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VINTAGE

DIE GESCHICHTE VON CURTISS MOTORCYCLES


Text: Alan Cathcart
Fotos: Glenn Curtiss Museum (6),
Curtiss Motorcycles (1), Motomobil (1)
 

WAS FÜR EIN LEBEN

„Nur eine Kanonenkugel ist schneller!“ schreibt 1907 die Chicago Daily News nach Glenn Hammond Curtiss 219,45-km/h-Rekordritt auf seiner V8-Maschine


Glenn H. Curtiss
 


Bereits im Jahr 1903 trägt sich Glenn Curtiss (1878 bis 1930) in die Geschichtsbücher ein, als er in Yonkers, New York, auf seiner selbst konstruierten Curtiss Hercules 1000 V-Twin als erster Motorrad-Rekordfahrer 64 Meilen pro Stunde (103 Stundenkilometer) dahinbrettert. Er ist außerdem der erste, der den mittlerweile ikonischen amerikanischen V2-Motor realisiert – noch vor Indian 1905 und Harley-Davidson im Jahr 1907.

Die eingangs erwähnten 136,36 mph halten bis 1911 als Geschwindigkeitsrekord für alle Landfahrzeuge; von Motorrädern wird diese Marke überhaupt erst 1930 durchbrochen (Joe Wright auf Zenith-JAP). Zum Zeitpunkt des Rekords in New York ist Curtiss bereits mitten in einer unvergleichlich schillernden Karriere als amerikanischer Zweirad- und Luftfahrtpionier. Er beginnt 1892 als Fahrrad-Telegrammbote bei Western Union zu arbeiten, er nimmt erfolgreich an Fahrradrennen teil, und als dann zum Jahrhundertwechsel der Wunsch nach Motorisierung dieser Vehikel immer stärker aufkeimt, baut sich der begabte Mechaniker seine Antriebe in Eigenregie: zunächst Einzylindermotoren, die er dann mit gemeinsamer Kurbelwelle als V2 kombiniert, bis hin zur rekordbrechenden V8.

Dieser längs eingebaute, luftgekühlte 90-Grad-V-Achtzylinder hat einen Hubraum von 4408 Kubik mit 40 PS Leistung bei 1800 Umdrehungen – und bei aller muskulösen Kraft ein Eigengewicht von nur 125 Kilo. Die reparierte, nach dem Rekord einigermaßen mitgenommene Curtiss V8 steht heute in Washington in der Smithsonian Institution; eine akkurate Replika ist im Curtiss-Museum im Geburtsort Hammondsport zu bewundern.

Glenn Curtiss Time Magazine
Im Jahr 1924 schafft es
Glenn Curtiss aufs Cover
des Time Magazine
Curtiss V8 in Smithsonian Museum
Diese detailgenaue Replik
der Rekord-V8 steht in der
Smithsonian Institution
 
The Art Of The Motorcycle Guggenheim 1998
Das Guggenheim Museum brachte 1998
die Curtiss-Rekordmaschine in seine berühme
Ausstellung „The Art of the Motorcycle“
1904 Mr and Mrs George Curtiss on son Glenns V-twin
Die Eltern im Jahr 1904:
Mr. und Mrs. George Curtiss
auf der vom Sohn gebauten V2
 

Doch schon 1904 beginnt Glenn Curtiss auch Motoren für Luftschiffe zu produzieren. 1908 gewinnt er den Preis des Magazins Scientific American;  1909 siegt er im Gordon-Bennett-Cup beim ersten internationalen Luftfahrt-Meeting in Frankreich; 1911 setzt Verleger Joseph Pulitzer einen Preis von 10.000 US-Dollar für den ersten Flug von Albany nach New York (Distanz 220 Kilometer) aus, den sich Curtiss erfliegt. Ebenfalls in 1911 wird die erste amerikanische Pilotenlizenz an ihn vergeben; außerdem startet und landet er 1911 erstmals mit einem selbst konstruierten Wasserflugzeug.

1916 erfolgt der Börsengang. Die rasch wachsende Curtiss Aeroplane and Motor Company beschäftigt bereits 21.000 Mitarbeiter, während des Ersten Weltkriegs werden 10.000 Flugzeuge hergestellt. Curtiss erfindet das Amphibienflugzeug, durch die Beziehungen zur US Navy wird er auch zum Erfinder des Flugzeugträgers. Das Unternehmen wird 1929 ein Teil der Curtiss-Wright Corporation.

Was aus dem Lebenswerk vielleicht nicht so bekannt ist, besonders bei uns in Europa: Curtiss entwirft und baut nicht nur erfolgreiche Motorräder und Luftfahrzeuge, sondern sogar ganze Städte – zwischen 1919 und 1926 entwickelt er in Florida die Communities von Hialeah, Miami Springs und Opa-Locka. Um die Ortschaften von seinem Florida-Wohnsitz aus regelmäßig und unkompliziert besuchen zu können, kreiert er für sich einen stromlinienförmigen Reise-Wohnwagen – das ist das weltweit erste Luxus-Motorhome. Glenn H. Curtiss verstirbt überraschend am 23. Juli 1930 im Alter von 52 Jahren an den Folgen einer unglücklich verlaufenen Blinddarmoperation.

Glenn H. Curtiss on right
Curtiss (rechts) hat hier das Ruder
an Bord eines seiner Wasserflugzeuge
an den Co-Piloten übergeben
Curtiss is regarded as the father of naval aviation through his work with seaplanes
Der Erfindungsreichtum von Glenn Curtiss
geht vom Wasser- über das Amphibienflugzeug
bis zum Flugzeugträger
 

Alles neu – Curtiss Motorcycles kommt elektrisch zurück: Der Prototyp der Curtiss Zeus und die Curtiss-E-Bike-Strategie für die nächsten Jahre wurden im Mai 2018 präsentiert. Alle Details darüber im neuen Motomobil-Printmagazin und demnächst hier auf dieser Webseite!

Curtiss Zeus

 
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