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ROLLER-TEST

DER WELTROLLER

Text Michael Bernleitner
Fotos Honda, Bernleitner

DER WELTROLLER

Schaut so der Zeitgeist aus? So soll er herzlich willkommen sein

Das Design des PCX ist nicht nur frisch, sondern sogar ziemlich unverwechselbar
Das Design des PCX ist nicht nur frisch, sondern sogar ziemlich unverwechselbar
Hondas rollernde Antwort auf wirtschaftliche Rahmenbedingungen und ökologische Anforderungen ließ nicht lange auf sich warten. Ein mehr als gefälliger, dynamisch aussehender Scooter mit besten Fahreigenschaften und untadeliger Verarbeitung um 2490 Euro; Verbrauch? 2,1 Liter auf 100 Kilometer. Das sitzt, das passt, das trifft ins Schwarze.
Oder von mir aus ins Grüne. Weil ein Green Vehicle soll doch keineswegs automatisch ein elektrisches sein. Neben dem seit wenigen Wochen sich im Umlauf befindlichen PCX 125 (Honda sagt nur kurz „PCX“ dazu) schauen die meisten der aktuellen Elektroroller so aus, als ob sie einem Überraschungsei entschlüpft oder gerade aus einem Kaugummiautomat gepurzelt sind. Die Wirtschaftlichkeit des PCX und fast 300 Kilometer Reichweite aus einem kleinen 6,2-Liter-Tank legen die Latte hoch. Beim Punkt Zuverlässigkeit und Haltbarkeit verdient der PCX jenen Vertrauensvorschuss, den sich die Marke in den vergangenen Jahrzehnten erarbeitet hat.
Aus keinem Blickwinkel könnte man den günstigen Preis der neuen Honda-Mobilitätsoffensive erraten
Aus keinem Blickwinkel könnte man den günstigen Preis der
neuen Honda-Mobilitätsoffensive erraten
Als sprit- und emissionssparende Detailmaßnahme bringt Honda eine automatische Leerlaufabschaltung, bei der sich der Motor im Leerlauf – bei stehendem Fahrzeug – nach drei Sekunden abschaltet und beim kleinsten Dreh am Gasgriff blitzartig wieder anspringt. In der Praxis funktioniert das sensationell gut: Ohne Zeitverzögerung und ohne jegliches Startergeräusch packt die automatische Fliehkraftkupplung zu und der 125er prescht los. „Lospreschen“ mag auf einem Achtelliter mit gerade 8,6 kW (11,7 PS) Leistung ein  wenig süffisant klingen. Beim PCX stimmt’s – denn der Eindruck ist so, als ob er die gesetzliche Höchstgrenze von 11 kW (15 PS) voll ausnutzen würde. Verantwortlich dafür sind das kleine Fahrzeuggewicht von vollgetankt 124,4 Kilo und die Honda-Entwicklung V-Matik, die eine verfeinerte Version der üblichen Keilriemenautomatik ist.
Das fehlende Startergeräusch erklärt sich, weil ein herkömmlicher Startermotor entfällt. Stattdessen dient der Rotor der Lichtmaschine in Umkehrfunktion als E-Starter. Dieses System eines „Dynastarters“ ist seit den 1950ern bei Zweitaktern (zum Beispiel Puch SGA) wohlbekannt, bei Viertaktern war es bislang wegen des ungleich höheren inneren Widerstands nicht sehr praktikabel – Honda hat die Technologie jetzt im Griff. Der PCX-Motor läuft in jener Zehntelsekunde, in der der Gasgriff bewegt wird und nimmt sofort Drehzahl auf. Interessant ist, dass in fast allen Zeitungsberichten und Internetplattformen wiedergekäut wird, der PCX sei der erste Honda-Roller mit Start-Stopp-Automatik. Ein schlampiger Irrtum. Bereits 2000 gab es den luxuriösen und technisch extrem hochstehenden Honda Jazz 250 mit „Idle-Stop“ (ebenfalls mit Sitzbank-Sensor wie beim PCX), und schon damals funktionierte das System klaglos. Beim PCX gibt Honda die Treibstoffersparnis im Stadtverkehr durch die zeitweise Motorruhe mit fünf Prozent an. Angesichts des ohnehin geizigen PCX-Verbrauchs mag das wie eine Pipettenfüllung klingen, aber immerhin.
Kurvenfreude und Stabilität vertragen sich
Kurvenfreude und Stabilität vertragen sich
Können wir ihn uns auch als 250er wünschen?
Können wir ihn uns auch als 250er wünschen?