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E-ROLLER-NEWS

GOGORO E-SCOOTER MIT NEUEM LADEKONZEPT


Text: Michael Bernleitner
Fotos: Gogoro Inc.
 

SMART ROLLEN

Ein offensichtlich gut fundiertes amerikanisch-taiwanesisches Start-up will das Rollerfahren in Megacities e-volutionieren …


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Auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas Anfang 2015 wurde ein Mobilitätskonzept präsentiert, das mit traditionellem Rollerbau, so wie wir ihn kennen, nur wenig gemeinsam hat. Die 2011 gegründete, in Washington und Taipeh tätige Gogoro Inc. will nicht nur den modernsten E-Scooter anbieten, sondern auch eine durchdachte Infrastruktur rundherum. Und so nebenbei soll es die Initialzündung für ein urbanes Ökosystem sein, in dem andere Hersteller mit eigenen Produkten ebenfalls mitwirken können.

Gogoro-Gründer Horace Luke denkt in großen Dimensionen. In früheren Jahren war er bei Handy-Hersteller HTC, bei Microsoft und bei Nike für Produktinnovationen zuständig, aber in den vergangenen drei Jahren hat er in zwei Finanzierungsrunden immerhin 150 Millionen US-Dollar Investitionskapital für seinen Elektroroller eingesammelt – der mittlerweile produktionsreif entwickelt ist. Co-Firmengründer Matt Taylor: „Es gibt weltweit zirka 200 Millionen Motorroller. Doch die Rollerindustrie hat sich in den vergangenen 20 Jahren nicht sehr bewegt oder gar durch Erneuerungen geglänzt.“

Die Idee soll sich vor allem in den riesigen Millionenstädten der Schwellenländer durchsetzen, wo ein Ausbau von öffentlichen Verkehrsmitteln der Bevölkerungsentwicklung ständig hinterherhinkt: Gogoro liefert den Roller und gleichzeitig die Versorgungs-Infrastruktur, wo man in einem dichten Netz von Batterie-Tauschstationen mit einer Art monatlichem Abo-System unbegrenzten Zugang zu den benötigten Tauschakkus hat. Die genauen Preise werden noch bekanntgegeben.

Natürlich erinnert das Vorhaben stark an das Konzept des entschlummerten Nahost-Start-ups Better Place, das gemeinsam mit Renault eine knappe Milliarde Euro im israelischen Wüstensand versenkte und damit zu einem besonders desaströsen Flop in der Cleantech-Geschichte wurde. Allerdings: Gogoro braucht keine Hydrauliksysteme, um ultraschwere Hochvolt-Automobil-Akkus zu handeln, sondern der Rollerfahrer kann mit wenigen Handgriffen jeden der beiden Akkus in sechs Sekunden wechseln.

Eine modulare GoStation in Bankomatgröße kostet außerdem nicht eine halbe Million Dollar wie eine Better-Place-Tauschstation, sondern „nur“ 10.000 Dollar. Sie soll innert 30 Minuten installierbar sein, und zwar bevorzugt bei Tankstellen, Supermärkten, Shopping Malls oder U-Bahnstationen. Die Batterie kommunziert über NFC mit dem Roller, und dieser über Bluetooth 4.0 mit der Gogoro-Smartphone-App, die sich auch am Display des Roller-Cockpits abbilden lässt. Damit wird man bei Bedarf zur nächsten verfügbaren GoStation geleitet. Über die weltweit erreichbare Gogoro-Cloud kann man Tauschakkus bei einer gewünschten Station für sich reservieren.

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Nur der Prototyp bleibt weiß. Unzählige
Farbkombinationen sind möglich
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Die Alu-Bodenplatte erlaubt schnellen
Zugang zu allen Komponenten
 
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Praktische Einarmschwinge mit Monoshock;
Zahnriemenantrieb zum Hinterrad
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Die beiden entnehmbaren Akkus können an der
GoStation in Sekundenschnelle getauscht werden
 

Gogoro erachtet in Megacities eine Tauschstelle pro Quadratmeile als sinnvoll – auf ein kleines Wien umgelegt, wären das zirka 160 GoStations. Zielgebiet sind, wie erwähnt, die Emerging Markets, aber auch in einigen amerikanischen und europäischen Städten will Gogoro präsent sein. Ausgediente Akkus sollen im Idealfall ein zweites Leben als Back-up-Stromversorgung bei Computerservern oder in Großgebäuden finden.

