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MOBILBLOG

A MODS LOVE STORY – THE MAKING OF


Text: Guido Schwarz
Fotos: Barbara Hartl
 

MENSCHEN UND MASCHINEN

Nicht nur manche Vespas sind älter geworden, auch ihre Fahrerinnen und Fahrer. Beide sind jedoch immer noch gut in Schuss, und ich erlaube mir, die eine oder andere Hintergrundgeschichte zum schönsten Rollerkalender des Jahres 2014 zu erzählen



002 Vespa dezember-11 kl
Foto1: Am Donnerbrunnen ist es
mittlerweile friedlich geworden
 
 
Autorbox Schwarz kl

Wie macht man einen „Vespa-Kalender“,
wenn das Wort „Vespa“ darin nicht vorkommen darf? Das Problem ist kein exotisches, sondern betrifft alle Vespa-Fans, die etwas über ihre italienische Leidenschaft veröffentlichen wollen: Bei Urheberrechtsfragen kennt der Piaggio-Konzern keine Gnade, und so muss man stets eine elegante Lösung finden, um teure Klagen zu vermeiden, die sonst unvermeidlich sind. Barbara Hartl ist eine exzellente Fotografin und sie umging die Schwierigkeit, indem sie einfach eine Seitenbacke einer Vespa PX fotografierte und ihren Kalender „A Mods Love Story“ nannte. Dafür bekam sie sogar eine Art mündliche Freigabe von Piaggio, schriftlich natürlich nicht, man behält sich gerne rechtliche Schritte vor.

Was ist das eigentlich für eine Vespa am Coverblatt des Kalenders? Hier lernen wir auch: Mods blicken cool drein. Und finster ist das bessere Cool. Ich glaube ja, dass nur die wenigsten Mods oder Vespisti den Kalender wegen des Kalenders kaufen – denn es geht um die Bilder und um das, was sie vermitteln: das Lebensgefühl des Vespa-Fahrens und natürlich das, ein „Mod“ zu sein. Fast alle Menschen auf den Bildern sind in ihrer Jugend „Modernist“ oder „Modette“ gewesen und haben ihren „Wartime Coat in the Wind and Sleet“ getragen. Und natürlich gefahren, auf der Vespa oder der Lambretta.

Die 1980er war die Zeit der Jugendsubkulturen. Zumindest gab es ein entsprechend großes Revival, denn die Wurzeln der Mods wuchsen in den 1950er-Jahren, und die legendären Schlachten zwischen Mods und Rockern fanden in den späten 1960ern in England statt (siehe auch „motomobil“-Folge 006 oder auf www.motomobil.at).

Das Kalenderblatt für den Dezember war die größte Herausforderung, denn wir besuchten für ein Gruppenfoto den legendären Donnerbrunnen am Neuen Markt in Wien, wo sich seinerzeit die Mods trafen, um von den Skinheads ins Wasser geworfen zu werden. Das Foto 1 zeigt unsere Truppe. Weil der Brunnen im Winter leer und die Zeit der Skinheads glücklicherweise vorbei ist, verlief die Fotosession eher ruhig.

Ich schaffte es, meine GS beim Raufhieven auf den Gehsteig umzuschmeißen (ohne Schaden) und Barbara musste sich mit den Fotos beeilen, weil wir vor Kälte zitterten, vor allem wegen der dünnen Schuhe. Mods tragen nun einmal keine schweren (warmen) Bergbremser. Zumindest nicht, wenn Fotos gemacht werden.

Die Wintermonate waren für alle Beteiligten eher anstrengend. Silvia hat sich in einer Shootingpause die Zigarette wohl verdient, Rauchgenuss auf Bild 2. An diesem Foto kann man auch gut erkennen, dass die Auswahl für den Kalender schwierig war – zu viele feine Fotos sind beim „Making of“ entstanden. Das gilt auch für eines der Lieblingsbilder der meisten bisherigen Käufer: Martin und der September (Foto 3). Mods schauen immer cool drein. Immer? Natürlich nicht immer, ein wenig lächeln darf schon sein – auch oder gerade an so einem schönen Herbsttag.

Die Geschichten rund um die Entstehung des Kalenders sind witzig oder spannend, manchmal auch ein wenig traurig: Die schöne PX aus dem Jahr 2012 wurde nur ein Jahr alt – wenige Tage nach dem Shooting erlitt sie einen Totalschaden. Aber Murat hat bereits eine neue, der Mann von Welt will ja mobil sein. Und auf dem Foto 4 dürfen wir auch die Fotografin in Glanz und Glorie bewundern!

Ohne Helm sieht man besser aus, das ist eine alte Shooting-Regel. Tom macht aber auch mit Helm eine gute Figur, siehe Bild 5. Manche haben es einfach, andere haben es nicht. Zu guter Letzt wird es wieder Winter: Das Dezemberfoto, der „motomobil“-Autor im Parka auf der GS, entstand vor dem Salettl-Pavillon in Wien 19, es ist auf der Startseite zu dieser Story und zeigt eine der wenigen Gelegenheiten, sich beim Vespafahren einen Satz kalte Ohren zu holen.

003 Vespa Silvia-2 kl
Foto 2: Rauchgenuss bei der ersten
Ausfahrt nach dem Winter
004 Vespa Martin 1 kl
Foto 3: Schöner als auf einer Vespa
kann der Herbst nicht sein
 
005 Murat-42 kl
Foto 4: Selbstauslöserbild
mit Fotografin
006 Vespa Tom-16 kl
Foto 5: Auch mit Helm kann
man cool dreinblicken
 


A MODS LOVE STORY 2014

Der Wandkalender im A2-Großformat von Barbara Hartl ist um 38,90 Euro im sorgfältigen Rollerfachhandel erhältlich, in ausgewählten Buchhandlungen (zum Beispiel Bestseller, ISBN 978-3200034167) oder bei der Autorin direkt; www.graph-art-line.at. Barbara Hartl plant für 2015 einen Vespa- und Lambretta-Kalender: Models können sich jederzeit bei ihr melden! Die Adresse steht am Kalender und auf der Webseite

008 Mobilblog mm015 kl
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AS FÜR EIN LEBEN!
VESPA – GESCHICHTEN VON WIEN BIS ROM
VESPA – GESCHICHTEN VON WIEN BIS ROM
Buch

Das zweite Vespa-Buch von „motomobil“-Autor Guido Schwarz ist das Nachfolgewerk von „Vespa – was für ein Leben!“ Es enthält neue Geschichten und philosophische Analysen zum Mythos Vespa, genauso humorvoll, provokant und vielleicht noch tiefer gehend. Der Autor machte sich im Sommer 2012 mit seiner 39 Jahre alten Vespa Sprint auf die Fahrt von Wien nach Rom. Es wurde eine Abenteuerreise, die ihresgleichen sucht.

„Vespa – Geschichten von Wien bis Rom“ (Format A5, ca. 200 Seiten, ISBN 9783200028746) ist um 15 Euro bei Scooter-Shops erhältlich, im sortierten Buchhandel, bei Amazon, in den Bestseller-Shops (im Ekazent Hietzing und in der Millennium City, online über www.motorbox.at) sowie im Direktvertrieb des Autors über die Webseite www.guidoschwarz.at/vespabuch-2


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