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E-BIKE-NEWS

ZERO SR/F KOMMT IM APRIL


Text: Redaktion
Fotos: Zero Motorcycles (11), Motomobil (1)
 

PLUG & PLAY

Sieht so aus, als ob E-Motorräder nicht mehr aufzuhalten sind. Die neue Zero SR/F wird der Maßstab für alle kommenden Mitbewerber sein


Zero SRF
 


Die Europa-Präsentation der neuesten Generation der Zero-E-Bikes fand in einer historischen Schlosskapelle in Amsterdam statt. Die eigentlich eher einer kleinen Kathedrale gleicht – und damit überraschend gut zum elektrischen Hochamt passt. Zero-Europa-Vertriebsschef Umberto Uccelli (früher Aprilia und MV Agusta) hielt die Lobpreisung auf das Elektromotorrad ab.

Die neue SR/F ist seit der Einführung der SR im Jahr 2013 der bemerkenswerteste Fortschritt seit der Gründung des kalifornischen Unternehmens 2006 durch den Techniktüftler Neil Saiki. Sie ist weit mehr als eine modellpflegerische Iteration der bisherigen Modellpalette: Mit der SR/F ist Zero endgültig im Bereich der High-Performance-Bikes angekommen.

Was neu ist an der SR/F? So gut wie alles. Mit der gelungenen optischen Präsenz geht Zero kein großes designerisches Risiko ein: geduckt, gedrungen und sprungbereit-muskulös – ein purer nackter Roadster, der sich auf jedem Bike-Treff (und erst recht auf der Überholspur) sehen lassen kann. Und der markante tiefe LED-Frontscheinwerfer macht endlich den Anachronismus der stromfressenden Halogenlampenbestückung der bisherigen Zero-Lichtanlagen vergessen.

Zero SRF
Durchtrainiert: Die Zero SR/F
verspricht elektrische Muskelspiele
Zero SRF
Vom Chassis über den Motor bis zur
Connectivity ist so gut wie alles neu
 

Die Welle des komplett neu konstruierten luftgekühlten Permanentmagnet-Wechselstrommotors sitzt konzentrisch mit dem Lager der Showa-abgestützten Leichtmetallschwinge. Zum Hinterrad gibt es außer dem wartungsfreien Zahnriemen keinerlei Getriebe oder Zwischenstufen, wenn sich die 82 kW (110) PS Peak Power auf den Weg machen. Zusammen mit den erklecklichen 190 Newtonmetern Drehmoment, ab der ersten Motorumdrehung. Auf die zu erwartende Beschleunigung der SR/F darf man sich im wahrsten Sinn des Wortes gefasst machen. Bei Überholmanövern oder im Kurvenrevier ganz ohne Hin- und Herschalterei und ohne Drehzahlgeheul: Die Konzentration auf die Essenz des Motorradfahrens ist ungefiltert.

So wirkt es beruhigend, dass in der SR/F die aktuelle Generation der „Advanced Motorcycle Stability Control“ von Bosch an Bord ist: Kurven-ABS und Traktionskontrolle bedeuten Sicherheit und Versicherung. Das neue Zero-Betriebssystem „Cypher III“ bietet außerdem die Voraussetzung für umfassende Vernetzung, samt LTE- und GPS-Modul: Fahrzeugstatus, Ladezustand, Diebstahlsicherung und Ortung – alle Infos sind aus der Ferne per App abrufbar. Außerdem können die vier voreingestellten Fahrmodi (Straße, Sport, Eco und Regen) durch individuelle Programmierung erweitert werden: Dadurch wird zum Beispiel die Anpassung der Motorbremswirkung durch das Ausmaß der Energierekuperation an die persönliche Vorliebe oder an die Lieblingsstrecke angepasst.

