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PEDELEC-TEST

PUCH KRAFTLACKL 650b

Text & Fotos: M. Bernleitner
 

BERG- UND WALDMEISTER

Die neue E-Bike-Palette mit dem österreichischen Traditionswappen wird immer runder und leistungsfähiger


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Bereits ein Jahr nach dem Start
des elektrischen Puch-Fahrrad-Revivals wird dem erfrischenden Kraftlackl (mit Panasonic-Mittelmotor und Achtgangschaltung, siehe auch „motomobil“ Folge 009 und www.motomobil.at) von den Puch-Strategen ein zusätzliches Modell zur Seite gestellt: Das Kraftlackl 650b rückt vom Trekkingbike näher zum Mountainbike und kommt deutlich geländegängiger, die Ausstattung ist mit 30-Gang Shimano Deore XT und dem brandneuen Radnabenmotor von Panasonic ein attraktives, höchst aktuelles Paket. Kein Billigsdorfer, aber im zivilisierten E-Bike-Preisrahmen. Auch die Rad-/Reifengröße mit der immer beliebter werdenden Mitteldimension 650b entspricht ganz dem Trend.

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Der smarte neue Panasonic-
Radnabenmotor freut sich über
kräftige Steigungen
Der 250 Watt starke Panasonic-Radnabenmotor wiegt nur 2,7 Kilo; als Getriebemotor mit interner Übersetzung erlaubt er dem E-Triebwerk höhere Drehzahlen, das ist gut für die Steigfähigkeit; die erstaunlich kleinen Dimensionen werden auch durch die Auslagerung des Controllers in das Rahmendreieck unterhalb des 422-Wattstunden-Akkus ermöglicht.

Der Unterstützungsgrad durch den E-Motor kann über das einfach zu durchschauende und einfach zu bedienende Lenkerdisplay in drei Stufen gewählt werden, das reicht. Zusätzlich gibt es (ohne Tretunterstützung) zwei Stufen für die Rekuperation und einen Automatikmodus, in dem das E-Bike zwischen Bremsenergierückgewinnung und Tretunterstützung hin- und herschaltet. Interessanterweise ist die Rekuperation von den Fahrradbremsen unabhängig und schaltet sich dann zu, wenn die Tretkurbel für einige Sekunden nicht bewegt wird. Will man also im Automatikmodus ohne Bremswirkung bergab rollen, muss man pro forma immer ein bisschen pedalieren.

Im bergigen Raum Klosterneuburg gibt es mehrere MTB-Klassiker mit argen Steilstücken, die dem untrainierten oder konditionsschwächeren Nicht-Profi die Freude am Fahrradfahren nachhaltig vermiesen können – zum Beispiel der Buchberg oberhalb des Klosterneuburger Friedhofs oder der Managettasteig im schönen Villenvorort Weidling. Mit BionX-Antrieb bleibt man am Buchberg nicht in Fahrt, und auch mit einem Bosch-Mittelmotor muss man auf den steilen Stücken des Managettawegs heftigst treten, gerade dort, wo der Ausblick in die Weinberge am schönsten ist. Eine harte Nuss für das neue Puch-Pedelec?

Der Pedelec-Sensor des Panasonic-Radnabenantriebs reagiert bereits auf Pedaldruck und nicht erst auf Bewegung der Tretkurbel, daher ist auch das Bergauf-Anfahren keine große Herausforderung oder schwieriges Kunststück. Im Eco-Unterstützungsmodus ist die elektrische Kraftzugabe wie erwartet sehr mäßig, in Standard ist man für leichte bis mittlere Steigungen gut gerüstet, und in der Betriebsart High gelingen bei entsprechender Wahl der Fahrradübersetzung auch die schlimmsten Anstiege völlig mühelos. Beim Einstellen der Tretkurbelbewegung schiebt der Panansonic-Motor im „motomobil“-Testbike noch eine drittel bis halbe Sekunde nach, aus welchen Gründen auch immer.

Wie es Nabenmotoren mit Getriebeübersetzung zu eigen ist, ist auch der Panasonic nicht (so wie ein BionX) völlig lautlos; Lautstärke und Tonlage ändern sich mit dem Grad der Belastung, bleiben insgesamt aber sehr moderat und werden nicht unangenehm. An einem ständig aktualisierten Balken sieht man am Display sehr schön, wieviel Energie gerade durch das Pedelec-System zugeschossen wird.

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Leicht verständliches und
bedienbares Steuergerät
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Die Schalthebel sind hier etwas
zu knapp am Lenkergriff angebracht
 
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Die qualitätvolle Ausstattung ist
dem Preis des Kraftlackl angepasst
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Getriebe-Radnabenmotor:
So klein und doch so kräftig
 

Kurz vor der Windischhütte
auf 500 Metern Höhe gibt’s noch eines dieser immens steilen Teilstücke, die normalerweise den ehrgeizlosen Gelegenheitsbiker verzweifeln lassen – mit dem Puch Kraftlackl 650b muss man bei weitem nicht einmal in den kürzesten Gang schalten. Oben angekommen erwartet man, sich beim Berühren des tapferen Nabenmotors tüchtig die Finger zu verbrennen: Weit gefehlt, bei zirka 20 Grad Lufttemperatur ist der E-Motor nicht einmal lauwarm. Sollten sich im Dauerbetrieb keine späteren technischen Überraschungen ergeben, so scheint der leichte neue Panasonic-Radnabenmotor eine gelungene Bereicherung der E-Bike-Szene zu sein. Gemeinsam mit der 27,5-Zoll-Radgröße des Kraftlackl ergibt sich außerdem ein – für ein Hardtail mit Nabenmotor – ausgewogenes und komfortables Fahrverhalten.

Gieriger Stromfresser ist das Panasonic-System ebenfalls nicht: Nach 22 Kilometern steilem Bergauf und Bergab sind noch immer 52 Prozent Kapazität im Akku, wohlgemerkt ständig mit High-Unterstützung gefahren. Wer wirklich E-Zusatzschub will und auch ein schickes, den Augen sehr angenehmes Pedelec ohne Firlefanz, für den ist die neue Puch-Panasonic-Kombination eine ausgesprochene Empfehlung.


TECHNISCHE DATEN: PUCH KRAFTLACKL 650b
RAHMEN Aluminium AL 6061
GABEL Suntour XCM HLO 120 mm 
LAUFRÄDER Neo Disc 27,5“ Alu-Hohlkammer 
BEREIFUNG Schwalbe Rocket Ron 650b 
BREMSEN Shimano Deore BR-442 
SCHALTUNG Shimano Deore XT 30 G 
BELEUCHTUNG als Zubehör 
MOTOR Panasonic Radnabenmotor 250 W 
AKKU 48 V 8,8 Ah Lithium-Ionen, 422 Wh 
LADEZEIT ca. 7 h 
MAX. REICHWEITE ca. 90 km 
GEWICHT (inkl. Akku) 20,9 kg 
SPITZE 25 km/h mit Tretunterstützung 
SONSTIGES wählbarer Rekuperationsmodus 
PREIS € 2599,– 
VERTRIEB/INFO www.puch-bike.at 




































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