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E-BIKE-NEWS

MUGEN/HONDA UND JOHN MCGUINNESS FAHREN DIE TT ZERO


Text: Michael Bernleitner
Fotos: M-TEC, Honda

KEIN KRIECHSTROM

Die Insider sind sich einig: Die Teilnahme der Tuningfirma Mugen an der TT Zero 2012 ist Hondas fulminanter Einstieg in den Elektro-Rennsport


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Die 10.000 Pfund Preisgeld, die von der Regierung der Isle of Man für denjenigen Fahrer ausgesetzt wurden, der als erster mit einem Elektromotorrad auf dem 60 Kilometer langen Straßenrundkurs der Tourist Trophy eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 100 Meilen pro Stunde erreicht, warten noch immer auf ihre Abholung. Im Vorjahr verfehlte Michael Rutter auf der amerikanischen MotoCzysz mit einem Durchschnittstempo von 99,64 Meilen den Preistopf nur um einen Atemzug. Und heuer – bei der mittlerweile vierten Auflage des E-Race-Klassikers – sieht’s ganz danach aus, als ob der 100-mph-Schnitt von einem sehr bekannten Fahrer und einem sehr bekannten Hersteller geknackt werden könnte.

Auf einer Pressekonferenz in Suzuka/Japan wurde Anfang März das Elektromotorrad „Shinden“ vorgestellt, mit der die Tuningschmiede Mugen Anfang Juni in der E-Bike-Kategorie der Tourist Trophy auf der Isle of Man teilnehmen wird. Während „Shinden“ das japanische Wort für den Gott der Elektrizität ist, ist natürlich die Verbindung zu Honda schnell hergestellt: Es war kein geringerer als Hirotoshi Honda, der älteste Sohn von Firmengründer Soichiro, der im Jahr 1973 Mugen gründete – seitdem gilt die Erzeugerfirma von sportlichem Zubehör als Haus- und Hoftuner von Honda. Da passt es auch ganz genau, dass erst vor wenigen Monaten auf der 42. Tokyo Motor Show der Prototyp der Honda RC-E vorgestellt wurde, dem ersten „richtigen“ Elektromotorrad von Honda.

Ein klingender Name in dieser Konstellation darf jetzt auf der elektrischen Reise in die raue Irische See nicht fehlen – und zwar der des „King of the Mountain“: Der 40-jährige Brite John McGuinness ist seit vielen Jahren Hondas Mann für die Insel, heuer wird er sozusagen an Mugen verliehen. Seit 1996 stand McGuinness bei der Tourist Trophy 33 Mal am Podest, in den verschiedenen Rennklassen konnte er insgesamt nicht weniger als 17 Siege erringen. Sein schnellster Rundendurchschnitt? Unglaubliche 131,578 Meilen pro Stunde (211,709 km/h), 2009 auf einer Honda Fireblade. Wer die TT Zero 2012 gewinnen will, muss also zuerst einmal an John McGuinness vorbei. Und an der Mugen/Honda. Für die Clean-Tech-Anstrengungen der Isle of Man ist der Eintritt des Mugen-Teams natürlich eine enorme Aufwertung des Elektrorennens, das seit 2009 der Pionier des E-Bike-Racings ist.

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Nach 17 Siegen und 33 Podestplätzen auf der
Isle of Man wird TT-Legende John McGuinness
jetzt elektrisch
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Die Shinden ist bei weitem nicht das stärkste
Elektromotorrad in der Rennszene. Mugen wird
sich dabei wohl etwas gedacht haben

Bei näherer Betrachtung sind die Gemeinsamkeiten der Shinden von Mugen mit der Honda RC-E recht gering, es ist ein eigenständiger Elektroracer. Was nichts anderes heißt, dass derzeit vom Zweiradgiganten in verschiedenste Richtungen entwickelt wird und mehrere technische Möglichkeiten ausprobiert werden. So ist zum Beispiel auf den Fotos deutlich erkennbar, dass die Schwingenlagerung nicht (so wie bei der RC-E) mit der zentralen Welle des Elektromotors konzentrisch ist. Die Bedienung beider Bremsen passiert wie bei einem Motorroller über Handhebel am Lenker. Das Gerät fährt natürlich mit handfester Hochvolt-Technologie (370 Volt), die genaue Zusammensetzung des Akkupacks wird sich bei den kommenden Testfahrten herausstellen.

Der Rahmen der Shinden ist komplett aus Kohlefaser hergestellt, so wie der der erfolgreichen Konkurrenz von MotoCzysz. Die massiven Radialbremsen kommen von Nissin und nicht von Brembo wie im RC-E-Prototyp, und keine Überraschung ist es auch, dass die Fahrwerksaufhängung von der Honda-eigenen Firma Showa geliefert wird. Das Gewicht wird samt Akkus mit 260 Kilo angegeben; der Dreiphasen-Motor leistet 90 kW (122 PS). Einstweilen noch unklar ist der „motomobil“-Redaktion, ob eventuell aus Gründen der besseren Fahrbarkeit zusätzlich zum E-Motor ein automatischer Drehmomentwandler eingebaut ist, wie man aus der Sponsoraufschrift „Yutaka“ am Verkleidungsbug durchaus schließen könnte. Beim E-Bike wichtiger als die schiere Motorleistung ist dann schließlich die Regelelektronik, um die Kraft abrufbar, dosierbar und gleichzeitig stromsparend auf die Straße umzusetzen. Und natürlich der Herr, der am Drehgriff sitzt.

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Hier der appetitliche Elektromotorrad-Prototyp Honda RC-E, der im Winter 2011/2012 auf der 42. Tokyo Motor Show vorgestellt wurde
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Ausnahme-Racer John McGuinness besitzt eine erkleckliche IoM-Trophäensammlung. Bei der Tourist Trophy bedeutet das Talent x Können x Mut. Und nochmals Mut


TECHNISCHE DATEN: MUGEN EV „SHINDEN“
Motor: bürstenloser Drehstrommotor; Leistung: 90 kW (120 PS); Drehmoment: 220 Nm; Betriebsspannung: 370 V; Akku: Lithium-Ionen; Rahmen: Twin-Spar Kohlefaser; Vorderradaufhängung: Showa Upside-down-Telegabel; Hinterradaufhängung: Kohlefaser-Zweiarmschwinge, Zentralfederbein; Bereifung vo/hi: 120/70-17, 200/55-17; Radstand: 1485 mm; Lenkkopfwinkel: 67 Grad; Nachlauf: 96 mm; Sitzhöhe: 840 mm; Gewicht fahrfertig: 260 Kilo; Eigentümer/Hersteller: M-TEC Co. Ltd., Japan

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