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125er-TEST

SKYTEAM ACE 125


Text: Uli Brée
Fotos: Bernhard Raggl (1), M. Bernleitner

NICHT NUR EIN TRAUM

Keine Replika und keine Fälschung, sondern eine „chinesische Hommage“ an die legendäre Honda Dream


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Bree_Autor_Ace_klIch kann mich erinnern, dass ich vor einigen Jahren durch die Kölner Intermot spaziert bin und mir dachte: „Wahnsinn, hier sind allein zwei Hallen nur mit chinesischen Motorradanbietern voll. In einigen Jahren haben die Europa überrollt!“ Alles hat so gewirkt wie eine große öffentliche Fälscherwerkstatt. Nur ein Beispiel: Man hat zwar am Orange und am Gerücht von einem Design erkannt, dass es so etwas wie eine nachgemachte KTM sein soll, aber trotzdem wäre so ein unförmiges, handgeschnitztes Ding einem Herrn Kiska nur nach der Einnahme von bewußtseinsverengenden Drogen passiert. Jetzt, ein paar Jahre später, gibt es immer noch diese chinesisch dominierten Hallen – und die Dinger schauen immer noch genauso improvisiert aus wie damals. Doch zumindest die Namen einiger Hersteller wecken interessante Assoziationen. Einer hat mir ganz besonders gefallen: BSE-Motors! Der reine Wahnsinn.

Eine der ganz, ganz wenigen Ausnahmen bildet Skyteam. Diese Leute haben sich im Lauf der letzten Jahre einen Namen in der Monkey- und Dax-Szene gemacht. Die Replikas der kultigen Honda-Einzylinder sind gelungen und glaubwürdig. Weil die japanischen Originale nicht mehr für den europäischen Markt angeboten werden, stürzt sich die Honda-Monkey-Szene seit einigen Jahren auf die Geräte von Skyteam.

Die neueste Kreation der himmlischen Gruppe ist die Ace. Eine Reminiszenz an die legendäre Honda Dream 50. Und man muss den Leuten rund um das Skyteam abermals ein Kompliment machen. Die kleine Maschine, die es als 50er oder als 125er gibt, ist mit ihrem gestreckten Tank so derartig gelungen, dass es eine Freude ist. Viele Details sind liebevoll gestaltet. Wer die alten Hondas noch im Gedächtnis hat, erinnert sich gerne an die runden Metallblinker oder an das klassische Honda-Rücklicht. Die Armaturen sind sowieso eins zu eins Honda, die Instrumente sind schmuck und stilvoll. Der Gummigürtel, der sich über den Tank legt, wäre natürlich in
Sieht aus wie ein richtiges Sammlerstück
Sieht aus wie ein
richtiges Sammlerstück
Leder schöner – aber man braucht ja auch was zum Umbauen für den Winter … Auch wenn danach vielleicht die Hose rutscht. Der kurze Einzelhöcker kommt mir bekannt vor. Aber mehr aus dem Zubehörregal für die Monkey.

Mit kaum einer 125er erzielst du so hohe Sympathiewerte wie mit der Ace. Und das ist berechtigt. Denn nicht nur die Menschen auf der Straße lieben sie, du liebst sie noch viel mehr. Weil sie nett und unkompliziert ist, und viel Spaß macht. Sicher, wenn du noch eine 100-PS-Maschine in der Garage hast, dann hast du doch hin und wieder das Gefühl, dass da was fehlt, aber für Neueinsteiger, Quereinsteiger und Wiedereinsteiger ist sie perfekt. Solange derjenige nicht mehr wiegt als sein Gefährt. Und für Herren über 1,80 ist sie auch eher suboptimal. Ideal ist sie für das junge- oder junggebliebene weibliche Geschlecht. Rangieren stellt keine Lebensaufgabe da, die Leistung überfordert nie und ist doch für den Stadtverkehr ausreichend. Man muss ja damit nicht die Welt umrunden. Die Wiener Ringstraße reicht als Challenge.

