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INTERVIEW

PIAGGIO-IMPORTEUR JOSEF FABER SPRICHT

„WIR BRINGEN DAS PUCH-ELEKTROFAHRRAD!“

Über grüne Zweiräder, Markentradition und neue Ideen


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ZUR PERSON

Josef Faber leitet das Familienunternehmen (Generalvertrieb von Piaggio, Vespa, Gilera, Derbi und Moto Guzzi) in zweiter Generation. Bereits 1948 legte Josef Faber senior mit der Generalvertretung von JAWA den Grundstein zum Handelsimperium; 1962 kam es mit Honda zum Importvertrag für Österreich (bis zur Gründung einer Honda-Tochterfirma im Jahr 1982); seit 1964 werden Piaggo, Vespa und Gilera vertrieben


Josef Faber
„motomobil“: Die einst riesige Steyr-Daimler-Puch AG wurde über lange Jahre hinweg zerteilt, der Zweiradbau stoppte im Jahr 1987. Dass Puch jetzt als Elektrofahrrad zurück nach Österreich kommt, überrascht einerseits, andererseits auch wieder nicht. Warum tritt Faber in den dicht besetzten Pedelec-Markt ein?
Josef Faber:
Vor zwei Jahren gab es in unserem Unternehmen die Entscheidung, über den Import von Rollern und Motorrädern weiter hinauszudenken und die Firma grundsätzlich als Anbieter umweltfreundlicher Mobilität für den Nahverkehr und die Freizeit zu positionieren. Dazu gehört zum Beispiel das kleine elektrische Lieferfahrzeug Piaggio Porter, der für gewisse Einsatzbereiche eine tolle Sache ist.
Vor zwei Jahren war aber der Elektroroller noch nicht so weit, dass man damit eine interessante Dimension erreichen könnte. Deswegen konzentrieren wir uns im Zweiradbereich auf den rasant wachsenden Markt der Elektrofahrräder.

Hier ist Österreich hinter Ländern wie Holland oder der Schweiz doch um Lichtjahre zurück?
Genau. Und deswegen gibt es auch das große Potenzial. Von 500.000 im Jahr 2010 in Österreich verkauften Fahrrädern sind 20.000 elektrisch, also gerade vier Prozent. In Holland beträgt der Marktanteil bereits 15 Prozent, mittelfristig sollte das noch auf 25 bis 30 Prozent ansteigen. In den Ballungszentren wird das E-Bike zum Bestandteil der täglichen Fortbewegung, und mit steigender Typen- und Bauart-Vielfalt wird auch die Zielgruppe immer größer. Das Elektrofahrrad wird keinesfalls auf die Altersgruppe 45 plus beschränkt bleiben.

Warum gerade Puch? Wir können uns noch daran erinnern, dass im Jahr 1987 die Puch-Markenrechte für Zweiräder (mit und ohne Motor) vom Piaggio-Konzern erworben wurden. Ist Ihre intensive Verknüpfung mit Piaggio der Grund dafür, ein Puch-Pedelec entstehen zu lassen?
Jein. Ich habe natürlich bei Piaggio angefragt, doch dort sind die Rechte für den Fahrradbereich nicht mehr. Die gingen mit der ehemaligen Piaggio-Fahrradmarke Bianchi an den schwedischen Konzern Cycleurope, der sie bis heute hat. Die erzeugen pro Jahr 1,3 Millionen Fahrräder, aufgefächert auf 16 Markennamen. Und mit Cycleurope entwerfen wir gerade gemeinsam die Puch-Pedelec-Produktpalette für Österreich. Der Name ist weit über 100 Jahre alt! Als wir vor der Situation standen, eine Elektrofahrrad-Eigenmarke zu kreieren oder mit Puch zu arbeiten, war die Entscheidung rasch klar.

In Holland gibt es aber bereits Pedelecs unter dem Namen Puch?
Ja, aber meiner Meinung nach hält sich die Dynamik, die dahintersteht, in Grenzen. Außerdem ist der Markt komplett anders: Während das Fahrrad in Holland vor allem ein Arbeitstier ist, ist es in Österreich ein Freizeitgerät. Unsere Palette 2012 wird aus sieben bis zehn Modellen bestehen – mit Schwerpunkt auf den urbanen Charakter. City, Trekking, vielleicht ein Cruiser, erst später ein Mountainbike.

In welcher Preisklasse? Welche Antriebe soll es geben? Wie verläuft der Zeitplan und wie sind ungefähr die Erwartungen für den Absatz?
Die E-Bikes müssen von gehobener Qualität sein. Puch war immer eine Volksmarke mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Man darf einen Preisbereich von 1500 bis 2500 Euro erwarten. Die Motoren kommen von Panasonic (Mittelmotor), dann hat Cycleurope einen eigenes System (Vorderradnabenmotor, Rücktrittbremse), der neue Bosch-Antrieb ist sehr wahrscheinlich. Im September 2011 planen wir die Modellvorstellung, Auslieferung ab Winter, großteils aber ab Frühling 2012. In den Jahren 2011 und 2012 wollen wir etwa 2000 Fahrräder verkaufen, mittelfristig stellen wir uns eine Stückzahl von 10.000 vor.

Josef Faber
Wie kann man sich die Entwicklung der Fahrzeuge denn ungefähr vorstellen? Hat ein Megakonzern wie Cycleeurope überhaupt ein Ohr für die Individualvorstellungen eines kleinen Landes? Und was darf man sich vom Erscheinungsbild der Puch-Elektrofahrräder erwarten?
Bis jetzt ist die Zusammenarbeit sehr erfreulich, wir treffen die Entscheidungen bis in Detailfragen: Antriebsvarianten, Komponenten, Design – die Puchs 2012 werden genau nach unseren Vorstellungen gemacht. Einerseits steht die Marke Puch für eine gewisse Tradition im Styling, andererseits erwartet man aber auch innovative Lösungen. Da sind wir uns unserer komplexen Aufgabenstellung sehr bewusst. Wir sind mit hervorragenden und sehr bekannten Industriedesignern im Kontakt, lassen Sie sich überraschen! Und das Emblem bleibt natürlich so, wie es ist. Dieses glasklare, einprägsame Puch-Logo ist ein Geschenk! Der cleverste CI-Designer könnte es heutzutage nicht besser machen.

Wo kann man dann ab 2012 die Puch-E-Bikes kaufen?
Der Vertrieb soll über den klassischen Fahrradfachhandel laufen, ich denke so an zirka 200 Partner in Österreich. Dazu können wir selber einiges beitragen, denn unter unseren 170 Piaggio-Rollerhändlern sind etwa 70 Firmen auch im Fahrradgeschäft tätig und kennen sich mit Pedelecs bereits gut aus. Es wird auch eine Lagerhaltung in Österreich geben, um auf Anfragen und Marktsituationen rasch reagieren zu können.

UND HIER GEHT’S ZUM ERSTEN FAHBERICHT DER NEUEN PUCH-ELEKTROFAHRRÄDER



Die Webseite von Puch Österreich: www.puch-bike.at

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