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ROLLER-TEST

TOUREN-TEST: YAMAHA T-MAX 530


Text & Fotos: M. Bernleitner

DIE GROSSE SAUSE

Hintersdorf–Dubrovnik tour–retour in einem Rutsch. Probieren wir, ob der möglicherweise beste Sportroller unserer Zeit auch fernreisetauglich ist


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Die Qualitäten der vierten T-Max-Generation
haben wir bereits im großen Fahrbericht in Folge 007 vermeldet, nachzulesen auch auf www.motomobil.at. Bewährt sich der T-Max 4G nicht nur im Kurvengewühl, sondern auch auf großer Fahrt? Muss man für Sportlichkeit auf irgendetwas verzichten?

Das 39-Liter-Original-Topcase von Yamaha kommt leider zu spät zum Touren-Test, und so greifen wir zum Notprogramm – das in Wahrheit gar keines ist, sondern eine recht großzügige Lösung: Die Tunneltasche von GIVI passt perfekt auf den Yamaha und findet sicheren Halt ohne jede weitere Befestigung; eine Gepäckrolle des gleichen Herstellers wird auf den Soziussitz geschnallt. Ist man allein unterwegs, hat man damit für mindestens eine Woche jeden Tag frisches Gewand, samt Badezeug und Leibwäsche, Notebook und allen möglichen Adaptern und Kabeln, die heutzutage unvermeidlich mit dabei sein wollen. Dank des Stauraums unter der Sitzbank bleibt dann noch viel Platz für Fotoausrüstung mit mehreren Objektiven sowie diverse Motorradbekleidung, Jacke und Regengewand. Somit ist man alles andere als beengt oder ärmlich ausgestattet auf Reise. Fährt man zu zweit, kommt man um das größere 50-Liter-Topcase ganz sicher nicht herum. Dann braucht man sowieso straffe Logistik, kann aber im Verbund mit der Tunneltasche ebenfalls einiges mitnehmen.

Über die kleine Schublade links im Vorbau werden sich Raucher und Vieltelefonierer freuen; in das Staufach rechts passt eine mittelgroße Getränkeflasche plus ein bisschen Kleinkram. Yamaha bietet im Originalzubehör eine TomTom-Navihalterung an – will man die nicht erwerben, fängt die Bastelstunde an: Bei keinem anderen Roller hatten wir bis jetzt ein so großes Problem, mit erträglichem Aufwand ein vorhandenes Navi-System über die universellen RAM-Mounts zu befestigen. Hier gibt’s kein ungenutztes Spiegelgewinde, keine andere Verschraubung oder eine Spiegelstange, wo man die Halterung dazuschummeln kann. Schließlich befestigen wir die RAM-Kugel über die übliche Lenkerschelle, jedoch nicht am (unzugänglichen) Lenkrohr, sondern am äußeren linken Lenkergewicht. Im Sinn der Bewegungsfreiheit keine optimale Lösung, doch Not kennt kein Gebot. Ein 12-Volt-Outlet für das unkomplizierte Abgreifen von Bordspannung besitzt der T-Max 530 serienmäßig nicht.

Mit Standard-Teilen ist keine bessere Navi-Halterung möglich
Mit Standard-Teilen ist keine
bessere Navi-Halterung möglich
Wer keine Zigaretten oder Handy hat, legt Feh, Tempo oder ähnliches in die kleine Schublade
Wer keine Zigaretten oder Handy hat, legt Feh,
Tempo oder ähnliches in die kleine Schublade
Ein Doppel-Wurstbrot würde auch noch gut dazu passen
Ein gut belegtes Jausenbrot würde
auch noch hinein passen
Der Akrapovic schnarrt sehr ungeniert, doch schon bald wird man auf diesen Sound und den T-Max-Motor regelrecht süchtig
Der Akrapovic schnarrt sehr ungeniert, doch schon bald wird man auf den Sound und den T-Max-Motor regelrecht süchtig
In Österreich ausschließlich mit ABS. Bremsqualität wie bei den Yamaha-Supersportlern
In Österreich ausschließlich mit ABS. Brems-
qualität wie bei den Yamaha-Supersportlern
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Oberhalb der leichten und stabilen Alu-Hinterradschwinge
sitzt die zusätzlich Zange für die Feststellbremse

