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ROLLER-SERVICE

SO GELINGT DER OPTIKWECHSEL IN EIGENREGIE


Text: Redaktion
Fotos: Fotolia
(goodluz/loraks/mirziknata/
ikonoklast_hh/fabrus/50s_vintage_dame)
 

PIMP MY SCOOTER

Irgendwann kommt für viele Zweiradbesitzer der Punkt, an dem sie sich an der Optik ihres Vehikels sattgesehen haben. Teuer wäre der Gang zum Lackierer – aber es geht auch viel günstiger


010 Vespa kl
 
Herrlich, so eine klassische Vespa. Aber was, wenn der
Originallack furchtbar verblichen ist oder vor dem
Zahn der Zeit geschützt werden soll? Dann bieten
sich Lackierungen und Folierungen
auch in Eigenregie an



Eine giftig-grüne Vespa Primavera prangte auf dem Vespa/Lambretta-Kalender des vergangenen Jahres – definitiv keine Werksfarbe. Auch ein E-Bike wie die KTM Freeride E-SM würde in mattschwarzer Kriegsbemalung sicherlich richtig gut aussehen. Für alle, die von Wünschen nach zweirädrigen Tapetenwechseln getrieben werden, wäre im Normalfall der Lackierer die erste Anlaufstelle. Aber: Auch der will bezahlt werden. Und das kann bei umfangreichen Projekten wie der Neulackierung einer Vespa richtig in den Geldbeutel einschlagen. Wer jedoch über etwas handwerkliches Geschick, eine Garage oder überdachten Stellpatz verfügt und sich nicht scheut, sein Gefährt in Einzelteile zu zerlegen, der kann auch in Eigenregie lackieren, folieren und seinem Bike eine neue Optik zugutekommen lassen. Wie es geht, verrät diese Anleitung.

1) LACKIEREN
Eine neue Schicht Farbe aufzubringen, kann einfach oder auch ziemlich schwer sein – je nachdem, wie stark der alte Lack beschädigt ist und welchen Farbton das Bike nach der Bearbeitung haben soll. Aber zunächst der Reihe nach:
• Einfach ist es, wenn der neue Farbton dem alten stark gleicht – also etwa Mattweiß auf ein vorher glänzendes Weiß, oder einfach nur eine Neulackierung in der gleichen Farbe. Dann entfallen nämlich gleich mehrere vorbereitende Arbeitsschritte.
• Schwieriger wird es, wenn eine gänzlich andere Farbe aufs Bike soll oder der alte Lack über viele Steinschläge und andere Macken verfügt, dann nämlich muss er ganz runter.

Grundsatz ist, dass die Farbe nur dorthin gelangen soll, wo ihr sie haben wollt. Das bedeutet: Alle Teile, die nicht mit dem Farbnebel in Kontakt kommen sollen, müssen demontiert oder zumindest abgeklebt werden – wobei ersteres die zwar aufwändigere, aber deutlich bessere Arbeitsmethode ist, weil einem beim Arbeiten keine blockierenden Teile im Weg sind. Wer also beispielsweise einen Fahrradrahmen lackieren will, hat im Idealfall tatsächlich nur noch den Rahmen in der Hand – und der sollte an einem Seil oder einem dünnen Draht in optimaler Arbeitshöhe mittig von der Decke einer Garage oder eines Carports hängen. Letzterer ist am besten geeignet, weil er sehr gut belüftet ist. Als Staubschutz sollte man sich beim eigentlichen Lackieren jedoch eine „Kabine“ aus feuchten Bettlaken bauen. Warmes Wetter ist übrigens ebenfalls ein Muss, weil Lack bei Temperaturen unter 15 Grad nur noch sehr unzureichend trocknet. Alle jetzt folgenden Schritte lassen sich mit Einkomponentenlack aus der Sprühdose bewerkstelligen.

Lackierer
Der Profi lackiert in einer Kabine mit extra angemischtem Zweikomponentenlack und Lackierpistole – deshalb ist seine Arbeit auch so teuer. Wer auf Staubfreiheit achtet und behutsam arbeitet, kann eine ähnliche Qualität aber auch zuhause aus Sprühdosen erzielen
Exzenterschleifer
Muss der Altlack runter, hilft nur der Exzenterschleifer. In besonders verwinkelten Ecken muss er gegebenenfalls durch den Deltaschleifer ergänzt werden
 

Einfache Lackierung: Ist das zu lackierende Fahrzeug von allen überflüssigen Anbauteilen befreit, müssen zunächst Aufkleber ab. Das geht am besten mit einem Fön. Anschließend müssen die Reste von Kleber, Öl usw. mit Silikonentferner abgewischt werden. Nun sollte der Rahmen eine schnelle Dusche mit dem Hochdruckreiniger bekommen, damit sich nirgendwo mehr Schmutz befindet.

