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ROLLER-TEST

LML STAR 125 4T AUTOMATICA


Text und Fotos: Michael Bernleitner

TURBANPOWER RELOADED

Hier ist das neueste und bislang erstaunlichste Resultat der italienisch-indischen Freundschaft


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Nach einiger Zeit der Ankündigung – und der Vorfreude der Fans dieses Konzeptes – ist das Viertakt-Automatikmodell von LML seit heuer im Handel. Traditioneller Blechroller, aber mit Variomatik statt Handschaltung und mit Viertakt- statt Zweitaktmotor. Ist das der behutsam modernisierte Klassiker, der eigentlich aus Pontedera von Piaggio kommen könnte und nicht zuerst vom ehemaligen indischen Lizenznehmer LML (Lohia Machinery Ltd.)?

Seit Anfang 2013 gibt es mit der Kremser KSR Group auch einen neuen österreichischen LML-Importeur mit langjähriger Erfahrung im internationalen Rollervertrieb (Generic). Gemeinsam mit der Neuauflage der Original-Vespa-PX durch Piaggio ist die Blechrollerszene wieder hübsch in Schwung gekommen. Die Automatikversion trägt natürlich ihren Teil bei – laut LML-Spezialist Philipp Skrbensky vom Wiener Rollerkabinett werden unter den LML-Scootern derzeit zu einem Drittel die traditionellen Zweitakter, zu einem Drittel die handgeschalteten Viertakter (Test auf www.motomobil.at und in „motomobil“ Folge 006) und zu einem Drittel die 4T Automatica nachgefragt.

Wäre da nicht das LML-Logo an der Frontschürze, würde man ung’schauter Vespa zu ihr sagen – kein Wunder, sie wird ja auch mit den ehemalig italienischen und später nach Indien verfrachteten Blechpresswerkzeugen hergestellt. Alleine die Punktschweißungen im Trittbrettbereich wirken etwas gröber, und die plastikverchromten Blinkerfassungen schmiegen sich nicht völlig exakt an die Rundungen der Seitenbacken an, sonst gibt’s keinen Unterschied. Insgesamt wirkt das neue Modell solid, handfest und robust. Zur indischen Qualität beteuert Rollerkabinett-Betreiber Skrbensky, dass das Allerwichtigste im Umgang mit der LML eine sehr sorgfältige Auslieferungsinspektion ist und es danach bei Zuverlässigkeit und Haltbarkeit keine Überraschungen gibt.

Der neue Automatikmotor gefällt durch seinen sonoren und muskulös wirkenden Auspuffklang. Man wird aber auch durch die Leistungsentfaltung und den Durchzug des Viertakters angenehm überrascht: Er wirkt deutlich kräftiger als es die nominell nur 6,8 kW (9,2 PS) vermuten ließen. Wir haben die Automatica mit einem zirka 9 kW (12 PS) starken aktuellen italienischen Automatikroller direkt verglichen: Vom Start weg bleiben beide bis zirka 65 km/h gleichauf, erst dann kann der stärkere Scooter davonziehen. Als Höchstgeschwindigkeit erreicht die LML respektable 92 Stundenkilometer; der Tacho (dessen Kontrolllämpchen bei Tageslicht leider nur schwer ersichtlich sind) zeigt dabei 104 km/h an.


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Kein Reserverad unter der rechten
Backe, sondern Tank und Batterie
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Unter der linken Backe die Variomatikschwinge
mit zusätzlichem Kickstarter
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Klassik-Roller-Neuheit: keine
Handschaltung im Automatikmodell!
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Typisch Old School: viel Platz
in der versperrbaren Frontbox


Mit der kleinen 10-Zoll-Bereifung und nur 112 Kilo Gewicht (annähernd vollgetankt) ist die LML blechrollertypisch enorm handlich, beim Rangieren kommt noch der riesige Lenkereinschlag zur außergewöhnlichen Wendigkeit dazu. Von heutzutage üblichen größeren Reifendimensionen in Ruhe gewogen, empfindet man das anfänglich als kippelig. Man freundet sich aber innerhalb einer Tankfüllung sehr rasch mit der ungewohnten Agilität an. Jedenfalls harmonieren die slowenischen Sava-Reifen mit der Automatica wesentlich besser als die indischen Dunlops im „motomobil“-Test mit der Star 200 4T. Gute Bewertungen gibt’s auch für die kräftige und gut dosierbare Vorderrad-Scheibenbremse; die hintere Trommelbremse bringt das Rad bei viel Handkraft immerhin zum Blockieren.

Einen Reservereifen unter der Seitenbacke führt das Automatikmodell nicht mit sich – links sitzen die Variomatik und der Motor mit stehendem Zylinder, unter der rechten Haube sind Batterie, Tank und Ansaugkasten untergebracht. Viel Platz für Fahrerausrüstung oder andere Teile findet sich im absperrbaren Handschufach hinter der Frontschürze, und im freien Durchsteig kann man am Gepäckhaken einen wohlgefüllten Einkaufskorb mitnehmen– dafür passt unter die recht geräumige und komfortable Sitzbank gerade einmal ein Putztuch. Hat man jedoch zusätzlich vorne und/oder hinten einen Träger montiert, kann man auf der LML wirklich sehr viel Gepäck transportieren – ein Konzept, das schon viele Jahrzehnte gut funktioniert. Der klassische Blechroller im Vintage-Look hat noch lange nicht abgedankt – die LML Automatica ist ein kräftiges Lebenszeichen.


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Komfortable Vorderradaufhängung,
gute Bremsanlage
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Keine großen Überraschungen
an der Zapfsäule
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Schlicht und übersichtlich; unkomplizierte
Navi-Halterung (Garmin Zumo 350) per RAM-Mount
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Überschaubare Nennleistung, aber mit
lebendigem Motor viel Fahrfreude



TECHNISCHE DATEN: LML STAR 125 4T AUTOMATICA
MOTOR 1-Zyl.-4-Takt, SOHC, 2 Ventile, gebläsegekühlt
HUBRAUM 125 ccm
LEISTUNG 6,8 kW (9,2 PS) bei 8000/min
DREHMOMENT 8,7 Nm bei 6000/min
GETRIEBE stufenlose Variomatik
FAHRWERK selbsttragende Stahlblechkarosserie
AUFHÄNGUNG vo/hi gezogene Einarmschwinge/Triebsatzschwinge
RADSTAND 1260 mm
FEDERWEG vo/hi 90/90 mm
BEREIFUNG vo/hi Sava 3,50 x 10/3,50 x 10
BREMSEN vo/hi Scheibe 200 mm/Trommel 150 mm
SITZHÖHE 820 mm
TANKINHALT 7 l
GEWICHT (zu 90 % getankt)
112 kg
HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT 92 km/h
VERBRAUCH 3,1 l/100 km
PREIS (2013)
€ 2899,–
VERTRIEB/INFO www.rollerkabinett.com, www.lml-scooter.eu






































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