Banner
Banner
Banner
Banner
Banner


E-BIKE-VORSTELLUNG

EGO MADE BY IO


Text: Michael Bernleitner

ÖSI-STROMBIKE

In Brunn am Gebirge rauchen die Köpfe und die Wicklungen. Das erste richtige österreichische Elektromotorrad für die Straße nimmt Formen an. Serienstart ist 2012


erstes österreichisches Elektromotorrad

In genau diesem unbeaufsichtigten Moment haben wir die abstürzende, halbvolle Kaffeetasse geräuschlos mit dem Fußrist auf den Büroteppich gerollt. Und mit einer der James-Bond-Spionagekameras, die wir in der Brillenfassung, in der Krawattennadel und im Siegelring immer unauffällig mitführen, die geheimen iO-Dokumente abgelichtet. Eigentlich sollten wir den Prototyp des neuen iO-Rollers Manhattan (der im Oktober 2010 auf den Markt kommt) probefahren, aber die – ganz wie zufällig herumliegenden – Skizzen des ersten rot-weiß-roten Power-E-Bikes, das die Serienreife erlangen soll, elektrisieren den spannungsgeladenen Reporter.

 

E-Spitzenleistung soll also in Hinkunft nicht nur aus San Francisco, Santa Cruz oder Portland kommen. Die bekannten wattstarken Player wie Mission Motors, Zero, Moto Czysz, Brammo oder Mavizen erhalten Verstärkung durch einen durch und durch mittelständischen Betrieb, der bis jetzt pro Jahr zirka 1500 qualitativ ordentliche Elektroroller der 50er- und 125er-Klasse erzeugt. Ausgedacht werden die iO-Roller in Brunn am Gebirge (gleich bei der Shopping City Süd); die Regelelektronik-Programmierung kommt aus der Steiermark (Erzeugung des kompletten Controllers in Slowenien); gebaut werden die Scooter in China. In einer Fabrik, die ebenfalls dem kleinen iO-Imperium gehört. Deren Jahreskapazität wären 20.000 Fahrzeuge, angepeilt sind aber erst einmal 5000 Einheiten, laut Firmengründer Bernd Kraemmer.

 

Power-E-Bike? Mit satten 30 Kilowatt Leistung (41 PS) ist man im elektrischen Umfeld in dieser Liga mit dabei. Rechnerisch, theoretisch und praktisch kann man damit die 180-Stundenkilometer-Marke erreichen. Der iO eGO wird jedoch zur Sicherung einer ordentlichen Reichweite auf 140 km/h begrenzt sein. Kraemmer hat sich einen klaren, plausiblen Leitfaden zurecht gelegt: „Ob es jetzt 50er- und 125er-Pendants sind oder das große Bike – die Höchstgeschwindigkeit, die wir erreichen, die wollen wir auch als Reichweite anbieten können.“ Eine sympathische Regel, die man eigentlich in ein Elektrogesetz gießen sollte …

 

Der eGO ist mit Radgröße von 13 Zoll ein Hermaphrodyt aus Roller und Motorrad. Ein waschechter „Hybrid“, sozusagen. Die Kraftausbeute liefern je ein Nabenmotor im Vorder- und im Hinterrad – eGO ist somit auch ein waschechter Allradler, ein Bimotor-Bike. Unterschiedlich zu unseren gezeigten frühen Sketches wird aber das Vorderrad nicht per Telegabel geführt sein: Die ungefederten Massen sind samt Bremsanlage und Radnabenmotor höchst beträchtlich, daher gibt es eine geschobene Stereoschwinge mit Sonderform einer Achsschenkellenkung. Der reichliche, stabilisierende Radstand entspricht dem eines Suzuki Burgman 650; das Gewicht samt Akku soll unter 200 Kilo bleiben. Eine bei leichten E-Bikes und Pedelecs unsinnige und effekthascherische Rekuperation (Bremsenergie-Rückgewinnung) bekommt beim gewichtigen eGO ihren Sinn, besonders aber erst durch den geplanten Zwischenspeicher – ständige Rückeinspeisung kann damit Lebensdauer, Ladezyklen-Reserve und Befindlichkeit des Lithium-Haupt-Akkus nicht durcheinander bringen.