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Nicht völlig perfekt und auch nicht zeitgenössisch-authentisch – aber angesichts des Mikro-Preises ist die Skyteam-Qualität sehr erstaunlich
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Luxus (nur drei Lämpchen) im linken Rundinstrument. Das Ziffernblatt des Walzenzählwerk-Tachos sieht so aus, als ob der Siebdrucker noch die Original-Schablone sucht
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Das Zeitparadoxon: Während Honda seit mehr als einem halben Jahrhundert obenliegende Nockenwellen verbaut, fährt die Ace ultrakonservativ mit Stoßstangen und OHV!
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Die kleine Vorderrad-Bremsanlage sieht ordentlich aus und wirkt auch ordentlich. Hinten gibt’s eine gestängebetätigte Old-School-Trommelbremse
Obwohl eine eigene Rennserie auf einem abgesperrten Parcours mit identen Ace-Racern schon eine echte Gaudi sein könnte. Vielleicht sogar ein 24-Stunden-Rennen – ohne aufzutanken. Die Ace braucht nämlich so gut wie kein Benzin. Mit dem Neun-Liter-Tank kommt man entspannt 300 Kilometer weit, noch bevor man auf Reserve schalten muss. Wer die Ace nicht standesgemäß ankicken will, kann auch einfach auf den E-Starter drücken, bevor er den Viertakt-Single die fünf Gänge gelassen raufschaltet, um dann sensationelle 88 Stundenkilometer zu erreichen.

Einmal abgesehen von den wirklich unbrauchbaren und hässlichen Spiegeln ist Skyteam mit der Ace ein richtig schönes Achtelliter-Moped gelungen. Ideal für Idealisten, Einsteiger oder Nostalgiker. Und das zu einem absoluten Sensationspreis. Wenn man Freunde oder neugierige Passanten den Preis schätzen lässt, kommt immer etwas zwischen 3000 und 4000 Euro heraus. In Wahrheit kostet die Maschine in Österreich gerade einmal 1795 Euro beim Wiener Monkeyking. Wenn der Winter kommt, trägt man sie einfach ins Wohnzimmer und erfreut sich am Anblick. Jetzt müsste Skyteam nur noch das rote Gefährt in Serie bauen, das auf dem 2012er-Messestand auf der Kölner Intermot zu bestaunen war …

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Auch mit Doppelbank und
klassischem Sitzbank-Bürzel ist die
Ace 125 eher für Einzelbetrieb geräumig
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Unglaubliche China-Customs auf der Oktober-Intermot Köln: Ein Holz-Board-Racer mit dem legendären liegenden luftgekühlten Moped-50er (erstmals im Honda Cub)

TECHNISCHE DATEN: SKYTEAM ACE 125
MOTOR 1-Zyl.-4-Takt, luftgekühlt, OHV, 2 Ventile
HUBRAUM 124 ccm
LEISTUNG 5,9 kW (8 PS) bei 8000/min
DREHMOMENT 7,7 Nm bei 6500/min
GETRIEBE Fünfgang
FAHRWERK Stahlrohrrahmen, Zweiarmschwinge
AUFHÄNGUNG vo/hi Telegabel 27 mm, Stereofederbeine
RADSTAND 1255 mm
FEDERWEG vo/hi 110/130 mm
BEREIFUNG vo/hi 2,75-18, 3,00-18
BREMSEN vo/hi Scheibe 205 mm 2-Kolben/Trommel 135 mm
SITZHÖHE 755 mm
TANKINHALT 9,2 l
TROCKENGEWICHT 87 kg
HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT 88 km/h
TESTVERBRAUCH ca. 2,6 l/100 km
EXTRAS 28-mm-Vergaser/Luftfilter/Auspuff 105 km/h
PREIS € 1795,–
VERTRIEB/INFO www.monkeyking.at



































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