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MENSCHEN UND MASCHINEN

PUCH RL HYBRID


Text: Redaktion
Fotos: Robert Bosch AG
 
 

ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT

Gewusst wie: Vier Schüler der HTL Salzburg erwecken einen ausrangierten Puch-Oldie zum Leben und bauen sich einen prächtigen Elektroroller mit Range Extender


001 Puch RL Hybrid kl
 
 
 
Grandiose Karriere eines „Scheunenfundes“: Der 125er-Puch RL aus 1954, den der Salzburger HTL-Schüler Adrian Perner in Niederösterreich auf dem Dachboden von Verwandten fand und zu sich nahm, hatte schon bessere Zeiten gesehen. Jetzt sind die guten Zeiten wieder da.

Der Roller sollte wieder in Schwung kommen – und zwar im klassischen Puch-Look, aber mit fortschrittlicher Antriebstechnologie. Gemeinsam mit den Klassenkollegen Rebekka Leisinger, Marcel Lauchart und Gerald Mösenlechner machte Adrian Perner das Mobilitätsartefakt der 1950er-Jahre zum Star ihres Maturaprojekts an der HTL Itzling.

Der Puch RL fährt wieder, und wie! Nach 5000 Euro Investitionskosten, sorgfältiger Planung und intelligenter Umsetzung steckt nun statt dem historischen Zweitaktmotor ein elektrischer Radnabenmotor mit 4 kW (5,4 PS) Leistung im Antriebsstrang und außerdem ein Range Extender, der die Reichweite von rein elektrisch 25 Kilometer auf 150 Kilometer erhöht. Durch den Reichweitenverlängerer konnte der Energieinhalt (und damit auch das Gewicht, die Größe und die Kosten) des LiFePO4-Akkus überschaubar gehalten werden: Seine 1200 Wattstunden entsprechen gerade der Kapazität von drei durchschnittlichen Elektrofahrradbatterien.

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Zwischenstufe des
Hybrid-RL-Projektes
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Schon die erste Probefahrt
verläuft äußerst zufriedenstellend
 
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Adrian Perner, Rebekka Leisinger,
Marcel Lauchart und Gerald Mösenlechner
(v. l . n . r.)
009 Puch RL Hybrid kl
Projektleiter Thomas Kowarik (ganz links),
Bosch-Chef Klaus Huttelmaier (ganz rechts)
neben Jurymitglied Maria Brandl (Motorkurier)
 

An einer Schukosteckdose ist der Akku in längstens zwei Stunden wieder aufgeladen; die Höchstgeschwindigkeit des Elektro-Benzin-Hybrids ist 65 Stundenkilometer – also im Vergleich zu einem Moped um genau jenes Quäntchen mehr, das man zum Überleben im Straßenverkehr gut brauchen kann. „Das Konzept vereint die Vorteile eines leisen, effizienten Elektromotors mit der Reichweite und Flexibilität eines leichten Verbrennungsmotors mit optimalem Wirkungsgrad“, erklärt DI Dr. Thomas Kowarik, der die E-Bike-Freunde bei der Umsetzung ihres Vorhabens als Projektbetreuer unterstützte.

Bei niedriger Akkuladung schaltet sich ein kleiner Verbrennungsmotor zu, der mit idealer Drehzahl und damit optimalem Verbrauch läuft. Bei der Wahl des Range Extenders, der mit dem Antrieb nicht direkt verbunden ist, waren die HTL-Schüler pragmatisch und griffen zu einem 650-Watt-Notstromaggregat von Honda. Die obligaten Rechenaufgaben dürfen ebenfalls nicht fehlen: So hat das Team ermittelt, dass im elektrischen Betrieb die Kostenersparnis gegenüber einem herkömmlichen Benzinroller 84 Prozent beträgt und im Betrieb mit Range Extender immerhin noch 52 Prozent. Der CO2-Ausstoß soll sich elektrisch um 96 Prozent und bei Range-Extender-Verwendung um 58 Prozent verringern.

Die Belohnung folgte auf dem Fuße: Der Hybridroller wurde beim diesjährigen „Technik fürs Leben“-Preis der Bosch Gruppe eingereicht und errang in der Kategorie Mobilitätstechnik einen der beiden Hauptpreise, gemeinsam mit dem „AirQuad“, einem pressluftbetriebenen Quad der HTL Rennweg/Wien. Der Preis „Technik fürs Leben“ wird seit 2007 mit dem Ziel vergeben, jährlich die besten Technikertalente an den österreichischen HTLs zu finden und zu fördern. Glück für den Puch RL – es sei ihm noch ein langes zweites Leben vergönnt.


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