Der Roller selbst (die Firma hat sich die Handelsmarke „Smartscooter“ gesichert) macht einen hochwertigen Eindruck und hat zahlreiche clevere Details an Bord: Zum einen gibt es keinen popeligen Hinterradnabenmotor wie in fast allen elektrischen Chinakrachern, sondern einen flüssig gekühlten Mittelmotor mit Zahnriemen zum Hinterrad; auch der Controller ist flüssig gekühlt, so wie beim BMW C evolution. Die für den Radwechsel praktische einseitige Radaufhängung vorne und hinten hat man sich von den Klassik-Vespas abgeschaut; das Vorderrad wird vermutlich per Aufhängung nach Art des BMW Telelever („Hossack-Gabel“) gefedert. Die 12-Zoll-Reifen kommen von Maxxis und haben zwei Laufflächenmischungen, der (härtere) mittlere Teil hat erhöhten Silika-Anteil.

Einen traditionellen Stahlrohrrahmen gibt es nicht, sondern den „Aeroframe“: Die im Rollerbau unübliche, verklebte Profil-Bodenplatte aus gepresstem Aluminium könnte vielleicht sogar eine geniale Erfindung sein. Das Kunststoff-Bodywork lässt sich für rasche Zugänglichkeit zu allen Komponenten einfach hochklappen. Samt beiden Akkus wiegt der Gogoro-Smartscooter nur 112 Kilo, unter der per Fernsteuerung entriegelbaren Sitzbank bleibt immerhin noch Platz für einen 24,5-Liter-Stauraum. Smart-Key- und Smart-Lock-Systeme erleichtern den Alltagsumgang und erhöhen die Diebstahlssicherheit. Die LED-Scheinwerfer sind über Helligkeitssensoren und Software stromverbrauchsoptimiert.

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Das Cockpit-Display kann über die Gogoro-App
den persönlichen Vorstellungen angepasst werden
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Alles neu: Bis auf Bremsen, Dual-Compound-Reifen und Federbein gibt es kein Teil in irgend einem anderen Roller
 

Mit den 6,4 kW (8,7 PS) Peak Power des Permanent-Synchronmotors lassen sich 95 km/h Höchstgeschwindigkeit realisieren. Die erfreuliche Drehmomentcharakteristik von E-Vehicles darf man voraussetzen; als erstaunliche Bergfähigkeit werden 30 Prozent Steigung mit 30 Stundenkilometern angegeben. Bei den mit 25 Sensoren ausgestatteten NFC-vernetzten Akkus ist Panasonic Entwicklungspartner, zum Einsatz kommen handelsübliche 18650er-Zellen. Über den Energieinhalt schweigt sich Gogoro noch aus, wahrscheinlich wegen der zu erwartenden Verbesserungen bis zum endgültigen Roll-out. Zugesagt werden 100 Kilometer Reichweite bei 40 km/h konstantem Tempo – das könnten, über den Daumen gepeilt, im Stadtbetrieb praxisgerechte 60 Kilometer bis zum Ansteuern der nächsten GoStation sein.

Über die Gogoro-App lassen sich (so wie bei der App von Zero Motorcycles) die Motorleistung als auch die Rekuperation und die damit zusammenhängende Motorbremswirkung individuell einstellen. Auch das Dashboard, die Töne des bordeigenen Soundgenerators und die LED-Lichtanlage kann man personalisieren. Feine Idee, feine Pläne. Wenn wir dem aktuellen Gogoro-Specsheet Glauben schenken wollen, dann sind die entnehmbaren Akkus mit je 9,5 Kilo aber leicht genug, dass man sie zum Aufladen in die Wohnung, ins Büro oder ins Hotelzimmer mitnehmen könnte. Was ist dann mit der Abo-Strom-Idee, oder mit dem Smart Grid? Nähere Infos auf www.gogoro.com

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Versprochen werden ausgewogene 50:50-Gewichtsverteilung und 48 Grad Schräglagewinkel
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Über die Cloud können geladene Akkus
an der GoStation vorreserviert werden
 
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6,4 kW (8,7 PS) für 95 km/h Spitze; Autonomie
100 Kilometer bei konstant 40 km/h
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Gogoro-Gründer Horace Luke hat taiwanesische
Großinvestoren und ein äußerst ambitioniertes Vorhaben
 



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