Besonders auf der Langstrecke fällt angenehm auf, wie sensibel die T-Max-Federung anspricht und wie komfortabel im Vergleich zu Triebsatzschwingenrollern die Dämpfung abgestimmt ist. Die leichte Schwinge mit Zahnriemen-Sekundärantrieb ist eine der besten Neuerungen am 2012er-T-Max. Das extrem feine, direkte Ansprechverhalten des 34,2 kW (46,5 PS) starken DOHC-Zweizylinders wird damit lastwechselfrei, aber unmittelbar auf die Straße umgesetzt. Bestnoten für diesen Antriebsstrang. Ebenso wie für das mühelos zu fahrende Aluminiumchassis, das zudem perfektes Hochgeschwindigkeitsverhalten aufweist, in keiner Situation lässt sich Unruhe einleiten oder ein schwammiges Gefühl erleben. Bereits der T-Max 3G war in dieser Disziplin sehr gut, aber bis zum heurigen Auftauchen des 530 und der neuen BMW-C-Serie war das bei Maxiscootern nicht gerade der Normalzustand.

Der Lenkeinschlag könnte etwas größer sein. In der Version mit ABS wirkt die extrem kraftvolle Bremsanlage etwas entschärft – die Regelung setzt sportlich-spät ein, aber auch auf nasser Fahrbahn erzeugt das System ein sicheres Fahrgefühl. In der mittleren Position des hinterlüfteten Windschilds blickt man ungehindert über die Oberkante auf die Fahrbahn, doch Wind- und Regenschutz sind hier bereits sehr gut. Die Hände bleiben ungeschützt, bei Regenfahrten empfiehlt sich ein wirklich gutes Goretex-Handschuhfabrikat. Bei Höchstgeschwindigkeit (167 km/h) zeigt der fein gezeichnete Tacho die handelsüblichen 15 km/h zuviel an; die Schriftgröße am mittigen Digitaldisplay ist deutlich zu klein geraten. Eine angenehme Überraschung kommt mit der Tankzettelabrechnung: Auf 2700 Testkilometern verbraucht der Yamaha T-Max 530 zwischen (äußerst moderaten) 4,3 Liter und (noch immer günstigen) 5,0 Liter pro hundert Kilometer. Sportroller und Reiseroller sind beim neuen T-Max kein unlösbarer Widerspruch.

TECHNISCHE DATEN: YAMAHA T-MAX 530
MOTOR 2-Zyl.-4-Takt, flüssig gekühlt, DOHC, 8 Ventile, EFI
HUBRAUM 530 ccm
LEISTUNG 34,2 kW (46,5 PS) bei 6750/min
DREHMOMENT 52 Nm bei 5250/min
GETRIEBE automat. Kupplung, stufenlose Variomatik
FAHRWERK Druckguss-Aluminiumrahmen
AUFHÄNGUNG vo/hi Telegabel 43 mm, Zentralfederbein
RADSTAND 1580 mm
FEDERWEG vo/hi  120/116 mm
BEREIFUNG vo/hi 120/70-15, 160/60-15
BREMSEN vo/hi  2 x Scheibe 267 mm/Scheibe 282 mm, ABS
SITZHÖHE 800 mm
TANKINHALT 15 l
GEWICHT VOLLGETANKT 221 kg
SPITZE 167 km/h
TESTVERBRAUCH 4,3 bis 5,0 l/100 km
EXTRAS Topcase 50 l o. 39 l, Rückenstütze, Navihalter,
Sportscheibe, 12-V-Steckdose, Abdeckplane, Griffheizung
PREIS € 10.999,– (Aktionspreis)
VERTRIEB/INFO www.yamaha-motor.at







































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