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E-BIKE OF THE YEAR 2013

E-BIKE/E-SCOOTER OF THE YEAR 2013: CLEAN WEEK 2020 ZOLDER


Text: Michael Bernleitner
Fotos: Fred Bayet
 
 

ALLES FLIESST

Zum dritten Mal fand auf der belgischen Rennstrecke Zolder die Wahl zum „E-Bike of the Year“ und zum „E-Scooter of the Year“ statt. Gibt’s Neuigkeiten aus der Elektroabteilung?


009 CleanWeek Zolder 2013 kl
 


14 Redakteure von europäischen Zweiradfachmagazinen
bildeten die Jury für die Wahl der besten E-Bikes des Jahres; auch die „motomobil“-Redaktion war zum zweiten Mal in diesem ehrwürdigen Gremium vertreten. Unter den Testkandidaten befanden sich bekannte Electric Vehicles, aber auch Neuzugänge – so brachte Zero Motorcycles einige Modelle der hochkarätigen 2013er-Baureihe in den Bewerb. Und BMW ist vom Konzept des im Sommer 2014 in den Handel kommenden Elektrorollers C evolution offensichtlich so überzeugt, dass – außer Konkurrenz – zwei Prototypen des großen E-Scooters nach Belgien geschickt wurden und uneingeschränkt das gesamte Testprogramm durchlaufen durften. Eine sympathische Entscheidung, die von den Jurymitgliedern mit großer Aufmerksamkeit bedacht wurde. KTM entsandte eine kleine Enduro-Flotte der Freeride E samt betreuender Technikmannschaft und bestritt damit das erste elektrische Motocross-Rennen der FIM („motomobil“ Folge 013).

Neben Rennstrecke und Handlingparcours gab es in diesem Jahr erstmals auch ausgedehnte Testfahrten im öffentlichen Straßenverkehr der belgischen Provinz Limburg, zirka eine dreiviertel Autobahnstunde von Brüssel entfernt. Die „Clean Week 2020“ in Zolder und die damit verbundenen E-Elections haben mittlerweile sowohl national als auch international unübersehbare Bedeutung erlangt – die Jurymitglieder wurden von Herman Reynders, dem Gouverneur von Limburg, zu einem ausgedehnten Arbeitsessen empfangen, wo sich eine lebhafte Diskussion über den Fortgang der Elektromobilität entwickelte.

005 CleanWeek Zolder 2013 kl
Die Jurymitglieder der E-Bike-Election und
Limburg-Gouverneur Herman Reynders
020 CleanWeek Zolder 2013 kl
Viel und hochkarätiger
Strom imZolder-Paddock

 
Nach einem ausgeklügelten Bewertungsschlüssel wurden die Fahrzeuge in den Kategorien Reichweite, Fahrleistung, Design, Fahrverhalten, Gepäckunterbringung und Bedienkomfort, Verarbeitung und Preiswürdigkeit beurteilt. Nach der Tendenz des Vorjahres, wo die Zahl der technischen Ausfälle stark rückläufig war, gab es 2013 keinen einzigen elektrischen Blackout. Und die Erkenntnis, dass sich offensichtlich die Spreu vom Weizen trennt, und es bereits so etwas wie eine kleine Marktbereinigung gibt: Etliche Marken, die in den Vorjahren elektrische Klapperkisten in den Bewerb brachten und nicht unter die drei Besten der jeweiligen Kategorie kamen, nahmen gleich gar nicht mehr an der Clean Week teil oder sind schon wieder out of business.

008 CleanWeek Zolder 2013 kl
Die belgische Rennstrecke Zolder stellt mit
großem Engagement von laut auf leise um
018 CleanWeek Zolder 2013 kl
Praxistest im Stadtverkehr
und auf Überlandstraßen
 

Auffällig auch, dass sich bis jetzt unter den Herstellern von E-Zweirädern kein gemeinschaftliches Procedere für die logische Inbetriebnahme eines E-Bikes durchsetzen kann. Einen „Zündschlüssel“ gibt es überall, aber dann folgen Vermutungen: Manche wollen gar nichts und fahren beim Drehen des „Gasgriffs“ sofort los; manche wollen beide Bremshebel gezogen bekommen und einen Druck auf den Notschalter; manche wollen nur einen der Hebel oder eine Bestätigung über den Notschalter; der Peugeot e-Viacity bietet sogar als ersten per Tastschalter erreichbaren Fahrmodus den Rückwärtsgang an. Na, da wird’s aber Zeit, dass sich die EU bald eine diesbezügliche Verordnung überlegt, die „E-Bike-Zündschlüsselrichtlinie“ …