 

Offensichtlich wird eine alltagsnahe Mischung aus Hi-tech und erprobten, effektiven Lösungen durchgezogen: Nach aktuellem Stand soll sich der Preis nicht drastisch über die 10.000-Euro-Marke aufschwingen. Die geschmeidige eGO-Linienführung kommt vom in Salzburg ansässigen Industriedesigner David Tealdi, der bereits für Zweirad-Branchengrößen wie Gerald Kiska oder Piaggio gearbeitet hat.

 

Den am iO-Büroteppich ausgeschütteten Kaffee wollen wir mit einem herumliegenden Stapel Papier heimlich auftrocknen und dabei segeln uns fünf, sechs weitere Zeichnungen in die Überschwemmung. Zum Fotografieren durch die Krawattennadel oder den Siegelring leider unbrauchbar – so, wie eGO wirklich aussehen wird! Zeit zur Flucht, einen iO-Werbekuli und einen USB-Stift lassen wir auch noch mitgehen. Das Power-Scooter-Bike wird wesentlich besser und schneidiger daherkommen. Es wird über dem Batterie-Tunnel einen zwar schmalen, aber freien Durchstieg bekommen; einen superschlanken,  gleichzeitig wettertauglichen Windverbau; anstelle des herkömmlichen Benzintanks wird’s ein Helmfach geben; für Tourenfahrer sollen am luftigen Heck Clip-ons für Gepäcklösungen vorgesehen sein. Wie das erste österreichische Elektromotorrad ganz genau ausschaut, findet man in der zweiten Folge unseres Magazins „motomobil“. Ab 5 Oktober in der Trafik!

 

 

Prototyp des im Oktober 2010 kommenden iO Manhattan: Leistung 3,6 kW (4,9 PS), Peak Power 9 kW (12,2 PS); Gewicht inkl. Akku 178 kg; LiFePo4-Akku 4200 Wattstunden; Spitze (geregelt) 70 km/h; Reichweite bei Dauertempo 50 km/h bis zu 130 km; Preis € 6770,–. Erster „motomobil“-Fahreindruck: Beschleunigung bis 60 km/h entspricht ungefähr einer 15-PS-Benzin-125er, darüber zäh; solides Finish; müheloses Handling; sehr gute Bremsanlage
Prototyp des im Oktober 2010 kommenden iO Manhattan: Leistung 3,6 kW (4,9 PS), Peak Power 9 kW (12,2 PS); Gewicht inkl. Akku 178 kg; LiFePo4-Akku 4200 Wattstunden; Spitze (geregelt) 70 km/h; Reichweite bei Dauertempo 50 km/h bis zu
130 km; Preis € 6770,–. Erster „motomobil“-Fahreindruck: Beschleunigung bis 60 km/h entspricht ungefähr einer 15-PS-Benzin-125er, darüber zäh; solides Finish; müheloses
Handling; sehr gute Bremsanlage
iO-Mastermind Bernd Kraemmer mit dem Prototyp des Arbeitstiers King Kong, mit dem in Hinkunft in einigen europäischen Ländern die Post ausgetragen werden könnte: klappbarer Soziussitz; auch über dem Vorderrad gibt’s stabile Aufnahme für eine Transportkiste; Leergewicht samt Akku 180 kg; die Batteriekapazität des teuren LiFePo4 beträgt gehaltvolle 6100 Wattstunden; € 7900,–.  Vielleicht ein Scooter auch für Pizzadienste, Maler & Anstreicher oder Bäckereien?
iO-Mastermind Bernd Kraemmer mit dem Prototyp des Arbeitstiers King Kong, mit dem in Hinkunft in einigen europäischen Ländern die Post ausgetragen werden könnte: klappbarer Soziussitz; auch über dem Vorderrad gibt’s stabile Aufnahme für eine Transportkiste; Leergewicht samt Akku 180 kg; die Batteriekapazität des teuren LiFePo4 beträgt gehaltvolle 6100 Wattstunden; € 7900,–.  Vielleicht ein Scooter auch für Pizzadienste, Maler & Anstreicher oder Bäckereien?

 

 

Kontakt: iO Fahrzeuge Produktions- u. Handels GmbH
Jakob Fuchsgasse 45
2345 Brunn am Gebirge
Tel.: 02236/332 12
www.io-scooter.com

 



FINDE ICH GUT
Facebook! Mister-Wong! Twitter! Del.icio.us! StumbleUpon! Netscape! Google! Furl! Yahoo! Diigo! Technorati! Smarking! Netvouz! MySpace! Live! Joomla Free PHP