Zero SRF
Mit allen Optionen kann die Gesamt-Ladezeit
auf etwas mehr als eine Stunde gedrückt werden
Zero SRF
Als Alternative zu Schnellladung oder Zusatz-Akku
gibt’s Stauraum in der Tankattrappe
 
Zero SRF
Der neue Dreiphasenmotor leistet 82 kW (110 PS)
und läuft 200 Stundenkilometer
Zero SRF
14.400 Wattstunden sind fix verbaut; 3600
Wattstunden passen noch in den Tankstauraum
 

Bei Motorleistung und Drehmoment legt die SR/F also kräftig zu, auch beim realisierbaren Spitzentempo: Die kurzzeitig fahrbare Höchstgeschwindigkeit liegt bei 200 km/h; als Dauergeschwindigkeit werden 177 km/h angegeben. Bei zwei wesentlichen E-Bike-Kriterien bleibt die SR/F aber am Status Quo des derzeitigen SR-Modells: Der Energieinhalt des Z-Force-Akkus beträgt wiederum 14.400 Wattstunden, und mit dem optionalen Typ-2-Schnellladesystem der SR/F-Pemiumversion beträgt die erzielbare Ladeleistung sechs Kilowatt – das heißt zwei Stunden 95-Prozent-Ladezeit an einer E-Zapfsäule. Führt man ein überkomplettes Equipment an Ladevorrichtungen mit sich (als weiters Zubehör erhältlich), dann schafft man laut Zero auch eine Ladeleistung von neun beziehungsweise zwölf kW und kann am berühmten Ein-Stunden-Limit für eine „E-Tank-Füllung“ kratzen.

Reichweite im City-Zyklus ist 259 Kilometer; im gemischten Landstraßenbetrieb sollten sich (im legalen Tempobereich) 175 Kilometer ausgehen. Die Typ-2-Option verlangt in Österreich 2200 Euro Mehrpreis zur 3-kW-fähigen SR/F-Standardversion, und sie belegt den sympathischen Stauraum in der Tankattrappe. Alternativ kann man diesen Platz auch mit einem Zusatz-Akku belegen: Der PowerTank wird etwas über 3000 Euro kosten und bringt weitere 3600 Wattstunden (sowie Zusatzgewicht) in die E-Maschine. In der Praxis werden sich wohl – wie bisher – die meisten Zero-Fans für die praktikablere Typ-2-Aufrüstung entscheiden. Für Gepäcktransport wird es eine 36-Liter-Topbox geben (diesmal nicht von GIVI), die speziell für die Linienführung der SR/F maßgeschneidert wurde.

Zur naheliegenden Frage, warum (vergleichsweise zur älteren SR) nicht zumindest 10 oder 15 Prozent mehr Batterie in die SR/F hineingepackt wurde, erläutert Zero-Entwicklungs-Vizepräsident Brian Wismann (früher Brammo/Polaris) der aufmerksamen „motomobil“-Redaktion: „Die Update-Zyklen der weltweit führenden 1860er-Lithium-Zellenhersteller decken sich kaum mit dem Modellprogramm von vergleichsweise kleinen Elektromotorradfirmen. Jeder verfügbare technologische Fortschritt wird von Zero aber sofort implementiert.“ Und zu den überschaubaren Fortschritten in der Schnellladung? „Für Zero gilt es nicht nur, die überseeischen Ladesysteme zusammenzuführen, sondern auch die stark unterschiedlich ausgebaute Lade-Infrastruktur in den europäischen Ländern mit einem tollen Bike-Erlebnis vereinbar zu machen, dazu mit plausiblen Kosten.“ Wie bereits beim Test der 2018er Zero Black Forest festgestellt, ist die Typ-2-Ladeoption jedenfalls die alltagstauglichste Lösung, mit einem Elektromotorrad endlich auch ausgedehntere Touren zurücklegen zu können.
 
