Banner
Banner
Banner
Banner
Banner

E-BIKE-NEWS

ERSTES ELEKTRO-MOTOCROSS DER FIM MIT KTM FREERIDE E


Text & Fotos: Dr. Foonkenfloog

QUO VADIS MX?

Auf der belgischen Rennstrecke Zolder fand Anfang Mai 2013 das erste europäische E-Motocross der FIM statt. Wir haben uns das Spektakel angesehen. Zu hören gab’s ja nicht viel


019_E-MotocrossZolder_kl

Ein Surren, ein Schleifen, die Geräuschkulisse ist ganz ähnlich wie bei einem Rennen mit ferngesteuerten Modellautos. KTM bringt sechs identische Exemplare der ab 2014 käuflich erhältlichen Freeride E an den Start, und zwar in einer Ausführung mit Schnellwechselmöglichkeit des Batterypacks. Auch andere klingende Namen sind im Spiel: Der zehnfache Motocross-Weltmeister Stefan Everts trifft in seinem ersten E-Rennen auf MX-Größen wie Jake Nicholls, Ken De Dycker und Damon Graulus. Durch den – wie durch Zauberei – fehlenden Lärm kann sich das Premierenpublikum nur schwer ausmalen, welche Power die E-Reiter kontrollieren. Aber ganz offensichtlich wird gefightet, als ob der Tiger im Tank wäre. Jake Nicholls wird wegen Sturz im Finallauf des Gesamtsiegs verlustig; am Ende steht Stefan Everts zuoberst am Podest.

Die FIM (Fédération Internationale de Motocyclisme), die E-Bike-Hersteller KTM, Quantya und Zero, und Zolder-Rennstreckendirektor Thierry Deflandre wollen mit dem ersten elektrischen Demo-Race im Rahmen der Clean Week in Zolder ein mögliches Reglement für den Zero-Emissions-Sport der nahen Zukunft erarbeiten. Die Grundidee: Auf einem Offroad-Rundkurs, der weniger als eine Minute Fahrzeit hat und bei dem mindestens 80 Prozent der Strecke durch das Publikum einsehbar sein sollen, kämpfen sich in fünf Runden pro Vorlauf vier bis acht Starter im Ausscheidungsverfahren bis zum Lorbeerkranz durch. Das Regelwerk nimmt Anleihen an aktuellen Snowboard- und BMX-Wettbewerben, es ist aber auch den besonders in den 1980er-Jahren sehr beliebten Indoorcross-Veranstaltungen nicht ganz unähnlich.

Dadurch könnte (wie beim BMX) eine riesige Anzahl von Teilnehmern pro Renntag ausgesiebt werden. Ab dem Viertelfinale verbleibt ein hochkarätiges Ein-Stunden-Programm, das für TV-Übertragungen attraktiv ist. Derzeit werden zwei gleichberechtigte Klassen diskutiert: In e-MX1 ist die Performance – also der Energieinhalt der Batterie und die Leistung des E-Motors – reglementiert, verschiedene Zweiradmarken können unter gleichen Voraussetzungen antreten; in e-MX2 gibt es einen unlimitierten Antriebsstrang, das ist das Laboratorium für die Clean Bikes der Zukunft.

020_E-MotocrossZolder_kl
Spannende Offroad-Show und reges Medieninteresse
beim ersten E-Motocross der FIM in Zolder
021_E-MotocrossZolder_kl
Ganz wie in echt, aber wie in einem Stummfilm: Die
fast völlig fehlende Krawallwolke irritiert ein bisschen
022_E-MotocrossZolder_kl
KTM-Entwicklungstechniker Arno Ebner wacht
über die Befindlichkeit der wertvollen Akkupacks
023_E-MotocrossZolder_kl
Sowohl E-Motor als auch Controller (rechts oben)
sind flüssig gekühlt; links oben die Wasserpumpe

Die Premiere in Zolder zeigt, dass die KTM Freeride E für dieses oder ähnliche neue Rennformate bereits bestens gerüstet ist. Während der Energieinhalt der Akkus von KTM bisher mit 2100 Wattstunden angegeben wurde, wird der E-Crosser 2014 wahrscheinlich mit einer fast 20-prozentigen Erweiterung auf 2,5 kWh in den Verkauf kommen. Top-Profis haben damit zirka 20 bis 25 Minuten Kraft; der Hobbyfahrer setzt die Peak Power von 22 kW (30 PS) nicht so vehement ein und fährt mit der 97 Kilo leichten Freeride E etwa 45 Minuten bis eine Stunde lang im Gelände.

Die 26 Kilo schwere Batterie wird von vier Stehbolzen unterhalb des aufklappbaren „Tank-Sitzbank“-Bodyworks fixiert; bei einem Boxenstopp ist sie mit einem Zehner-Steckschlüssel innert einer Minute ausgetauscht. Die (in der Praxis eher seltene) Vollladung des aus 18650er-Lithium-Zellen bestehenden KTM-Akkupacks beträgt an einer mit 13 Ampere gesicherten Allerwelts-Haushaltssteckdose nur eineinhalb Stunden. Die Vision und der Charme der neuen E-Crosser und der neuen elekrischen Rennformel: Während der Offroad-Sport mit Verbrennungsmotoren mittlerweile bis in die hintersten Winkel zurückgedrängt wurde, können mit der Freeride E und anderen Elektromotorrädern sogar Veranstaltungen mitten in Tourismusgebieten oder in Cities durchgeführt werden; www.ktm.com/at/freeride/freeride-e; www.circuit-zolder.be
 
024_E-MotocrossZolder_kl
„Battery Swap“: Vier Zehnermuttern auf und der
Akku kann sehr komfortabel entnommen werden
025_E-MotocrossZolder_kl
Ho-ruck und die 2500 Wattstunden
sitzen wieder fest im Batteriekäfig
026_E-MotocrossZolder
Zolder-Rennstreckenchef Thierry Deflandre ist von
der Vision der neuen e-MX-Klasse fest überzeugt
027_E-MotocrossZolder_kl
Stefan Everts, zehnfacher Weltmeister, gewinnt
das erste E-Motocross-Rennen der FIM
.


FINDE ICH GUT
Facebook! Mister-Wong! Twitter! Del.icio.us! StumbleUpon! Netscape! Google! Furl! Yahoo! Diigo! Technorati! Smarking! Netvouz! MySpace! Live! Joomla Free PHP