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ROLLER-TEST

ERSTE AUSFAHRT: KAWASAKI J300 ABS


Text: Redaktion
Fotos: FJS, M. Bernleitner
 

ROLLEN MIT TEAM GREEN

Nach einem ersten Vorstoß vor etwa zehn Jahren kümmert sich Kawasaki jetzt wieder mit verstärkter Hingabe um die Roller-Idee


040 KawasakiJ300ABS kl

 

Die ersten Exemplare des Kawasaki J300 sind bereits im Jänner 2014 bereits in Österreich eingetroffen. Grund genug für die fleißige „motomobil“-Redaktion, sich trotz Minusgraden und dichtem Nebel in den Sattel zu schwingen und die ersten Eindrücke zu sammeln. Denn der J300 wird – nicht nur von eingefleischten Fans der Marke – mit viel Aufmerksamkeit erwartet. Eine namhafte Bereicherung der vielseitigen, leistungsfähigen und daher beliebten 300er-Klasse ist schließlich immer willkommen.

Dass der J300 nicht von Grund auf frisch entwickelt wurde, sondern dass Kawasaki eine Kooperation mit einem Rollerspezialisten eingeht und auf den in Taiwan hergestellten Kymco Downtown 300i zugreift, wird in den bisherigen Reaktionen mit einem traurigen und einem fröhlichen Auge gesehen: Immerhin gehört Kymco zu den sehr respektablen Rollerfabriken – in Sachen Preiswürdigkeit, Leistungsfähigkeit und Design steht Kymco den besten japanischen und europäischen Rollerfabriken auf Augenhöhe gegenüber. Nicht zuletzt ist Kymco auch Motorenpartner von BMW und liefert die Zweizylindertriebwerke für die Maxiscooter C 600 Sport und C 650 GT.

Erste Erfahrungen in der Rollerwelt hat Kawasaki bereits seit Anfang der 2000er-Jahre, als der Kawasaki Epsilon einfach ein umgelabelter Suzuki Burgman/Skywave 250 war, der vor allem in Übersee bis zirka 2007 angeboten wurde. Für das Markenbranding des J300 hat sich Kawasaki einige sorgfältige Gedanken gemacht. Aus dem Downtown 300i wird kein neuer Roller – und soll es wohl auch nicht –, aber die Kawasaki-Handschrift ist in etlichen Details spürbar und sichtbar. Besonders die Special Edition in Mattschwarz mit grünen Farbakzenten ist eine stimmige Bereicherung des Kawasaki-Modellprogramms.

Generell erscheint die Qualität der Oberflächen und Materialien als sehr erfreulich, man sieht das im Cockpitbereich, an der Verarbeitung der reichlich dimensionierten Sitzbank und an der mit LED-Einheiten aufgewerteten Lichtanlage. Richtig hochwertige Details wie die verstellbaren Bremshebel und die Stahlflex-Bremsleitungen der Nissin-Bremsanlage geben weiteren Aufschluss darüber, dass der Kawasaki J300 kein Sparprogramm ist. Ebenso die LED-Beleuchtung des (einen Integralhelm plus eine A4-Aktenmappe fassenden) Kofferraums, die durch Lichtsensor ein- und ausgeschaltet wird sowie die solide Stoßdämpfer-Abstützung der Sitzbank (wobei es praktisch wäre, dass die sich um ein paar Grad weiter öffnen ließe). Bei den hinteren Stereofederbeinen der Variomatikschwinge und dem Mapping der Keihin-Motoreinspritzung gibt es ein kleines Kawasaki-Feintuning im Vergleich zum Kymco Downtown.

Von den Gesamtdimensionen her könnte der J300 ohne weiteres auch als 400er oder gar als Halbliter-Scooter durchgehen. Fahrer über einmeterneunzig werden keinerlei Platzprobleme haben. Der Lenker liegt tourenmäßig hoch zur Hand und die Sitzbank bietet wie erwähnt viel Bewegungsspielraum, dafür sind aber – durch das ebenfalls hohe Trittbrett – die Knie des Fahrers relativ stark angewinkelt. Der Fußraum ist fix definiert, und die Abstellfläche hat durch den breiten Mitteltunnel Schuhsohlenbreite; das Abstellen der Füße im Cruiser-Style ist nicht möglich, eine dafür nötige Schräge im Vorbau ist nicht vorhanden. Das Instrumentarium ist überkomplett, Platzierung und Funktion der Rückspiegel sind tadellos. Die schön in die Fahrzeuglinie integrierten Beifahrerhaltegriffe gehen fließend in die Gepäckplatte über, die mit einem (per Zündschlüssel zu öffendem, farblich abgestimmtem) GIVI-Topcase in drei verschiedenen Größen bestückt werden kann. Bemerkenswert ist die Mühelosigkeit, mit der der trocken immerhin 191 Kilo schwere 300er auf den Hauptständer gehoben kann.