Bei den Elektromotorrädern war die US-Marke Brammo im Vorjahr wegen Reichweitenunpässlichkeiten nur außer Konkurrenz in Zolder und versprach für heuer die Teilnahme mit ausdauernderen Bikes, sagte dann aber ab. So gingen die Auszeichnungen wieder an die Zero S und Zero DS, diesmal aber in der kräftig weiter verbesserten 2013er-Version (Test in „motomobil“ Folge 010 und auf www.motomobil.at). Reichweite bis 200 Kilometer und Beschleunigung wie bei einer Sport-600er, dazu noch ausgezeichnetes Fahrwerk und harmonisches Fahrverhalten – die Zeros sind derzeit die einsamen Highlights unter den käuflich erhältlichen Elektromotorrädern.

Bei den schnellen E-Rollern markiert nach wie vor der amerikanische, in Polen gebaute Vectrix VX-1 die Spitze. Allerdings ohne sich auf den Lorbeeren der bisherigen Auszeichnungen ausgeruht zu haben: Das Planetengetriebe in der Hinterradnabe wurde überarbeitet und ist jetzt viel leiser als in den früheren Modellen, die sich klangmäßig wie eine Straßenbahn aus den 1920er-Jahren bemerkbar machten. Solide Fahreigenschaften, viel Platz und bedienungslogischer Rekuperationsmodus per Gasgriff-Gegendrehbewegung sind nach wie vor überzeugende Eigenschaften des VX-1. Die Daimler AG/Smart scheint sich mit Vectrix für die Entwicklung des kommenden Smart Escooter den geeigneten Kooperationspartner ausgesucht zu haben.

015 CleanWeek Zolder 2013 kl
Zero-Marketingchef Martin Driehaus erläutert das
Bike-Set-up über die Zero-Smartphone-App
023 CleanWeek Zolder 2013 kl
Thierry Deflandre (Rennstreckenchef Zolder, li.),
Juryleiter Christopher Ost (Motorpresse, re.)
 
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Jeff Simpson, Marketingchef Vectrix
BikeOfTheYear kl
 
 

Eine überraschend schwächelnde Reichweite verhalf dem Peugeot e-Vivacity (Fahrbericht in „motomobil“-Folge 004 und auf www.motomobil.at) im Vorjahr nur zum Platz unter „Ferner liefen“ bei den 45-km/h-Rollern. 2013 wirkt  das Problem behoben, und die gute Verarbeitungsqualität und die feinen Fahreigenschaften (Mittelmotor mit Zahnriemenantrieb) setzen sich durch. Außerdem der für einen kleinen Elektroroller sensationelle Gepäckraum: Trotz eingebautem Ladegerät passt unter die Sitzbank ein Integralhelm und unter die (per genialem Verschluss absperrbare Frontschürze) ein weiterer Halbschalenhelm.
Bei den vor allem in Holland wichtigen 25-km/h-Scootern konnte sich wieder die Münchner Firma Govecs mit dem Modell Go! S1.4 ganz oben platzieren: Gute Verarbeitung und tadellose Fahreigenschaften (Mittelmotor mit Zahnriemen, Scheibenbremse vorne und hinten) – auch im mühsamen Markt der kleinen E-Roller hält Govecs an der Strategie fest, Qualität statt Billigpreise anzubieten. Zur Demonstration der Leistungsfähigkeit brachte Govecs zum Spaß einen fahrwerksseitig und motorisch aufgemotzten Sportroller nach Zolder, der auf dem Rundkurs tatsächlich einen Riesenspaß machte.

Die Aussicht auf 2014? Die Zeichen stehen gut, dass es wieder einen kräftigen Schub gibt: Mit dem BMW-Elektroroller kommt wahrhaft Großes (und Starkes!) auf uns zu; von Vectrix erwarten wir mit dem VT-1 einen neuen elektrischen Großradroller (à la Honda SHi); der Smart Scooter dürfte dann ebenfalls soweit sein; und taucht KTM als Joker mit einem zünftigen fahrfertigen Prototyp des E-Speed auf?


003 CleanWeek Zolder 2013 kl



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