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E-ROLLER-TEST

YAMAHA EC-03


Text & Fotos: M. Bernleitner

ENERGIEWENDE

Die ersten elektrischen Fingerübungen aus Japan kommen nun in den Verkauf. Hier der erste Fahrbericht


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Ab April 2012 wird der „mit Spannung“ erwartete erste Elektroroller von Yamaha
in Österreich ausgeliefert. Damit ist er – neben dem Honda EV-neo und dem Suzuki e-Let’s, die noch in der Warteschleife sind – das erste Light Electric Vehicle eines der vier großen japanischen Zweiradhersteller. Der Preis wird 2790 Euro betragen. Die „motomobil“-Redaktion hatte bereits die Gelegenheit, das erste EC-03-Exemplar in Österreich, das noch mit einer gelben Nummerntafel der holländischen Yamaha-Europa-Niederlassung versehen war, zu einem aufschlussreichen Ausflug zu entführen.

Die 18-Liter-Gepäcktasche passt genau in den Durchstieg
Die 18-Liter-Gepäcktasche (Zubehör)
passt genau in den Durchstieg
Wie wir es von einem Yamaha-E-Bike erhofft und eigentlich sogar fix vorausgesetzt haben, fallen schon beim ersten Rundgang ein solides und sauberes Finish sowie ordentlich verlegte Kabel ins Auge. Das Kunststoff-Bodywork und die Fahrwerkskomponenten wurden strikt einer zielstrebigen Leichtbauweise unterordnet, das gesamte Fahrzeug wiegt samt Akku nicht mehr als federleichte 56 Kilo. Trotzdem sind keine filigranen Lösungen zu entdecken – im Gegenteil, das was man als Fahrer in die Hand zu nehmen hat, ist auch handfest.

Zündung. Das „Zündschloss“ ist gleichzeitig die Lenkersperre, das Hochfahren der Systeme dauert nicht mehr als ein paar Sekunden. Dann entscheidet man sich, ob man im Öko- oder im Power-Modus wegfahren möchte und kann sich über die offensichtlich gelungene Regelelektronik des YMCS („Yamaha Mutual Communication System“) freuen: Das Anfahren geschieht E-Bike-typisch nicht völlig ruckfrei, aber dennoch äußerst sanft und über den Drehgriff sensibel dosierbar. So sind zum Beispiel extrem enge Wendemanöver eine der Stärken des EC-03 mit seinem kleinen Wendekreis, die Dosierbarkeit des E-Motors ist dabei keinerlei Hindernis. Der 1,4-kW-Antrieb (1,9 PS) ist nicht ganz lautlos, sondern erzeugt ein leises, recht angenehm surrend-pfeifendes Geräusch, irgendwie wie ein flüsternder Düsenjäger.

Als Zubehör gibt’s auch kleine LED-Blinker
Als Zubehör gibt’s
auch kleinere LED-Blinker
Die Beschleunigung ist gesetzeskonform gedrosselten 50-Kubik-Scootern eindeutig überlegen. Im Eco-Modus bleibt der Digitaltacho bei akkuschonenden 32 km/h stehen; der Power-Modus erlaubt zügig erreichbare 47 Stundenkilometer am Tacho, die sogar über sehr leichte Steigungen gehalten werden können. Die GPS-Messung fördert dabei exakt 44,4 Stundenkilometer (Genauigkeit 1/3 km/h) zutage. Als Steigfähigkeit gibt Yamaha im äußerst ausführlichen Fahrerhandbuch ambitionierte 16 Prozent an, damit steht man in fast allen Gegenden Österreichs sehr gut im Futter. Allerdings ist diese Kletterfähigkeit im letzten Viertel des Akku-Ladezustands nicht mehr gegeben: Wer also immer mit dem „letzten Tropfen im Tank“ die Steckdose erreichen muss, wohnt besser in der Ebene und nicht oben am Berg.

