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E-BIKE-TEST

ELMOTO HR-2


Text: Uli Brée
Fotos: www.foto-sandra.at

DER APFEL UNTER DEN E-BIKES

Ideales Fahrzeug für Leute, die schon das komplette Apple-Programm haben – aber nicht wissen, wie sie das trendige Zeug transportieren sollen. Hier ist es endlich: das iMoto, pardon, das Elmoto HR-2. Ganz ohne Apps – dafür mit viel Akku. Ein Tatsachenbericht



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Lautlos, aber nicht harmlos

Jeden Morgen dasselbe Spiel. Immer zur gleichen Zeit.
Ecke Neubaugasse-Mariahilferstraße. Die schöne Rothaarige sitzt in ihrem komfortablen BMW und wartet genervt darauf, dass sich endlich der blöde Stau auflöst. Ich sehe sie jeden Morgen dort um Fünf vor Acht im Auto sitzen, wenn ich mit dem Elmoto an ihr vorbei gleite. Und ich frage mich, warum die Menschen das tun? Warum lernt keiner was dazu? Warum stehlen sich die Leute selber ihre Zeit? Warum setzen sie sich jeden Tag freiwillig da rein? Warum steigt keiner aus? Dabei könnte doch alles so einfach sein. Draufsetzen und losfahren. Das Leben ist zu kurz, um es im Stau zu verbringen.

Seit drei Wochen teste ich das Elmoto. Ich war damit am Land, in der Stadt und ich habe es sogar mit in den Urlaub genommen. Und ich muss sagen: Mehr braucht der Mensch nicht, um sich stilvoll fortzubewegen. Manchmal hat man sogar das Gefühl, auf einem fahrenden iPhone zu sitzen, so trendy ist man mit dem Elmoto unterwegs. Man fällt mit dem Ding mehr auf als eine rassige Rothaarige in einem BMW-Cabrio. Und eine Spur günstiger als ein BMW ist es auch noch.

Hat man erst einmal die beachtliche Sitzhöhe von 89 Zentimetern erklommen, kann es auch schon losgehen. Einfach den Schlüssel umdrehen und am Gasgriff drehen. Schon surrt das Elmoto lautlos durch die lärmende Stadt und beschleunigt innerhalb kürzester Zeit auf heiße 45 km/h. Seltsamerweise hat man das Gefühl – vielleicht gerade weil das Elmoto kein Geräusch macht – unglaublich schnell zu sein. Vielleicht liegt es auch daran, dass es gerade einmal 47 Kilo wiegt und so handlich wie ein Fahrrad ist.

Aber was ist das Elmoto überhaupt? Ein Fahrrad mit Elektromotor? Ein Motorrad? Ein Moped? Gute Frage! Schwere Antwort. Laut Zulassung ist es ein Moped, aber irgendwie ist es von allem etwas und auch wieder nicht. Man hat zwar manchmal das Gefühl auf einem Motorrad zu sitzen, vermisst dann aber die Blinker. Genauso wie die Fußbremse fürs Hinterrad. Die befindet sich rechts am Lenker, die Vorderradbremse links. Genauso wie bei Fahrrädern, bei Rollern ist es umgedreht. Gestandene Motorradfahrer müssen sich so oder so umstellen.

Der meistgeschriebene Satz in der Motorfachpresse? „Die Instrumente sind gut ablesbar“
Der meistgeschriebene Satz in der
Motorfachpresse? „Die Instrumente
sind gut ablesbar"
So sieht also ein „Halb-Gasgriff“ aus, obwohl das ja mehr ein „Drittel- Gasgriff“ ist, oder!?
So sieht also ein „Halb-Gasgriff" aus,
obwohl das ja mehr ein „Drittel-
Gasgriff" ist, oder?

Auch das Rechtsabbiegen per Handzeichen ist eher gewöhnungsbedürftig. Der „halbe Gasgriff" wiederum ist sehr hilfreich. Gerade Einsteiger sind den Umgang mit E-Bikes zunächst nicht gewohnt. Ich habe das schon oft genug gesehen: Der Anfänger kommt beim ersten Aufsteigen an den Griff und das lautlose Gefährt geht unvermittelt los. Bei diesem halben Griff hat man sozusagen das Gerät immer noch im Griff. Kein Fehler. Abgesehen davon hat das Elmoto auch noch einen Zündschlüssel. Was auch immer bei einem E-Bike gezündet wird. Aber man gibt ja auch nicht wirklich Gas, eher Strom ...

