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250er-TEST

HONDA CBR250R


Text: Martin Vauly
Fotos: Francesc Montero

BREITENSPORT

Auch wenn’s noch ein bisschen dauert: Die „Renaissance der kleinen Hubräume“ kommt unaufhaltsam. Mit der feschen CBR250R will Honda ganz vorne mit dabei sein – Grund genug für einen „motomobil“-Test


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Wenn Honda etwas ganz Neues bringt,
kann man getrost davon ausgehen, dass sich Techniker, Designer und vor allem Marketingleute ordentlich den Kopf darüber zerbrochen haben, ob sich das Ding überhaupt in dieser Form verkaufen wird können. Da wird nicht einfach ein Motor aus einem Regal gefischt, in ein bestehendes Chassis gesteckt und dann ein x-beliebiges Plastikkleid darüber gestülpt. Nein, Honda hat einen Ruf zu verlieren und setzt eher Trends als ebensolchen zu folgen. So war es den akribischen Japanern gewiss ein Dorn im Auge, dass gerade ein heimischer Konkurrent bisher Alleinherrscher in der Klasse der leistbaren 250er-Sportler war: Die Kawasaki Ninja 250R hatte bis dato eine wahre Monopolstellung.

Das soll sich nun aber schlagartig ändern, die CBR250R fordert die Grüne heraus und hat eine Menge an Pfeilen im Köcher: Ganze 27 neue Technologien wurden für den kleinen Sportler patentiert! Ein Großteil davon im völlig neu konstruierten Viertakt-Einzylindermotor. Das moderne Triebwerk verfügt über Vierventiltechnik, zwei obenliegende Nockenwellen, eine verbrauchsoptimierte Einspritzanlage sowie eine Iridiumzündkerze. Der Kolben besitzt sogar eine Molybdän-Beschichtung, die für verminderte Reibung sorgt. Ebenso wie die leicht versetzte Anordnung von Kolben und Zylinder gegenüber der Kurbelwelle. Das einfachste und effizienteste Erfolgsgeheimnis des Motors ist jedoch die Verwendung von möglichst wenig bewegten Einzelteilen, was ihn sowohl leicht als auch kompakt macht.

Noch wichtiger als die Technologie des Triebwerks ist allerdings das Resultat: beinahe 20 kW (27 PS) bei 8500 Umdrehungen können sich durchaus sehen lassen, das maximale Drehmoment von 22,9 Newtonmeter liegt bereits etwas früher bei 7000 Touren an – weil der Drehzahlbegrenzer erst bei 10.500 Touren „zuschlägt“, hat man noch genug Zeit und Reserven, um in den nächsthöheren Gang zu wechseln. Natürlich wird man nicht ohnmächtig ob der brachialen Leistung und die Höchstgeschwindigkeit von etwa 145 Stundenkilometern bricht gewiss keine Rekorde. Doch man fühlt sich nie untermotorisiert: Wer fleißig das Getriebe bemüht, wird sehr schnell voran kommen – und spätestens seit der Kawasaki Ninja weiß man ja, dass ein Viertellitermotor enorm viel Spaß bereiten kann.

Reduziertes, aber elegantes Cockpit wie bei einem großen Supersportler
Reduziertes, aber elegantes Cockpit
wie bei einem großen Supersportler
Zweipersonenbetrieb ist hier kein Problem
Zweipersonenbetrieb ist hier
kein Problem
Gut in das windschlüpfrige Design integrierte Haltegriffe
Gut in das windschlüpfrige
Design integrierte Haltegriffe
Die integrale Bremsanlage mit ABS ist ein gelungener Wurf
Die integrale Bremsanlage mit
ABS ist eingelungener Wurf

Ganz auf der Höhe der Zeit und in dieser Klasse sogar ihrer Zeit voraus ist die Bremsanlage: Bis 2010 war das Combined-ABS noch den Supersport-Topmodellen vorbehalten, nun gibt es das geniale System für läppische 400 Euro Aufpreis sogar in der Viertelliterklasse. Unglaublich sanft und kaum spürbar regelt das elektronisch gesteuerte ABS, ein pulsierender Handbremshebel sind damit Schnee von gestern, wie von Geisterhand hält die CBR250R selbst bei heftigen Bremsungen die Spur. Das System bietet sich auch zaghaften Anfängern an, die vielleicht in brenzligen Situationen vorne auf keinen Fall überbremsen wollen und daher nur die hintere Bremse betätigen – das C-ABS baut auch in solchen Fällen Druck an der vorderen Bremse auf, der Bremsweg verkürzt sich spürbar. Dass dabei an der Front eine Doppelkolbenbremszange in nur eine Scheibe mit 296 Millimetern Durchmesser beißt, stört nicht wirklich: Die Bremsleistung ist definitiv auf sehr hohem Niveau.