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Der Kawasaki J300 kommt mit klarer
und dynamischer Linienführung und 
ist großzügig dimensioniert
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Bereits die hinterlüftete Serien-Windscheibe
gibt guten Wind- und Wetterschutz;
Tourenscheibe als Extra
 

Im Leerlauf und beim Gasgeben sind leichte Vibrationen spürbar, die in Fahrt aber nicht mehr auffallen und daher auch nicht störend werden. Gefühlsmäßig geht der J300 beim Beschleunigen nicht ganz so vehement zur Sache wie der leichtere Großradroller Honda SH300i, die Gesamtperformance des Kawasaki-Scooters wird irgendwo zwischen einer aufgeweckten Vespa GTS 300 und dem SHi liegen. Kawasaki gibt die Spitze mit realistischen 130 km/h an. Ein Hunderter am optimistischen Tacho ergibt GPS-gemessene 86,5 Stundenkilometer, das erklärt auch die Gerüchte, die von 160 km/h Tachoanzeige bei Höchstgeschwindigkeit sprechen.

Die exakten Fahr- und Verbrauchswerte muss ein späterer Alltagstest klären – weil das „motomobil“-Probeexemplar des Kawasaki J300 gerade jungfräulich frisch aus der Kiste kam, können wir zum Fahrgefühl und zur Leistungsfähigkeit der Bremsanlage mit ihrer vorderen 260er-Bremsscheibe im Wave-Design noch keine verlässlichen Angaben machen. In Österreich wird ausschließlich die Version mit Bosch-ABS der neuesten Generation ausgeliefert. Fest steht jedenfalls, dass das Handling des J300 sehr leichtfüßig und ausgewogen ist, und erwartungsgemäß steht auch die Stabilität und die Präzision eines Chassis in Tunnelbauweise dem Kawasaki gut zu Gesicht. Willkommen zurück in der Welt des Motorrollers!

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Markante Frontpartie ganz
nach Kawasaki-Manier
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Auch das LED-Hecklicht
ist sehr charakteristisch
 
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Nicht nur optisch gelungen – der
Sound ist ebenso angenehm
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Nissin-Doppelkolbenzange; 260er-Scheibe
im Wave-Design; Bosch-ABS
 
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Das Handschuhfach ist für Handschuhe jedenfalls
ausreichend; 12-Volt-Anschluss inklusive
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Viel Stauraum unter dem gut konturierten Sattel; LED-Kofferraumbeleuchtung mit Lichtsensorschalter
 
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Sehr feine Details, wie zum Beispiel
die verstellbaren Bremshebel
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Ausklappbare Fußraster
für den Soziusplatz
 


TECHNISCHE DATEN: KAWASAKI J300 ABS
Motor: 1-Zyl.-4-Takt, flüssig gekühlt, SOHC, 4 Ventile, EFI; Hubraum: 299 ccm; Leistung: 20,3 kW (28 PS) bei 7750/min; Drehmoment: 28,7 Nm bei 6250/min; Getriebe: stufenlose Variomatik; Radaufhängung vo/hi: Telegabel 37 mm/Stereofederbeine; Bremsen vo/hi: Scheibe 260 mm, Doppelkolbensattel/Scheibe 240 mm, Doppelkolbensattel, ABS; Bereifung vo/hi: 120/80-14, 150/70-13; Federweg vo/hi: 110 mm/100 mm; Radstand: 1555 mm; Sitzhöhe: 775 mm; Tankinhalt: 13 l; Leergewicht: 191 kg; Höchstgeschwindigkeit: ca. 130 km/h; Verbrauch: n. a.; Preis: € 5550,– (Special Edition € 5650,–); Vertrieb/Info: www.kawasaki.at


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Stabiler Gepäckhaken mit
offiziell drei Kilo Traglast
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Das „Team Green“ von Kawasaki Österreich
ist über die Ankunft des J300 hoch erfreut
 

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