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E-BIKE-NEWS

ZUSAMMENSCHAU: E-BIKES & E-ROLLER DER EICMA 2017


Text: Auto-Medienportal.net/Ralf Bielefeldt
Fotos: Bosch (3), Nito (1), ampnet/Bielefeldt (3), Motomobil (4)
 

MAILAND ELEKTRISIERT

Trends und Exoten auf zwei Rädern mit Akku statt Benzintank


E-Schwalbe
 

Das deutsche Langzeitprojekt E-Schwalbe (mit Bosch-Zentralmotor
und Zahnriemen-Sekundärantrieb) wird außer den neuen spanischen
Nuuk-Scootern sowie Torrot und Askoll die einzige Möglichkeit sein,
einen elektrischen Großradroller zu bekommen


Die Zweiradmesse EICMA in Mailand Anfang November zeigte: An Elektroantrieben kommt keiner mehr vorbei, auch nicht die Bike-Branche. Neben Vespa Elettrica, KSR Vionis und Energica Eva EsseEsse9 gibt es zahlreiche weitere aussichtsreiche Konzepte.

US-Marktführer Zero Motorcycles beweist mit seinen
E-Motorrädern seit Jahren, was auf zwei Rädern elektrisch alles möglich ist – vielleicht haben sie sich darum den Auftritt in Mailand gespart. Bis zu 157 Newtonmeter Drehmoment soll die vorab präsentierte 2018er-Generation leisten. Die City-Reichweite steigt laut Hersteller auf über 350 Kilometer, kombiniert sind es beim Topmodell DSR schon heute 212 Kilometer. Wer nicht permanent Langstrecke fährt, kommt hier voll auf seine Kosten, erst recht beim Tanken: Eine Ladung Strom (95 Prozent) kostet für die Zero DSR keine drei Euro. Die neuen Akkus sollen 166 Kilometer Reichweite in nur einer Stunde laden können.

So flott sind die EICMA-Newcomer wie der Nito NES zwar längst nicht. Aber der originelle City-Scooter will an der Ampel ja auch keine Superbikes abhängen. MOD 5 und MOD 10 heißen die beiden minimalistischen Modelle des italienischen Herstellers. 45 km/h beziehungsweise 90 km/h Spitze gibt Nito an. Reichweite des Lithium-Akkus: 60 bis 80 Kilometer. Die Ladezeit soll drei bis vier Stunden betragen. Den Akku nimmt man dafür mit ins Haus, er schlummert beim Fahren im holzvertäfelten Unterboden. Preis: ab 4750 Euro.

Nito NES
Nito NES
Nuuk Tracker
Nuuk Tracker
 
Der bekannte spanische Moped- und Motorradhersteller Rieju bekommt mit Nuuk eine elektrische Nebenlinie: Für den E-Antrieb der drei City-Vehikel Nuuk Cargo, Urban und Tracker (4 kW/5,4 PS oder 10,5 kW/14,3 PS) sorgt Bosch, hier mit Zentralmotor und Zahnriemen zum Hinterrad.

Nuuk Tracker
Bosch-Mittelmotor im Nuuk Tracker
Nuuk Cargo
Nuuk Cargo mit vier(!) entnehmbaren Akkupacks
 
Bosch liefert auch die Technik für Niu, wo es mittlerweile ein beachtliches und sehr attraktives E-Roller-Angebot gib. Die Chinesen haben 2016 über 340.000 Einheiten mit Radnabenantrieb abgesetzt, sagt Joseph Constanty, Director International von Niu. 2017 soll noch besser werden, sagt der smarte Zopfträger. Im späteren Verlauf von 2018 könnte der N GTX den Weg frei machen in ein neues Segment: Bis zu 100 km/h schnell, schielt der 1,80-Meter-Konzept-Roller mit Full-LED-Licht in Richtung BMW C evolution.

Niu E-Scooter
Niu E-Scooter, Bosch-Hinterradmotor
Niu N GTX
Niu N GTX, 2019 am Markt?
 
Das Thema „Routenführung für Zweiräder“ wird auf breiter Fläche revolutioniert. Mit KTM und BMW bieten zwei namhafte Marken eine neue Instrumenten-Generation an, die unter anderem smartphonebasierte Navigation und das unkomplizierte Ansteuern von Playlists oder Telefonkontakten ermöglicht. Je nach Hersteller bedarf es dafür einer markenabhängigen App, bei den Bayern zum Beispiel der „BMW Motorrad Connected“-App. Hier zieht endlich Technologie in die Zweiradwelt ein, die für Autofahrer, Fahrradfahrer und Fußgänger längst Alltag ist.

Nach der BMW R 1200 GS und R 1200 GS Adventure bekommen 2018 auch die neuen Reise-Enduros F 750 GS und F 850 GS sowie optional der neue Roller BMW C 400 X das vollfarbige 6,5-Zoll-TFT-Display. KTM spendiert es unter anderem der neuen 790 Duke. Innovationsführer bei der neuen Konnektivität ist wie bei den E-Antrieben Bosch. Der Technologiekonzern aus Stuttgart zeigte auf seinem EICMA-Stand unter anderem den BRP Can-Am Spyder, der zum neuen Modelljahr eine neue volldigitale Instrumententafel bekommt, die BRP gemeinsam mit Bosch entwickelt hat. Über BRP Connect haben die Fahrer Zugriff auf ausgesuchte Drittanbieter-Apps wie Genius (Navigation), Accu Weather (Echtzeit-Wetterdaten) und Cardo Connect (Intercom mit acht Kilometer Reichweite).

Bosch-Display KTM 790 Duke
Bosch-Display KTM 790 Duke
Bosch-Display Can-Am Spyder
Bosch-Display BRP Can-Am Spyder
 
Eine originelle Menüführung hat sich Otto für seine 1,68 Meter kurze Minibike-Studie MCR („Mini City Racer“) ausgedacht: Die langgezogene Bildschirmdarstellung ändert sich über einen Daumenwippschalter, der an den Gasdrücker eines ATV erinnert. Die drei Fahrmodi Eco, Comfort, Sport wechselt man über den Ganghebel, der dem kleinen Eingang-E-Bike (7,5 kW/10,2 PS) einen Hauch von Motorrad-Authentizität verleihen soll. Eine Rückfahrkamera zeigt vollflächig im Display, wie es hinter dem bis zu 103 km/h schnellen MCR aussieht. Ende 2018 wollen die Taiwanesen ihre elektrisch angetriebene Superbike-Interpretation der Honda MSX 125 auf den Markt bringen. Ein marketingtechnisch wagemutiges, bei den Benzin-Scootern (Honda Gyro) mittlerweile nicht mehr modernes Trike-Konzept sieht man beim französischen E-Roller-Hersteller Eccity.

Otto MCR
Otto MCR
Eccity
Eccity
 



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