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125er-TEST

ERSTE AUSFAHRT: HONDA MONKEY 125


Text: Master Blaster
Fotos: Zep Gori, Ciro Meggiolaro, Francesc Montero
 

RUF DER WILDNIS

So schnell kanns gehen mit der Renaissance der kleinen Hubräume. Die neue Achtelliter-Monkey ist wie Christkind und Osterhase


Honda Monkey 125
 


Vor einem halben Jahr noch als „Concept Model“ beziehungsweise als Versuchsballon und Lockvogel auf den internationalen Zweiradmessen, ist die Serienversion der Honda Monkey 125 jetzt auch schon um freundliche 4090 Euro bei den österreichischen Händlern. Und sofort unter dem Hintern der „motomobil“-Redaktion für die erste Testfahrt. Wer sich zur Einstimmung in die umfangreiche Historie der legendären Honda-Minibikes fundiert einlesen will, kann das in „motomobil“-Folge 013 oder hier unter diesem Link.

Wir setzen uns auf ein „echtes“ Motorrad. Was 1961 als fünfzöllige zwergenhafte Attraktion in einem japanischen Vergnügungspark begann und 1963 erstmals in den Verkauf ging, ist jetzt ein ernsthaftes Verkehrsmittel, das sowohl im Citydschungel als auch auf moderaten Kurzstrecken Freude bereitet. Über Jahrzehnte das Sinnbild für ein zu heiß gewaschenes 50er-Moped, haben auf der 125er auch größere Menschen ordentlich Platz. Und – nicht zuletzt – auch Leistung.

Der liegende, luftgekühlte SOHC-Zweiventiler klingt gut gedämpft, aber gleichzeitig gierig und hungrig. Die links und rechts unter dem Tank ausladende Ansaugbox und der halbhohe Scrambler-Auspufftopf mit seiner schönen Chromblende machen einen guten Sound. Wie schon aus der fröhlichen MSX125 bekannt (der Motor ist so gut wie unverändert), zieht das viergängige Triebwerk wie am Gummiband aus dem Stand weg, dreht gerne hoch und hat – hubraumentsprechend – guten Durchzug. Wer damit nicht zurecht kommt, muss sich halt eine Tausender oder Dreizehnhunderter kaufen.

Die von den 6,9 kW (9,2 PS) ermöglichte Höchstgeschwindigkeit würden wir nach der ersten Probefahrt auf einen guten – und somit stadtautobahntauglichen – Neunziger einschätzen. Der WMTC-Verbrauch soll laut Honda bei eineinhalb Litern auf hundert Kilometer liegen. Wenn in der Praxis vielleicht zwei Liter daraus werden, dann hat man mit dem 5,6-Liter-Tank eine tolle Reichweite. Und bekommt an der Tankstelle einen Ruf als Geizhals.

Honda Monkey 125
Die Blüte der „Ur-Monkey“ fand in den
1970ern statt. Im Vergleich dazu ist das
neue Modell deutlich geräumiger
Honda Monkey 125
Mit den drehfreudigen 6,9 kW (9,2 PS)
muss man sich im Stadtverkehr
keinesfalls verstecken
 

Das Fahrwerk mit der breiten, geländegängigen 12-Zoll-Bereifung von Vee Rubber (Thailand) basiert – abgesehen von Rahmenheck, Schwinge und Federbein – auf der MSX125. Mit der verbinden wir gute Erfahrungen wie hohe Stabilität und enorme Handlichkeit – und man wird nicht enttäuscht: Das Gewicht von 107 Kilo vollgetankt ist quasi nicht spürbar, die Monkey ist wie ein gut passender Turnschuh.

Die kleine USD-Vorderradgabel und die hinteren Stereo-Stoßdämpfer (deren Federn in den erhältlichen Karosseriefarben gelb, rot oder schwarz passend lackiert sind) weisen eine extrem komfortable Grundabstimmung auf – je nach persönlichem Geschmack vielleicht fast sogar zu weich. Die Dämpfung aber passt, es gibt keine Schaukelei, und gemeinsam mit dem äußerst wohltuend dimensionierten Sitzkissen und seriösen Federwegen ist das die mit Abstand bandscheibenschonendste Monkey, die es je gegeben hat.

