geht, ob der SHi oder der Mode angeschafft werden soll. Bei ganz strikten Sparvorgaben könnte auch noch der Honda Vision 110 (Aktionspreis 1990 Euro) in die Wahl miteinbezogen werden, man ist aber dann bewusst reduziert unterwegs und auch dessen 6,2 kW (8,4 PS) liegen gleich zwei spürbare Schuhnummern unter den 8,4 kW (11,4 PS) des Mode, den man um 2490 Euro mitnehmen kann. Der äußerst laufruhige und kultivierte eSP-Motor, der baugleich im PCX, im SHi und im Mode eingesetzt wird, ist schließlich das feinste Triebwerk im 125er-Rollerangebot überhaupt.

Dass die Start-Stopp-Automatik perfekt und stressfrei funktioniert, ist mittlerweile weitgehend bekannt. Besonders wegen ihr ist der Motor auf spontanes, unmittelbares Ansprechverhalten trainiert, und gemeinsam mit dem fülligen Drehmoment sowie der bestens abgestimmten Fliehkraftkupplung und der Variomatik ergeben sich Beschleunigungswerte, hinter denen man sogar eine Leistung am gesetzlich erlaubten Limit von 11 kW (15 PS) vermuten würde. An der Ampel reiht man sich vorne ein, ohne zum Hindernis zu werden – das kann man nicht von allen 125ern behaupten. Im Zusammenhang mit einem Achtelliter-Rollermotor mag sie seltsam klingen, aber die Bezeichnung „muskulös“ wäre gerechtfertigt.

Dabei ist das Triebwerk so flüsterleise, dass das selbsttätige Pausieren beim Fahrzeugstillstand vor allem durch die plötzliche absolute Vibrationslosigkeit auffällt. Springt der Motor dann über den lautlosen Dynastarter beim ersten Zupfen am Gasgriff sofort wieder an, macht sich das ebenfalls akustisch kaum bemerkbar, sondern lediglich durch die leichtfüßige Beschleunigung. Aus den technischen Daten geht hervor, dass der Honda Mode 125 einen Katalysator-Auspuff besitzt, dessen Innenseite durch ein innovatives Verfahren glaswollebeschichtet ist und der deswegen ganz besonders leise sein soll – und es tatsächlich auch ist.

Im „motomobil“-Test kratzt der Mode mit gemessenen 98 km/h knapp an der 100er-Marke; mit 2,7 Litern Durchschnitts-Testverbrauch liegt er genau im Rahmen der auch mit PCX und SHi ermittelten Werte.

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Das Cockpit zeigt die wichtigsten
Infos und ist nicht überfrachtet
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Mit dem Schalter neben dem Zündschloss
wird die Sitzbank fernentriegelt
 
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Der stabile Gepäckhaken
verträgt einiges an Zuladung
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Zum Integralhelm passen noch Handschuhe
oder eine dünne Regenjacke ins Gepäckfach
 
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Die Bremsscheibe ist etwas kleiner als im
teureren SHi, aber die Wirkung ist untadelig
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Schnörkellose klappbare Beifahrer-
fußraste mit Gummitrittfläche
 

Mit dem glänzenden Flitterlack in Perlmutt-Weiß und dem soliden Finish wirkt der Mode ganz klar wie ein Premiumroller. Bei Fahrwerk und Ausstattung gibt es natürlich zum 800 Euro teureren SH125i deutliche Unterschiede: Die vordere Bremsscheibe ist etwas kleiner; hinten werkt die 130-Millimeter-Trommelbremse des Vision; ABS ist nicht mit an Bord. Dafür aber ein bestens abgestimmtes Verbundbremssystem – und wie bei so ziemlich allen Zweirädern der Marke schafft es Honda auch beim Mode, dem Roller eine gleichzeitig hochwirksame wie auch extrem bedienungsfreundliche und unkomplizierte Bremsanlage mitzugeben. Es gibt klaren Druckpunkt in den Bremshebeln, und schon bei mittlerer Handkraft ist die Verzögerung beachtlich, ohne bei einem unbeabsichtigten Überbremsen giftig zu werden.