Jetzt geht es ans Eingemachte: Mit Nassschleifpapier (Körnung 400–600) wird der ganze Lack bis in die kleinste Ecke angeschliffen. Anschließend mit klarem Wasser waschen und trocknen lassen. Als letzten Schritt noch einmal das gesamte Teil mit Silikonentferner behandeln. Nun die Sprühdose für zwei Minuten schütteln. Und dann aus rund 40 Zentimetern mit leicht schwingenden Bewegungen lackieren. Die Hand mit der Sprühdose darf niemals an einem Punkt stehen bleiben, sonst gibt es Lacknasen. Jede Schicht sollte nur hauchdünn sein, die ersten müssen auch nicht vollständig decken. Zwischen den Schichten immer wieder den Lack für eine halbe Stunde trocknen lassen. Passt das Endergebnis, das lackierte Teil im Idealfall zwei Tage vollständig durchtrocknen lassen. Dann kann je nach Geschmack entweder das Finish durch mehrere Schichten Klarlack auf Hochglanz gebracht oder das Bike wieder zusammengebaut werden.

Schwierige Lackierung: Hierbei sind die Schritte bis zur Entfernung von Klebe- und Ölresten die gleichen. Allerdings muss danach der Altlack bis aufs blanke Metall runtergeschliffen werden. Und das geht am besten mit einem Exzenterschleifer und Schleifpads mit Körnungen zwischen 240 und 320. Und danach muss der gesamte Schleifstaub mit Wasser abgewaschen und die Oberfläche mit Silikonreiniger vorbereitet werden. Nun muss eine passende Grundierung (auch aus der Sprühdose) das blanke Metall schützend konservieren. Die Handhabung ist im Prinzip die gleiche wie beim Lackieren selbst. Hatte die Grundierung einen Tag Zeit, durchzutrocknen, geht es weiter wie bei der einfachen Lackierung,  beginnend mit dem nassen Anschleifen.

Wichtig: Die hier beschriebenen Schritte sind vor allem für Fahrräder, Roller usw. gedacht. Schutzausrüstungen wie Helme sollten unter keinen Umständen von Laien lackiert werden: Sie bestehen aus eingefärbten Kunststoffen und werden nach mehreren Normen auf Sicherheit geprüft. Lack kann durch seine Inhaltsstoffe diesen Kunststoff schwächen und damit den Helm unbrauchbar machen!

2) FOLIEREN
Erst in der jüngeren Vergangenheit als Alternative zur Lackierung etabliert, ist das Folieren heute eine gute Alternative, wenn die Optik des Bikes aufgepeppt werden soll, ohne den Grundlack zu verändern Also beispielsweise, weil ein Originallack einfach einen besseren Wiederverkaufswert garantiert. Daneben können die Folien aber auch sehr gut Steinschläge abfangen und dienen somit auch dem Schutz des eigentlichen Lacks – weshalb es sie nicht nur in verschiedenen Farben, sondern auch in transparent zu kaufen gibt.

Grundsätzlich ist Folieren technisch komplizierter, je größer die Fläche ist, weil sich beim Verlegen Luftblasen bilden. Zudem diktiert der Preis die Qualität: Profiware von 3M hält jahrelang, wie ein Fachmann erklärt. Günstigere Folien bleichen vielleicht schon vorher aus. Dafür kann diese Methode völlig unabhängig vom Standort und den Witterungsbedingungen zum Einsatz kommen: Belüftung und warmes Wetter sind nicht wie beim Lackieren Grundvoraussetzung.

Heissluftfoenen
Beim Folieren ist der Heißluftfön unersetzlich – und ein Helfer macht zudem vieles sehr viel einfacher, auch bei kleinen Teilen wie an Zweirädern
Drapieren
Durch ihre Dehnbarkeit lässt sich die Folie mit genug Geduld um jede Ecke drapieren. Zudem sind hier Designs möglich, die als Lackierung nur mit ungleich mehr Aufwand realisiert werden könnten – etwa Tarnmuster
 

Die Vorarbeiten ähneln denen des Lackierens: Im Idealfall hat man also das nackte Bauteil ohne Anbauten vor sich liegen. Allerdings reicht es, wenn es gründlich mit dem Hochdruckreiniger gewaschen wird. Jedoch: Lackabplatzer und Roststellen sollten vor dem Folieren beseitigt werden, weil sie sonst hinterher sichtbar bleiben.