Ebenfalls großen Anteil an der hochwertigen Gesamtperformance hat das Chassis, der Stahl-Doppelbrückenrahmen ist den Anforderungen entsprechend sehr stabil ausgeführt. Das sorgt zwar für ein paar Kilo mehr auf den Rippen, wird aber für einen erwachsenen Auftritt gerne in Kauf genommen. Mit 162 Kilo vollgetankt (166 Kilo in der ABS-Version) zählt die CBR250R zu den sehr leicht manövrierbaren Motorrädern. Natürlich hätte ein hübscher Alurahmen Gewicht gespart, wurde aber aufgrund seiner höheren Herstellungskosten gestrichen.

Die Viertelliter-CBR ist eines der handlichsten Motorräder am Markt
Die Viertelliter-CBR ist eines der
handlichsten Motorräder am Markt
Dem Rotstift fielen auch verstellbare Federelemente zum Opfer, sie hätten den Preis jedoch ohnehin nur in unnötige Höhen getrieben. So freut man sich über ein gut abgestimmtes Allround-Fahrwerk – sowohl die vordere Telegabel mit 37 Millimeter Durchmesser als auch das hintere Pro-Link-Zentralfederbein sind ausreichend komfortabel abgestimmt, ohne schwammig zu wirken. Selbst in sehr schnell gefahrenen weiten Kurven hält die kleine CBR die Linie und schaukelt nicht unangenehm herum.

Ein ganz großer Trumpf der Viertelliter-CBR ist ihre Optik. Wer auf sportliche Attribute steht, kann sich an der dynamischen Front mit dem breiten, großflächigen Scheinwerfer im Stil der Fireblade-Generation aus den 2000er-Jahren und der glattflächigen Verkleidung erfreuen. Praktikern hingegen gefallen bestimmt die bequeme Sitzposition und die Rückspiegel, in denen man auch wirklich etwas erkennen kann. Es überrascht positiv, dass die CBR250R dank der relativ niedrigen Sitzhöhe von 784 Millimetern auch große Personen ordentlich integrieren kann und nicht aussehen lässt, als wären sie auf einem Moped unterwegs. Selbst der Beifahrer sitzt überaus gemütlich auf dem gut gepolsterten Sattel, die ergonomisch gut positionierten Fußrasten zwingen ihn nicht zu ungesunden Faltübungen, die dann der Chiropraktiker wieder entwirren muss.

Insgesamt vermittelt die CBR250R enorm viel Spaß und Fahrfreude und ist eine ganz hervorragende Werbung für die Sinnhaftigkeit der ökonomischen Viertelliterklasse. Vor allem für Neu- oder Wiedereinsteiger bietet sich die sportliche 250er an, sie bleibt stets bestens kontrollierbar und überfordert in keinem Bereich. Sogar die Armaturen könnten auf weitaus größeren und teureren Maschinen verbaut werden: gut ablesbar, klar gegliedert, ordentlich ausgestattet und mit einem herrlichen Design gesegnet, das man anderswo selbst bei teureren Modellen nicht bekommt. Dementsprechend hochwertig präsentiert sich der Rest der Maschine – auch in Thailand (da wird die CBR250R gemeinsam mit der kleinen Schwester CBR125R produziert) sind die Honda-Qualitätsstandards auf sehr hohem Niveau. Mit ihrer supersportlichen Aerodynamik möchte die CBR250R außerdem Zweiradfahrer ansprechen, die auch etwas weitere Ziele ins Auge fassen wollen. Für all das sind 4390 Euro ein mehr als angemessener Preis, vor allem die 400 Euro teurere Combined-ABS-Version ist ihr Geld voll und ganz wert.

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Mit den Genen der großen Supersportler – aber
noch schlanker und leichter. Und leistbar
Die CBR ist entweder in den HRC-Tricolor-Farben erhältlich oder in noblem Metallic-Schwarz
Die CBR ist entweder in den HRC-Tricolor- Farben
erhältlich oder in noblem Metallic-Schwarz


TECHNISCHE DATEN: HONDA CBR250R (C-ABS)
MOTOR 1-Zyl.-4-Takt, flüssig gekühlt, DOHC, 4 Ventile, EFI
HUBRAUM 249,4 ccm
LEISTUNG 20 kW (27PS) bei 8500/min
DREHMOMENT 22,9 Nm bei 7000/min
GETRIEBE Sechsgang
FAHRWERK Stahl-Brückenrahmen, Stahlschwinge
AUFHÄNGUNG vo/hi Telegabel 37 mm, Monoshock
RADSTAND 1369 mm
FEDERWEG vo/hi 130/104 mm
BEREIFUNG vo/hi IRC Road Winner 110/70-17, 140/70-17
BREMSEN vo/hi Scheibe 296 mm 2-Kolben/Scheibe 220 mm
SITZHÖHE 784 mm
TANKINHALT 13 l
GEWICHT vollgetankt 162 kg (C-ABS: 166 kg)
SPITZE ca. 145 km/h
VERBRAUCH n.a.
EXTRAS Soziussitzabdeckung, Tankpad, Felgendekor,
Sitzbanktasche, Bügelschloss, div. Carbon-Look-Teile
PREIS € 4390,– (C-ABS: € 4790,–)
VERTRIEB/INFO www.honda.at





































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