Wenig überraschend, taucht die Telegabel beim Bemsen ohne viel Widerstand heftig ein, da muss man sich daran gewöhnen. Positiver Nebeneffekt: Das liegt auch an der wirklich guten Bremswirkung der 220-Millimeter-Vorderradscheibe, die mit Einkanal-ABS ausgestattet ist. Wohl um ein unbeabsichtigtes Überbremsen zu verhindern, ist die Abstimmung der hinteren Scheibe dann eher zurückhaltend ausgelegt.

Honda Monkey 125
Strandleben: Mit der profilierten
12-Zoll-Bereifung kann man auch
leichtes Gelände unter die Räder nehmen
Honda Monkey 125
Die große Ansaugbox unterm
Tank ist auch für den zivilisierten
und angenehmen Sound zuständig
 

Es gab noch nie soviel Monkey ums Geld: Nichts wirkt billig oder übermäßig knausrig. Eine Seilzugbetätigung der Kupplung ist für die Wirkung oder für die Lebensdauer wurst; das sparsamste Teil ist die Vorrichtung zur Kettenspannung an der Hinterrad-Stahlschwinge mit Langschraube und Kontermutter statt mit Exzenterscheibe. Mit internen Gepäckräumen ist nix, doch man findet ein versperrbares Helmschloss links unter der Sitzbankkante.

Natürlich gibt es kleine Wünsche: Wären die Spiegelstangen um einen oder um eineinhalb Zentimeter länger, so würde die Übersicht auf Drängler aus dem Hinterhalt um einiges besser (ohne dass die Spiegel über die Lenkerbreite hinausragten).

Manche Details wirken sogar luxuriös: Die Verchromung der stabilen Metallfender an den Rädern vorne und hinten hat Spiegelqualität, das war bei einem kleinen Bike schon ewig lange nicht mehr da. Oder der Schlüsselanhänger, mit dem man der kleinen Maschine den „Call of the Monkey“ entlocken kann – ein helles Quieken dient als Bikefinder, außerdem kann man die Diebstahlwarnanlage aktivieren. Bei so viel Freude über das feine Minibike wärs ja wirklich ein Jammer, wenn es in die Hände von ehrlosen Langfingern fiele.
 
Honda Monkey 125
Sogar am kleinsten Bike
muss die Bequemlichkeit
nicht zu kurz kommen
Honda Monkey 125
Vintage-Design und moderne
LED-Lichtelemente passen
sehr gut zusammen
 
Honda Monkey 125
Die soliden Chrom-Kotflügel vorne und
hinten unterstreichen den qualitätvollen
Eindruck der neuen Monkey 125
Honda Monkey 125
Das kleine Rundinstrument
zeigt die nötigsten Informationen
an – das reicht zum Fahren
 


TECHNISCHE DATEN: HONDA MONKEY 125
Motor: 1-Zyl.-4-Takt, luftgekühlt, SOHC, 2 Ventile, EFI; Hubraum: 124,9 ccm; Leistung: 6,9 kW (9,2 PS) bei 7000/min; Maximales Drehmoment: 11 Nm bei 5250/min; Getriebe: Viergang; Fahrwerk: Backbone-Stahlrahmen, Zweiarm-Ovalrohrstahlschwinge, Stereofederbeine; Telegabel: Upside-down 31 mm; Bereifung vo/hi: 120-80-12/130-80-12; Bremsen vo/hi: Scheibe 220 mm, Doppelkolbenbremszange, Einkanal-ABS/Scheibe 190 mm, Einkolbenbremszange; Federweg vo/hi: 100 mm/104 mm; Radstand: 1155 mm; Sitzhöhe: 775 mm; Tankinhalt: 5,6 l; Gewicht vollgetankt: 107 kg; Verbrauch (Werksangabe lt. WMTC-Zyklus): 1,5 l/100 km; Höchstgeschwindigkeit: ca. 95 km/h; Verkaufspreis: € 4090,–; Vertrieb/Info: www.honda.at


E-PAPER-DOWNLOAD (PDF, kostenfrei):
„Die Geschichte der Honda Minibikes“     pdf
 


Honda Monkey 125



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