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E-BIKE-NEWS

DER FIM Moto-E WORLD CUP 2019


Text: Andreas Amoser
Fotos: Energica
 

BLITZ OHNE DONNER

Batterie im Grand Prix: Im Rahmen der populären MotoGP-Weltmeisterschaft wird es in der kommenden Saison eine Rennklasse für E-Bikes geben


033 MotoE kl
 


Die Idee einer internationalen, nicht nur die Vereinigten Staaten umfassenden Rennserie für Elektromotorräder wurde im Jahr 2013 erstmals im FIM eRoad Racing World Cup umgesetzt. Wegen organisatorischer Probleme wurde der eCup nach der ersten Saison wieder vom Kalender gestrichen. Jetzt hat sich die Dorna (der Betreiber der GP- und Superbike-Rennserien) der Sache angenommen und plant für 2019 einen E World Cup, der fürs erste bei fünf europäischen GP-Veranstaltungen ausgetragen werden soll.  

Das Starterfeld wird aus 18 identen elektrischen Supersportmotorrädern der italienischen Firma Energica bestehen, die von bereits etablierten Privatteams im GP-Zirkus vorbereitet und eingesetzt werden. Als Basis für die Renngeräte dient die Energica Ego (Fahrbericht in „motomobil“-Folge 017 und hier auf www.motomobil.at), nach Aussage der Firma das erste straßenzugelassene E-Motorrad Italiens.  

Die Ego (das E-Motorrad des Jahres 2017) beeindruckt serienmäßig mit einer Leistung 100 kW (136 PS) und einer Höchstgeschwindigkeit von weit über 200 km/h. Wie von Elektromotoren gewohnt, liegt das maximale Drehmoment von 200 Newtonmetern etwa doppelt so hoch wie bei einem Verbrennungsmotor mit vier Zylindern und 1000 Kubik Hubraum – für entsprechende Fahrdynamik ist also gesorgt. Trotz des stattlichen Gewichts der Ego Corsa (so der Name der Rennversion) darf man bei derzeit kolportierten 120 kW (163 PS) Leistung Rundenzeiten am Niveau der Moto3-Klasse erwarten.

MotoE World Cup
„Texas Tornado“ Colin Edwards hat den
Elektro-Renner bereits ausprobiert
MotoE World Cup
Franco Uncini (500-Kubik-Weltmeister 1982)
reitet die Energica in Misano
 

Dorna-Boss Carmelo Ezpeleta gibt sich optimistisch: „Seit fünf oder sechs Jahren haben wir eine E-Serie im Auge. Als Klasse mit gleichen technischen Voraussetzungen und mit entsprechender Dynamik hat die Rennserie das Potenzial, für die Zuschauer sehr attraktiv und damit zu einem langfristigen Erfolg werden!“

Wie auch bei der Formel E ist der Zuschauer das große Fragezeichen im E-Motorsport: Obwohl inzwischen alle deutschen Autohersteller in der Formel E mitmischen, hält sich das Zuseherinteresse noch in beschranktem Rahmen:  TV-Einschaltzahlen zwischen 0,2 und einem Prozent wirken neben den zu 30 Prozent bei Formel-1-Übertragungen eher bescheiden. Einer der Gründe für das eifrige Engagement der Autohersteller mag (neben dem vergleichsweise geringen Aufwand und dem technischen Erkenntnisgewinn) vor allem die politische Ungewissheit hinsichtlich der automobilen Zukunft sein. Ein finanzieller Erfolg ist die Formel E bisher nicht – die Verluste der Betreiberfirma addieren sich seit 2014 auf über hundert Millionen Euro.

Ohne revolutionäre neue Batterietechnologie wird die Fahrzeit der E-Rennmotorräder beschränkt bleiben: Rund 20 Minuten Renneinsatz sind realistisch. Aber je nach Rennstrecke sind das etwa zehn Runden und damit eine ausreichende Distanz für Taktik und für spannende Rennszenen. Für die Rennversion Energica Corsa vermutet man derzeit einen Akku-Inhalt von ungefähr 20.000 Wattstunden.
 
Max Biaggi
Kehrt Mehrfach-Weltmeister Max Biaggi
wieder auf die Rennpiste zurück?
Sandro Cortese
Moto3-Weltmeister Sandro Cortese knöpft
sich hier die Energica am Sachsenring vor
 

Weitere Attraktivität könnte der E-Cup mit illustren Fahrerpersönlichkeiten gewinnen: Hinter vorgehaltener Hand hört man Namen wie Kevin Schwantz, Casey Stoner oder Jean-Michel Bayle. Ebenfalls im Gespräch ist der Gewinner des eRoad-Cups 2013, der Chinese Ho Chi Fung, der sich mit seinen spektakulären Fahr- und Sturzeinlagen den Spitznamen „Fung der Sprung“ erwarb.

MotoE-Fans können die in Modena mit Formel-1-Know-how gebaute Energica Ego serienmäßig mit 100 kW (136 PS) und 11,7-kW-Batteriepack beim Händler (zum Beispiel Vertical E-Mobility in Wien) erwerben. Die Reichweite liegt bei 160 Kilometern, der Listenpreis bei knapp dreißigtausend Euro. Dafür geht es in drei Sekunden auf 100 km/h, und entsprechend ungeduldig weiter bis auf 250 km/h. Die Ausstattung mit hochwertigen Komponenten von Brembo, Öhlins und OZ wird bei einer limitierten Spezialserie mit einem Schnellladesystem für 11 kW Ladeleistung ergänzt.  

Die Energica verfügt weder über Kupplung noch Getriebe. Jede Bewegung am elektronischen Gasgriff wird vom Fahrzeugcomputer in möglichst effizienten Vortrieb oder regenerative Aufladung verwandelt. Zwischen Beschleunigung und einstellbarer Motorbremswirkung gibt es am Gasgriff eine „Neutral-Position“, die in der Wirkung einem Tempomat entspricht und für batterieschonenenden Vortrieb sorgt.

Die Serien-Ego schafft eine limitierte Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h – das mögliche Spitzentempo im E-Cup wird bis noch zuletzt diskutiert. Die finale Version der Ego Corsa soll im November 2018 am Mailänder Zweiradsalon EICMA gezeigt werden.
 
Kevin Schwantz
US-Rennlegende Kevin Schwantz zeigt sich
von der elektrischen Performance sehr angetan
Energica Corsa
Die Energica Corsa hat 120 kW (163 PS) Leistung,
ohne Tempo-Limit reicht das für mindestens 270 km/h
 
 
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DIE TERMINE DER MotoE 2019
5. Mai:   Jerez (Spanien)
19. Mai:   Le Mans (Frankreich)
7. Juli:   Sachsenring (Deutschland)
11. August:   Spielberg (Österreich)
15. September:   Misano (Italien)


MotoE World Cup


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