Zero SRF
Zwei schwimmende Bremsscheiben mit 320 Millimeter Durchmesser und Radial-Vierkolbenzangen
Zero SRF
Neben der Zero-App ist das Fünf-Zoll-Display im Cockpit
für die umfangreiche Connectivity zuständig
 

Über die umfangreiche neue Connectivity der Zero SR/F kann unter anderem ein Ladeziel eingegeben werden – zum Beispiel 90 Prozent, falls man der Ansicht ist, dass zu häufige 100-Prozent-Aufladung die Lebensdauer der Batterie beeinträchtigen könnte. Zero Motorcycles gibt auf den Akku fünfjährige Garantie ohne Einschränkung der gefahrenen Kilometer. Die Software des Bikes und der Zero-Smartphone-App beherrscht neben der individuellen Programmierbarkeit der Motorcharakteristik auch eine umfangreiche Tourenaufzeichnung, mit vielen Details bis hin zur Dokumentierung des absolvierten Schräglagewinkels in den jeweiligen Streckenabschnitten. Das Cockpit der SR/F wird vom neuen großflächigen Fünf-Zoll-Farbdisplay dominiert.

Neben der erwähnten Bosch-MSC (ABS) kommt die Bremsanlage wieder vom spanischen Hersteller J.Juan – angesichts der gestiegenen Motorleistung wurde aber auch hier kräftig nachgelegt: In der voll abstimmbaren 43er-USD-Gabel von Showa sitzen jetzt zwei 320-Millimeter-Bemsscheiben mit radial montierten Vierkolbenzangen. Das Gesamtgewicht von 226 Kilo (inklusive der sechs Kilo Zusatzgewicht für die Schnellladeoption) erscheint in Anbetracht der gehaltvollen Akkus als sehr erträglich für einen kräftigen Roadster. Überhaupt wirkt die SR/F aus allen Blickwinkeln vom Stahlgitterrahmen bis zu den neuen Lenkerarmaturen durchkonstruiert, gut gelungen und wie aus einem Guss. Die Zeiten, in denen man diverse Teile ansammelt und damit ein Elektromotorrad zusammensetzt, solange der Vorrat reicht, scheinen für Zero endgültig vorbei – die SR/F wird der E-Bike-Szene zweifellos frischen Schwung geben. Das neue Modell soll bereits ab April ausgeliefert werden, die Österreich-Preise sind 20.690 Euro (Standardvariante) und 22.890 Euro (mit Schnellladung).

Zero SRF
Kleine Fahreinlagen sollten vom
Motorpotenzial her kein Problem sein
Zero SRF
Das Spitzentempo liegt jedenfalls
jenseits der Autobahn-Empfehlung
 

 
TECHNISCHE DATEN: ZERO SR/F
MOTOR bürstenl. Permanentmagnetmotor 102 V, luftgekühlt
LEISTUNG (Peak Power)  82kW (110 PS) 
DREHMOMENT 190 Nm 
FAHRWERK Stahl-Gitterrohrrahmen
AUFHÄNGUNG vo/hi Showa USD 43 mm/Showa Gasdruck-Monoshock 
FEDERWEG vo/hi 120/140 mm 
RADSTAND 1427 mm 
LENKKOPFWINKEL 65,5° 
NACHLAUF 94 mm 
BEREIFUNG vo/hi Pirelli Diablo Rosso III 120/70-17, 180/55-17 
BREMSEN vo/hi 2 x Scheibe 320 mm 4-Kolben/Scheibe 240 mm 
AKKU Lithium-Ionen 14.400 Wh (wahlweise 18.000 Wh)
LADEZEIT 1,5 h bis 4,5 h (voll, je nach Lade-Option)
MAX. REICHWEITE 259 km (Stadt), 132 km (Autobahn 112 km/h)
GEWICHT (inkl. Akkus) 220 kg (226 kg)
SPITZE 200 km/h 
PREIS (2019) € 20.690,– (mit Schnellladung € 22.890–) 
HERSTELLER/INFO www.zeromotorcycles.com/de 




























Zero SRF




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