Überhaupt ist die Ausstattung üppig.
Die Armaturen zeigen den Batterieladestand auf einer rot-gelb-grünen Skala an, und der Tacho informiert digital darüber, in welchem Geschwindigkeitsrausch man sich gerade befindet. Leider gibt es kein Lenkradschloss. Also sollte man, gerade in der Stadt, ein Schloss mitführen. Spätestens dann, wenn sich unter den Raddieben herumgesprochen hat, wie man gestohlene Elektrobikes wieder auflädt.

Bezüglich Kapazität kann man sich ruhig entspannen.
Ich habe das Elmoto höchstens einmal in der Woche aufladen müssen. Im Schnitt kommt man damit 60 Kilometer weit. Innerhalb von vier bis sechs Stunden (je nach Ladegerät) ist ein komplett leeres Elmoto wieder einsatzbereit. Am besten, einfach über Nacht an eine ganz normale Steckdose anhängen. Das 2011er-Modell verfügt übrigens über 15 Prozent mehr Effizienz in Sachen Leistung und Kapazität als bisher.

Gestört hat mich nur sehr wenig an diesem Spaßgerät.
Bei Steigungen kämpft das Elmoto etwas mit der Kraft, am Berg sind herkömmliche 50-Kubik-Mopeds wesentlich zäher. Die Fußrasten sind eine Spur zu weit hinten angebracht; die Sitzbank des 2010er-Modells ist schnell durchgesessen – und die Sitzbank des 2011er-Modells ist wiederum zu hoch. Besonders für kleinere Menschen. Und das ist sehr bedauerlich. Meiner Frau hat das Gefährt auf den ersten Blick gefallen, doch sie ist keinen Meter damit gefahren, weil sie nicht mit den Füßen auf den Boden kommt. Wirklich schade. Aber man munkelt ja, dass es da bald Abhilfe aus Stuttgart geben wird. Das sehr hochwertig produzierte Elmoto kommt nämlich aus Deutschland.

Morgen früh werde ich wohl an der Ecke Neubaugasse-Mariahilferstraße endlich einmal stehen bleiben
und der Dame einen Prospekt vom Elmoto ins offene Cabrio reichen. Um lässige 4249 Euro und 99 Cent bekommt man bereits ein funkelnagelneues Elmoto und ein Stück Freiheit gratis dazu. Ich würde der Dame ja vorerst den Soziussitz anbieten – aber den gibt es leider nicht. So ist das Leben.

Zwei Federbeine schauen cool aus. Mehr Design als Zweck
Zwei Federbeine schauen cool aus.
Mehr Design als Zweck
Das schöne Apfelgrün gibt’s als Farbvariante auch in Unschuld-Weiß
Das schöne Apfelgrün gibt's als Farbvariante
auch in Unschuld-Weiß

PLUS
- tolles Design
- extrem günstig im Unterhalt (0,60 Euro pro 100 Kilometer)
- leicht zu fahren
- gut verarbeitet
- Mopedzulassung
- umweltfreundlicher ist nur noch Radfahren

MINUS
- keine Blinker
- Sitzhöhe 89 Zentimeter
- nur Solobetrieb
- Fußrasten zu weit hinten


TECHNISCHE DATEN: ELMOTO HR-2
MOTOR Hinterradnabenmotor, bürstenlos
LEISTUNG  1,7 kW (2,3 PS), Peak Power 2 kW (2,7 PS)
DREHMOMENT  50 Nm
FAHRWERK  Alurahmen, Alu-Profilschwinge
AUFHÄNGUNG vo/hi  Telegabel 35 mm, Stereofederbeine
FEDERWEG vo/hi  170 mm/140 mm
RADSTAND  1230 mm
BEREIFUNG vo/hi  Schwalbe Crazy Bob 24"
BREMSEN vo/hi  Magura-Scheiben 203 mm, 2-Kolbensättel
SITZHÖHE  890 mm
AKKU  Lithium-Ionen 48V 25Ah
LADEZEIT  6 h bzw. 4 h (Schnellladegerät)
MAX. REICHWEITE 65 km
GEWICHT (inkl. Akku)  45 kg
SPITZE  45 km/h
PREIS  € 4249,99
VERTRIEB/INFO  www.s-tuning.at, www.elmoto.com













































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