Der Lithium-Ionen-Akku kommt von Sanyo. Mit den Angaben zum Aktionsradius geht Yamaha recht offenherzig und plausibel um: Die optimalen Rahmenbedingungen sind 25 Grad Celsius Außentemperatur, eine leichte 55-Kilo-Fahrerin und Dauertempo 30 – dann kommt man in der Ebene 45 Kilometer weit. Mit Fahrergewicht 75 Kilo, null Grad Temperatur und einigem Stop-and-go reduziert sich die Autonomie auf knapp 20 Kilometer. Obwohl man einen 750-Wattstunden-Akku bequem mit in die Wohnung nehmen könnte, sind sowohl Akku als auch Ladegerät fix eingebaut, mit allen daraus resultierenden Vor- und Nachteilen. Unter der komfortabel gepolsterten Einpersonen-Sitzbank ist ein zirka 1,6 Meter langes Ladekabel sauber aufgerollt; Gepäckraum gibt’s außer einem Dokumentenfach, in das vielleicht auch ein reduziertes Verbandszeug passt, nicht. Dafür aber einen Gepäckhaken, einen Helmhalter und im Yamaha-Originalzubehör finden wir einen sehr sinnvoll konstruierten Gepäckträger mit Haken für Spanngurte sowie eine wasserabweisende, stoßgeschützte Gepäcktasche mit 18 Liter Volumen, die genau in den Durchstieg passt.

Die hintere Trommelbremse mit ihrem großen Durchmesser verzögert ausgezeichnet und gut dosierbar; vorne würden wir uns eine Scheibenbremse in simpler Bauweise statt der kleinen Trommel wünschen. Setzt man immer beide Bremsen ein, ist jedoch die Bremswirkung mehr als akzeptabel. Die Stabilität des Backbone-Stahlrahmens sowie das sichere und unkomplizierte Schräglagenverhalten sind mit den 12-Zoll-Reifen von IRC absolut makellos: Trotz der kleinen Radgröße und superkurzem Radstand gibt’s bei der enormen Manövrierfähigkeit des EC-03 nicht den geringsten Anflug von Kippeligkeit in der Kurve. Die Federwege sind sehr minimalistisch gehalten, im Stadtbereich kann man jedoch keine nennenswerten Komforteinbußen dadurch feststellen.

Kleine Trommel mit braver Wirkung
Kleine Trommel mit
braver Wirkung
Der Nabenmotor ist in die Hinterrad-Einarmschwinge elegant integriert
Nabenmotor und Controller sind in die Hinterrad-
Einarmschwinge elegant integriert

Ladekabel und Dokumentenfach unter der Sitzbank
Ladekabel und Dokumenten-
fach unter der Sitzbank
Modus-Wahlschalter, übersichtliche Infos
Modus-Wahlschalter,
übersichtliche Infos

Durch seine überschaubare Reichweite
schließt sich der EC-03 für größere Pendlerfahrten aus, falls man nicht zwischendurch eine Lademöglichkeit und sieben Stunden Zeit zur Verfügung hat. Der leichte EC-03 ist eindeutig für den City- oder Kurzstreckeneinsatz, für größere Firmengelände, fürs Camping oder für die Marina konstruiert. Mit seinen 56 Kilo und der superschlanken Statur lässt er sich außerdem leichter im Hauseingang oder einem ebenerdigen Abstellraum unterbringen als ein voluminöserer E-Roller. EC-03-Pluspunkte sind sicherlich auch eine verlässliche Yamaha-Werksgarantie und das flächendeckende Händler-und Servicenetz.


TECHNISCHE DATEN: YAMAHA EC-03
MOTOR Hinterradnabenmotor, bürstenlos
LEISTUNG 1,4 kW (1,9 PS)
DREHMOMENT 9,6 Nm
FAHRWERK Backbone-Stahlrahmen, Einarmschwinge
AUFHÄNGUNG vo/hi Telegabel 22,5 mm, Monoshock
FEDERWEG vo/hi 50 mm/55 mm
RADSTAND 1080 mm
BEREIFUNG vo/hi IRC MB80 60/100-12, 60/100-12
BREMSEN vo/hi Trommel 95 mm/Trommel 150 mm
SITZHÖHE 745 mm
AKKU 50 V 15 Ah Lithium-Ionen, 750 Wh
LADEZEIT 7 h
REICHWEITE ca. 20 – 45 km
GEWICHT (inkl. Akku) 56 kg
HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT 45 km/h
EXTRAS LED-Blinker, Gepäckträger, 18-l-Gepäcktasche
PREIS € 2790,–
VERTRIEB/INFO www.yamaha-motor.at






































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