Nun geht es los: Die Folie wird grob vorgeschnitten und zwar so, dass sie das Teil um einige Zentimeter überlappt. Dann wird sie aufgelegt und an einer Seite mit Kreppband fixiert. Anschließend wird das Trägerpapier, beginnend mit der gegenüberliegenden Seite, abgezogen. Die Folie liegt dann lose auf und klebt bereits ein wenig. Hier ist jetzt äußerste Vorsicht geboten.

Mit einem Heißluftfön wird die Folie etwas erwärmt, und zwar von der Mitte des Bauteils beginnend. Dadurch wird sie weich. Dann den Fön beiseitelegen und mit einem Filzrakel die Folie nach den Rändern hin glattstreichen und mit der freien Hand die lose Folie auf Spannung halten, damit sich keine Falten bilden. Zeigt sich die Folie störrisch, wieder mit dem Fön bearbeiten. Unsichtbare Rückseiten von Bauteilen müssen nicht foliert werden. Hier reicht es, die Folie von außen um die Kante zu legen und sie innen nach einigen Zentimetern abzuschneiden. Stößt Folie an Folie, sollte mit einer Überlappung von wenigen Millimetern gearbeitet werden.

Der letzte Schritt ist der kniffligste: Überschüssige Folie wird zum Schluss mit einem Cuttermesser vorsichtig und mit sehr wenig Druck so abgeschnitten, dass die Folie zwar sauber durchtrennt, aber der darunterliegende Lack nicht verkratzt wird – hier ist absolutes Fingerspitzengefühl gefragt. Wichtig: Gerade bei Anfängern sind Luftbläschen oft unvermeidbar. Allerdings verschwinden die meisten nach einigen Tagen wieder. Wo das nicht der Fall ist, kann die Blase vorsichtig mit einer Nadel eingestochen und glattgedrückt werden. Wer sich an dieser Stelle nicht ganz vorstellen kann, wie die Schritte funktionieren, dem sei folgendes Video ans Herz gelegt:



























Wie eingangs erwähnt, ist Folieren für viele schwieriger als Lackieren. Wer es sich nicht zutraut, sollte in jedem Fall an einem nicht benötigten Teil (das kann schon eine alte Tischplatte sein) die Technik üben, bevor er sich an sein Bike begibt und vielleicht Folie für hunderte Euro unbrauchbar macht. Dennoch ist Folieren besonders bei stark beanspruchten Teilen die bessere Alternative, denn sie ist wesentlich strapazierfähiger als jeder Lack.
Sticker
Ein passender Aufkleber am
richtigen Bike kommt immer gut.
Allerdings verbreitet sich aus
der Autotuner-Szene die
„Sticker Bomb“ mittlerweile auch
in die Zweiradfraktion


3) STICHWORT AUFKLEBER

Aufkleber sind praktisch die kleinen Brüder der Folierung und dementsprechend wesentlich einfacher anzubringen. Der Vorteil: Mittlerweile bieten unzählige Webfirmen wetterfeste Aufkleber nach eigener Gestaltung an. Es muss also da nur ein Motiv hochgeladen werden – was das ist, kennt keine Grenzen. Wer also die Vespa mit lauter Pin-Up-Girls dekorieren will, kann das ebenso tun wie ein E-Biker, der den Rahmen seines Geschosses in schwarz-weißen Rennkaros sehen will.

Aufgrund der sehr viel geringeren Größe sind Aufkleber leichter anzubringen. Doch auch hier gehört eine Grundreinigung zur Vorbereitung – allerdings geht die auch mit Haushaltsreiniger aus der Sprühflasche und etwas Küchenkrepp. Dann den Aufkleber von der Trägerfolie abziehen und mit einer Seite beginnend und mit dem Finger streichend anbringen.
 
Voraussetzung Lackieren
Voraussetzung Folieren
 

FAZIT
Jedes Metallteil an einem Zweirad braucht eine schützende Lackschicht. Ob die aber in Eigenregie durch neuen Lack, Folie oder ein paar Aufkleber ergänzt wird, hängt vor allem vom Geschmack des Besitzers ab und nicht zuletzt auch dem, was er auszugeben bereit ist. Als Grundlage kann immer gelten: Lackierungen sind auch in Eigenregie etwas teurer und im Arbeitsumfang umfangreicher, Folierungen jedoch sehr viel schwieriger zu bewerkstelligen.



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FINDE ICH GUT
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