Statt Stereofederbeinen und Zweiarmschwinge gibt es beim Mode eine Hinterradabstützung über ein vertikales Monoshock, sowie einen nicht ganz so massiven Stahlrahmen. Wenn man einen feinfühligen Hintern (oder ein schlechtes Kreuz) hat, dann wird man dem SHi-Heck ein sensibleres Federungsverhalten bescheinigen als dem Mode, der (trotz der durch den 14-Zöller geringeren ungefederten Massen) bei Fahrbahnunebenheiten etwas härter austeilen kann. Nachteile in der Verwindungssteifigkeit haben wir beim rollerüblichen Alltagsbetrieb nicht feststellen können. Im Gegenteil: Der Mode ist mit 116 Kilo vollgetankt gleich um 19 Kilo leichter als der SHi, auch wenn der einen etwas größeren Treibstofftank hat. Ebenso ist die Mode-Bereifung mit taiwanesischen Cheng Shin Tires sicher ein Ausdruck von Kostenbewusstsein, aber ohne große Auswirkungen in der Praxis.

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Der SH Mode 125 schafft die Brücke
zwischen fesch, günstig und praktisch,
dazu hat er noch den modernen eSP-Motor
Der für Honda neue Mix aus 16-Zoll-Felgengröße vorne und 14 Zoll hinten ist zum Beispiel aus dem Piaggio Beverly seit langem bekannt und hat erkennbare Meriten: Fahrstabilität sowie Vertilgung von Kopfsteinpflaster oder schlechten Straßen wie bei einem Großradroller, aber einen größeren Sitzbank-Gepäckraum als sonst bei dieser Bauweise üblich. Wegen des völlig freien Durchstiegs des Mode ist der Benzintank im Fahrzeugheck platziert, trotzdem gibt es im Staufach noch Platz für einen Integralhelm und deine dünne Regenhaut. Ein Handschuhfach im Vorbau fehlt, aber im großzügigen Fußraum findet man einen stabilen Gepäckhaken zum sicheren Fixieren von Einkäufen oder leichten Aktentaschen. Die serienmäßige Topcase-Trägerplatte mit integrierten Beifahrerhaltegriffen wartet freundlicherweise mit Haken für die Befestigung von Spanngurten auf.

Im gefällig arrangierten Cockpit setzt sich das schlanke Konzept fort – neben dem Tacho gibt es eine analoge Benzinanzeige; digital wird die Uhrzeit, der Kilometerstand, Trip A und Trip B angezeigt, das war’s. Ein Hauch von Luxus kommt wiederum bei der praktischen Fernentriegelung der Sitzbank auf. Der Sattel selbst ist etwas mehr als medium-size und bietet guten Platz für zwei Personen; durch seine Form kann man außerdem die Sitzposition komfortabel variieren. Zum unkomplizierten Honda-Bedienkonzept gehört schließlich der sehr große Lenkeinschlag von 46 Grad in beide Richtungen, der den SH Mode im Verkehrsgewühl und beim Rangieren zu einem wirklich angenehmen Wegbegleiter macht.

Unterm Strich ist der neue Achtelliter-Zuwachs bei Honda eine echte Empfehlung: Es geht einem beim SH Mode 125 nichts ab, und man ist gut gekleidet damit. Trotzdem ist auch der Mehrpreis des SH125i klar darstellbar, zum ABS und Fahrwerks-Mehrwert hat der auch noch das serienmäßige Topcase. Man hat’s nicht leicht als Rollerfahrer.



TECHNISCHE DATEN: HONDA SH MODE 125
MOTOR 1-Zyl.-4-Takt, flüssig gekühlt, SOHC, 2 Ventile, EFI
HUBRAUM 125 ccm 
LEISTUNG 8,4 kW (11,4 PS) bei 8500/min 
DREHMOMENT 12 Nm bei 5000/min 
GETRIEBE autom. Kupplung, stufenlose Variomatik 
FAHRWERK Stahlrohrrahmen, Triebsatzschwinge 
AUFHÄNGUNG vo/hi Telegabel, Monofederbein 
RADSTAND 1305 mm 
FEDERWEG vo/hi 89/75 mm 
BEREIFUNG vo/hi Cheng Shin 80/90-16, 100/90-14 
BREMSEN vo/hi Scheibe 220 mm/Trommel 130 mm, CBS 
SITZHÖHE 765 mm 
TANKINHALT 5,5 l 
GEWICHT (vollgetankt) 116 kg 
HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT 98 km/h 
TESTVERBRAUCH 2,7 l/100 km 
PREIS (Aktionspreis 2014) € 2490,– 
VERTRIEB/INFO www.honda.at 



































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