Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner


INTERVIEW

ELEKTRO-VORREITER ROLAND DÜRINGER SPRICHT

„MIT STROM GEGEN DEN STROM!“

Über E-Bikes, schwache Batterien und sein elektrisches Portfolio


01_RolandDuringer_kl

ZUR PERSON
Schauspieler, Kabarettist, Kabarett-Autor. Motorradfan und -sammler seit frühester Jugend. Die umfangreiche Automobilsammlung wurde vor wenigen Jahren für einen wohltätigen Zweck versteigert. „Der wilde Gärtner" als „härtestes Gartenmagazin der Welt" mit Düringer als Drehbuchautor und Hauptdarsteller ist seit Frühjahr 2011 als mehrteilige Serie im Fernsehen

„motomobil": Du bist schon mit einem geländegängigen Elektromotorrad über deine private Motocross-Piste gesprungen, als die meisten Zweiradfahrer noch nicht einmal wussten, dass es so etwas überhaupt gibt. Wie kam es dazu, was hat dich elektrisiert, beziehungsweise elektrifiziert?

Roland Düringer: Angefangen hat's mit dem EMX Blade. Die Möglichkeit, geräusch-und emissionslos Offroad-Sport zu betreiben, hat mich fasziniert. Damals noch mit Blei-Akku. Was soll ich dir sagen. Der Hersteller hat 40 Minuten Betriebszeit versprochen, praktisch sind dann zehn Minuten geblieben. Ich bin kurz in den Wald runtergefahren und hab stundenlang zurück geschoben. Das war nix.
Dann ist der Herr Uli Brée gekommen und hat mich davon überzeugt, eine Schweizer Quantya zu kaufen. Das nächste MX-Drama. Ein paar Runden im Gelände und das Ding war windelweich. Schon beim Betätigen der Bremse im Stand hat man gesehen, wie sich der Bremssattel gebogen hat. Ich weiß nicht, wie ernsthaft die heutigen Quantya-Modelle sind. Aber damals war richtiger, sportlicher Einsatz nicht zufriedenstellend.

Neben den Motorrädern beherbergt Roland Düringers Stall Fahräder, E-Fahrräder und E-Bikes sonder Zahl
Neben den Motorrädern
beherbergt Roland Düringers
Stall Fahräder, E-Fahrräder
und E-Bikes sonder Zahl
Deine Motorradsammlung blüht und gedeiht; die Autos sind fast alle weg. Wenn man deine beträchtliche E-Bike-Sammlung so ansieht, dann ist dir die Freude an der Elektromobilität alles andere als vergangen. Was sind deine Strom-Favoriten?
Mit E-Rollern hab ich hier bei mir in einer recht entlegenen niederösterreichischen Gegend nicht gar viel am Hut, da kenne ich mich auch nicht besonders gut aus. Aber ich bin in den letzten Jahren ein echter Fan von Elektrofahrrädern geworden: In Wien habe ich ein kleines Flyer-Kompaktrad stationiert, damit steuere ich meine Termine in der Innenstadt an. Oder ich fahre mit dem Elmoto („motomobil"-Test in Folge 002), das ist ein sehr angenehmes und wendiges Fahrzeug. Als Sammlerstück und als Dekoration im Home Office habe ich das Magnesium-GoCycle („motomobil"-Test in Folge 001) aus England. Ja, was noch ... Ein französisches e-Solex gibt's, und ein schnelles eRockit habe ich in Berlin bestellt und auch bereits angezahlt, doch die Lieferung lässt leider auf sich warten.
Sehr große Freude habe ich mit dem vom Elektrobiker in der Wiener Westbahnstraße produzierten Elektrobiker-Pedelec – schaut schön aus, funktioniert gut. Die Motocross-Piste betreibe ich nicht mehr, aber nach einigen Jahren Pause habe ich mit dem Geländefahren wieder begonnen und mir eine kalifornische Zero MX zugelegt. Auch mit der bin ich sehr zufrieden, ist wirklich robust und offroadtauglich. Mittlerweile habe ich sogar Kontakt zu den Zero-Werkstechnikern – der Service ist ganz ausgezeichnet.

Das klingt jetzt sehr begeistert. Interessiert dich die Technik der Elektrofahrzeuge oder ist dein Zugang vor allem ein ökologischer?
Es ist ganz eindeutig ein Umdenkprozess. Wenn ich daran denke, dass man mit einem herkömmlichen Trialmotorrad durch einen Bach fährt und dort umkippt, und alles rinnt rein ... Das geht nicht. So was tut man ganz einfach nicht. Die Gesamtenergiebilanz von Elektrofahrzeugen steht natürlich auf einem anderen Blatt, da sind viele Halbwahrheiten im Umlauf. Ich meine, noch viel besser als Elektrofahrräder sind Muskelfahrräder. Ich habe viele und fahre auch viel damit. Ich bin der Überzeugung, dass das derzeitige System der Mobilität und auch die Wahl der Mittel irrwitzig ist: Man will nach der Arbeit möglichst schnell ins Fitnessstudio, um dort ein bisschen auf den Körper und auf die Gesundheit zu schauen. Wesentlich intelligenter wär's, wenn man gleich mit dem Muskelfahrrad zur Arbeit fährt und körperliche Ertüchtigung in den Tagesablauf integriert. Zum Gegenargument des Schwitzens in Anzug und Krawatte: Blödsinn! Spätestens nach einem Jahr am Fahrrad ist man so fit, dass es kein Schwitzen mehr gibt.

Retour zum elektrischen Geländesport: Was hältst du vom kommenden KTM-Freeride-Crosser?
Uih. Ich hab fix bestellt und stehe auf der Auslieferungsliste ganz obenauf, sobald das lieferfähig ist. Den langen Entwicklungszeitraum halte ich für ein gutes Zeichen. Ich habe seit dem Blade vor vielen Jahren die Tücken der Elektrik erlebt und ich weiß, dass so eine Serienproduktion kein Spaziergang ist. Besonders mit der Erwartungshaltung an KTM. Das muss ordentlich werden.

Privatfoto: Höhenluft für Düringers Zero MX
Privatfoto: Höhenluft für
Düringers Zero MX
Das historische Blade als elektrischer Urknall
Das historische Blade
als elektrischer Urknall 



Diesen Bericht als E-Paper downloaden pdf



FINDE ICH GUT
Facebook! Mister-Wong! Twitter! Del.icio.us! StumbleUpon! Netscape! Google! Furl! Yahoo! Diigo! Technorati! Smarking! Netvouz! MySpace! Live! Joomla Free PHP